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5. Bericht 29.03.2008

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Beiträge: 7

New PostErstellt: 30.03.08, 10:40  Betreff: 5. Bericht 29.03.2008  drucken  weiterempfehlen

 





Hallo ihr
lieben in Deutschland,
Nach
laengerer Zeit melde ich mich
nun einmal wieder. Ich hoffe ihr hattet alle schoene Ostertage in Deutschland. Es
ist fuer mich
wirklich unfassbar wie schnell die Zeit hier vergeht, mit den ganzen Aufgaben,
den Begegnungen und neuen Erfahrungen. Ich verwachse immer mehr mit den
Menschen und meinem “Alltag” hier. Heute hab ich mir ueberlegt wie es wohl sein
wird wenn ich in nun schon weniger als 5 Monaten wieder heimkomme. Ich kann es
mir gar nicht vorstellen, da das was fuer mich
am Anfang fremd war nun Normal geworden ist
und Deutschland einfach unglaublich weit weg gerueckt ist. Warum mir das so
geht, werde ich euch heute wieder einmal ein bisschen erzaehlen.





Meine Dienstage
In den
letzten Wochen war ich viel zu Fuss in unserem Municipio (San Francisco de
Opalaca) unterwegs. Jeden Dienstag gehe ich mit einem unserer Pferdlein oder zu
Fuss in ein Doerflein das ca. 3 stunden entfernt ist. Ich unterichte mit einer
anderen Frau zusammen 3te und 4te Klasse. Wir haben nur zwei Schueler (beide
ca. 50 Jahre) was natuerlich wunderbar ist, da jeder sozusagen eine
Sonderbetreung hat. Es ist einfach ein so tolles Gefuehl wenn du merkst wie sie
sich anstrengen dir aufmerksam zuhoeren alles aufsaugen und eifrig bei der
sache sind. Letzte Woche hab ich angefangen ihnen Schreibschrift beizubringen.
Erst langsam und vorsichtig, dann immer sicherer schreiben sie die Buchstaben.
Fuer mich ist
es immer noch ein bischen ungewohnt, wenn ich einfach nicht davon ausgehen
kann, das erwachsene Maenner und Frauen die Grundlegensten Dinge nicht wissen. Das
schoene ist aber wenn sie dir dann stolz irgendetwas neu gelerntes erzaehlen.



In diesem
abgelegenen Doerflein ist zur Zeit allerdings die Problematik, dass die drei
Lehrer die 5te,6te,7te und 8te Klasse unterrichten in den letzten 3 Wochen
nicht gekommen sind. Fuer sie ist es eben auch ein bischen Problematischer bis
dort hin zu kommen und es scheint, dass sie dieses Doerflein nicht so wirklich
interessiert. Fuer die Schueler die teilweise 5std (nur Hinweg) laufen muessen
um zum Unterricht zu kommen ist es natuerlich ganz schoen traurig. Ich hoff,
dass sich das ganze bald klaeren wird.









Besuche
Meine
weiteren Besuche in die verschiedensten Doerflein waren nicht immer nur um
Unterricht zu geben. Im Februar zum Beispiel war ich mit Schwester Mary eine
Woche in “Agua Caliente”. Wir haben verschiedene Familien besucht.
Hauptsaechlich Menschen die krank sind oder die Maedchen und Jungen im Haus
haben die, die sextet Klasse beendet haben und jetzt nicht mehr weiter
studieren wollen oder koennen. Einer der Kranken war ca.20 Jahre alt und hat
sich seit einem halben Jahr nicht mehr von seinem Bett erhoben. Vollkommen
abgemagert und schwach, in einem kleinen Kaemmerlein, stickig, ohne
Sonnenlicht, da er die Helligkeit nach so langem Dunkel nicht ertragen kann. Es
war wirklich schlimm diesen armen jungen Mann so zu sehen, der am studieren war
und eine vielversprechende Zukunft hatte was wie schon gesagt nicht normal ist
hier, bis er krank wurde. Wir haben mit ihm gebetet und uns ein wenig mit ihm
unterhalten. Dadurch haben wir auch erfahren, dass eine Bekannte von uns gerada
dabei ist eine Art Therapie mit Naturheilmitteln durchzufuehren. Gott sei Dank
scheint es ihm endlich wieder ein bischen besser zu gehen, er konnte sich
zumindest in der letzten Woche wieder einmal aufsetzen. Dank einiger Animation
haben wir es auch geschafft dass nun ein paar maedchen mehr dieses Doerfleins
weiter in die Schule gehen warden.
Es
ist wirklich traurig, wenn man merkt wie vielen die Bildung einfach nichts
bedeutet und sobald es ein kleines Hinderniss gibt
aufgegeben wird. Man darf es allerdings auch nicht verallgemeinern, da viele
ebenfalls sehr dafuer kaempfen weiter zur Schule gehen zu koennen, was mich wiederum unglaublich beeindruckt und mich einfach nicht
begreifen laesst wie gut und einfach wir es in Deutschland haben!





Eine
weitere Sache die ich in verschiedenen Doerflein schon oefters gemacht habe,
sind praktische Taetigkeiten mit den Frauen und Kindern. Es ist schoen zu wissen,
dass auch die Frauen zu mindest einen Nachmittag mal ihren eigenen Interessen
nachgehen koennen.





Menschen Rechte
In Monte
Verde finden weiterhin Treffen fuer vorwiegend Frauen und Maedchen statt, damit
sie ihre eigenen Rechte lernen und wissen wie sie sich waeren koennen wenn
ihnen etwas passiert. Die beiden Frauen die die Treffen veranstalten sind
wirklich unglaublich gut, und die Maedchen und Frauen die teilnehmen geniessen
jedes Treffen. Es ist wie ein kleiner Stein der ins Rollen gebracht wird allerdings
sehr leicht ins stocken geraten kann, weil dieses Gebiet des Rechts der Frau
noch sehr am Anfang steht und erst einmal richtig aufgenommen und beigebracht
werden muss.

Pastoral Indígena
Eine weiter
wunderbare Erfahrung die ich miterleben durfte war die Pastoral Indígena. Es
ist eine Gruppe aus Menschen der verschiedensten Parten von Honduras,
Schwestern, Priester, mitwirkende in der Kirchengemeinde. Es wird ueber die
indigende Bevoelkerung geredet, mehr darueber gelernt und verschiedene
Aktivitaeten verwirklicht. Es war das zweite Mal das ich dabei war. Dieses Mal
ist eine Gruppe aus El
Salvador
angereisst, dort gibt es ebenfalls
die indigene Bevoelkerung der Lencas (welche in dem Municipio in dem ich lebe
auch lebt). Sie haben uns von ihren traditionen erzaehlt, aeltere Braeuche die
noch von den Mayas abstammen, den Kalender der Mayas erklaert, ein paar
woertlein der vergessenen Sprache beigebracht, getanzt, … Es war ein unglaublich schoen und interessant
mehr ueber die Geschichte, Kultur der indigenen Bevoelkerung zu erfahren. Ich
hab auch bemerkt wie sie teilweise schon starke Urteile ueber die Spaniern und
auch USA
fallen lassen. Was mich sehr beruehrt hat, war
dass sie mir am Schluss verkuendet haben, dass ich nun auch zu den Lencas
gehoeren wuerde da ich mich
schon so eingegliedert haette.





Alltag
Abgesehen
von den Dienstagen die ich immer in das weiter weg liegende Doerflein gehe um
Unterricht zu geben hab ich natuerlich auch noch weitere Verpflichtungen.
Montags hab ich Unterricht in Monte Verde. Vormittags eine achte Klasse und
Nachmittags eine siebte Klasse in “Naturkunde”. Des weiteren hab ich natuerlich
meine kleinen Floetenkinder, die teilweise wirklich schon richtig gut sind.
Ausserdem hab ich auch mit einem Englischkurs angefangen der ein bis zwei mal
die Woche statfindet. Wenn ich die Zeit finde helfe ich auch den
neuntklaesslern mit ihren Matheaufgaben. Und weiterhin unterstuetze ich meine
beiden Schwestern mit ihren Verpflichtungen so gut ich kann.





Maedchenherberge
Inzwischen
haben wir in einem Nachbarhaus eine Art Maedchenherberge. Es wohnen 8 Maedchen
dort die in der Schule in Monte Verde zur achten Klasse gehen und da sie weiter
weg zu Hause sind nicht jeden Tag von ihrem Zuhause zur Schule laufen koennen.
Unter der Woche betreut sie eine Freundin von uns und am Wochenende, fuer die
die da bleiben bin ich die Ansprechsperson und schlaf bei ihnen. Ist schoen
einfach mit ihnen zu reden, beim Hausaufgaben machen helfen, spiele spielen,
oder sie einfach nur besuchen.



 





Geburtstag/ La Leonera
Was ich
natuerlich nicht vergessen will ist mein Geburtstag. Ich hatte den 21ten Maerz
meinen 20ten Geburtstag. Da wir ueber Ostern in einem anderem Doerflein weit
weg von Monte Verde waren, hab ich ihn dort gefeiert. Es war sehr einfach und
schoen. In dem Doerflein “La
Leonera
” gibt es kein Strom und auch kein fliessend Wasser.
Schwester Mary und ich sind mit einer Gruppe von 4 Jugendlichen aus Puerto Rico dort gewesen. Haben Aktivitaeten mit den
Kindern Jugendlichen und Erwachsenen gemacht die in ihrem Doerflein leicht
verlassen sind. Es leben dort nur ungefaehr 15 Familien die nicht oft Besuche
bekommen. Fuer sie war es wunderschoen genau wie fuer uns ebenfalls. Unsere
Unterkunft war sehr bescheiden(Betten aus Stuehlen, Klo naja, ….) aber hat
vollkommen ausgereicht. Zu meinem Geburtstag hat mir die Schwester Mary einen
Kuchen mitgebracht und auch ein Kerzlein draufgesteckt. Das ganze Doerflein hat
mir ein Geburtstagsstaendlein gesungen. War wirklich einmal ein ganz anderer
Geburtstag aber wirklich schoen.



In dem
Doerflein haben wir auch jeder einzeln verschiedene Familien besucht. Ich hab
einen Bekannten von uns besucht der sehr sehr weit weg in den Bergen mit seinem
Bruder und Schwester wohnt. Sie haben ein kleines Huettlein umrundet von ihren
Kaffeefeldern, Zuckerrohr, Annanass,… Einfach unglaublich schoen wie man dort
noch in unberuehrter Natur lebt.



Ich bin schon frueher wie die restlichen nach
Monte Verde zurueck, auf dem Fussweg. Ich hab mich wirklich wie im Dschungel gefuehlt,
Lianen, Trampelpfade, Fluesse die man nur auf Baumstaemmen kreuzen kann,…. Hab mich leider ein bischen am Schienbein
verletzt (ausgerutscht und auf einem Stein aufgeschlagen), ist schon wieder am
besser werden. Aber mal abgesehen von diesem kleinen Missgeschick war es einfach
unglaublich toll.







Bevor ich mich nun
verabschiede gibt es noch eine weiter kurze Erzaehlung.
Seit dem wir in Monte Verde nun eine
Antenne von dem Handynetzbetreiber Claro haben, haben sich fast alle ein Handy
gekauft. Das unglaubliche und auch traurige ist, dass viele nichts zu essen haben aber nun ein
Handy haben. Kein Strom um es aufzuladen, weswegen sie immer zu uns kommen um
es fuer ein paar stunden zu laden. In manchen Faellen ist es natuerlich auch sehr
praktisch. Wenn sie anstatt 3 stunden zu laufen nur einen kurzen anruf machen
muessen. Was uns jetzt aber auch schon passiert ist, dass man uns im Haus auf
dem Handy angerufen hat und die Person nur 1 Minute davon entfernt war!





Ich habe
das letzte mal eine Bemerkung eines Jugendlichen sehr passend gefunden. Die
Menschen in Monte Verde, San Francisco de Opalaca wollen moderner sein, ziehen
sich immer “westlicher” an, jetzt fangen sie mit den Handys an. Waehrend die
Menschen die sie besuchen kommen versuchen ein bischen so zu sein wie die Menschen
in Monte Verde. Bescheidener leben, die wirklichen Notwendigkeiten erkennen.





So nun komm ich wirklich
wieder einmal zum Ende.
Ich
werd in der Naechsten Zeit hoffentlich wieder einmal ein paar Fotos schicken
koennen.

Viele liebe
Gruesse



Sonja



 



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