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Heimatfrust – nix wie weg!

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Autor Beitrag
troja86
*


Beiträge: 7
Ort: Cottbus


New PostErstellt: 15.05.04, 13:22  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Ein zentraler Punkt, um Einheimische und deren Leben kennen zu lernen ist die Sprache. Leider kann ich außer Englisch (und Russisch, aber wer braucht das) weder Spanisch noch Portugisisch. Die einzige Hoffnung, die mir bleibt, ist, dass man eine Sprache vielleicht am Besten lernt, indem man sie benutzt - also vor Ort. Hat jemand Erfahrung mit dem "learning by doing" oder ist es besser, vorher einen Sprachkurs zu machen (wie siehts mit "Sprachurlaub", also Kurs in 14 Tage vor Ort, aus)?

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dentist23
Neuzugang


Beiträge: 1


New PostErstellt: 16.05.04, 23:31  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Hallo,

bevor ich meinen beweggrund für meine auswanderung erläutere, möchte ich darauf hinweisen, dass es uns hier in deutschland sehr gut geht. mit sicherheit können wir den lebensstandard nicht mehr halten, den wir in den 80er oder 90er jahren hatten, dennoch im vergleich mit vielen anderen ländern, geht es uns hier doch sehr gut.
nichtsdestotrotz werde auch dieses land verlassen. ab august geht es für mich nach jordanien - nicht unbedingt das typische auswanderungsziel. mein beweggrund liegt darin, dass ich nicht verstehen kann, mit welchen problemen sich hier in deutschland viele menschen beschäftigen. viele menschen würden wohl auch anders denken, wenn sie - so wie ich - mal einige zeit im ausland verbracht hätten und dann nicht in industrieländern, sondern in transformationsländern wie bosnien oder entwicklungsländern wie syrien und jordanien. nach jedem längeren auslandsaufenthalt bin ich gerne wieder nach deutschland zurück gekommen. dennoch hat es mich nie länger wieder hier gehalten.

was ich auch noch mal sagen wollte: wir deutschen sind im ausland - besonders in der arabischen welt - sehr angesehen! deswegen kann ich das ergebnis der abstimmung über das ansehen der deutschen im ausland nicht ganz nachvollziehen.

liebe grüße

dennis

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Schwabenpower
smilie-Status *****


Beiträge: 79
Ort: im wilden Süden


New PostErstellt: 17.05.04, 09:43  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

@troja: Learning by doing ist gut und klappt- habe es selber mitgemacht. Aber: Grundkenntnisse vorher in einem Crashkurs bei einem seriösen Anbieter aneignen, sonst tut man sich viel zu schwer!

@dentist: Sie kann ich voll verstehen, mir geht es nicht anders. Unser Sorgen, über die wir hier einen Aufstand machen, sind pille-palle! Und Sie haben recht: in vielen Ländern der Welt (Arabien, Südamerika, Asien und Osteuropa) ist der Deutsch hoch angesehen!

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Cyberzauber
Neuzugang


Beiträge: 1


New PostErstellt: 04.07.04, 19:37  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Hallo zusammen!
Ich kann gut verstehen, dass es einige Menschen gibt, die sich immer wieder auf´s neue über Personen aufregen, die aus Deutschland auswandern möchten, weil sie z.B. keinen Job mehr bekommen, etc.
Aber TOLERANZ sollte hier gross geschrieben werden. Natürlich gibt es so viele Länder in denen diese gute Versorgung nicht gewährleistet ist. Ja, die Menschen dort würden sich beide Beine ausreissen um hier sein zu dürfen, aber es gibt auch noch Menschen mit eigenen Idealen und Wünschen!
Auch ich reihe mich dort ein.
Ich gehöre nicht zu den Menschen denen es hier so super gefällt, weil ja alles prima vororganisiert und soziall doch sehr erträglich gestaltet ist.
Ich möchte etwas mehr persönliches Glück, was ich nicht durch Geld oder eine recht sichere Zukunft mit Kranken-, Renten- und Arbeistlosenversicherung erreiche.
Einfach die Möglichkeit erhalten in einer anderen Kultur Menschen mit einer völlig konträren Mentalität erleben zu dürfen und ein Teil ihrer Gesellschaft zu sein mit allen Höhen und Tiefen, aber vor allem mit dem Herzblut das dort jeder noch ausströmt.
Wenn ich hier durch die Strassen gehe habe ich das Gefühl durch eine Reihe Scheintoter zu wandeln. Fett gefressene Jugendliche ohne jeglichen Sinn für die eigene Zukunft und deren Eltern die aussehen wie das 30-Jahre ältere Abbild. Klar, hört sich sehr altbacken an, aber welch Wunder, ich bin selbst erst 28. Diese neue Gesellschaft erschreckt mich jedoch masslos.
Ich will und kann von meinen eigenen persönlichen Idealen nicht mehr und mehr Abstand nehmen um weiterhin in einer Gesellschaft zu leben mit der ich nicht konform laufe.
Und ein klares Nein an alle Deutschland-Liebhaber: Ich werde nicht mehr versuchen HIER etwas zu verändern. Meinen Elan und Idealismus kann ich lieber in einem Land ausleben, wo ich das Gefühl habe das die Menschen dort noch lebendig sind!

Kein Land ist eigentlich das Ideale, nur für den einzelnen Betrachter der damit ein Gefühl verbindet das ihn nicht mehr loslässt. Jeder der dieses Gefühl schon einmal hatte, wird wissen, dass man es danach nicht mehr los wird.
Mein Herz wird dem folgen woran es hängt und das wird nicht der hohe Lebensstandard innerhalb Deutschland´s sein.

Einen lieben Gruss an alle Freidenker die ihren Traum schon in die Realität umgesetzt haben! Ihr macht anderen Hoffnung auf einen tieferen Sinn im Leben!!! Meinen Respekt!!!
Tanja

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Jagoda
*


Beiträge: 7


New PostErstellt: 05.07.04, 11:28  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Hallo Tanja,

deiner Meinung kann ich nur beipflichten. Es lohnt sich auch nicht hier etwas zu tun. Die Menschen müssen erst einmal von ihrem hohen Roß runter und merken das Deutschland nicht mehr Weltspitze ist. Ich glaube erst wenn uns Südostasien überrannt hat und wir und fragen, was wir außer Tourismus und einer kleinen Randindustrie zu bieten haben, wachen die Leute auf. Visionen und ein Streben nach etwas neuem Besseren ist mittlerweile ein Fremdwort in Deutschland. Die Leute wissen nicht mal ansatzweise was das ist. In Diskussionen kommt immer wieder heraus, das angebliche Visionen eher das Festhalten an Altem ist. und die Leute begreifen das einfach nicht. Da schätze ich die Mentalität in anderen Ländern. Da gibt es Leben, Veränderungswillem, das Streben nach etwas und trotzdem Zusammenhalt, Freundlichkeit u.s.w. In Deutschland begegnet man hingegen immer mehr Egoisten, Ignoranten und Untoten. Wessen Lebenserfüllung es ist, stupide ohne Spaß auf arbeit zu rennen und den Rest zuhause rumzusitzen oder von einer Party zur anderen zu rennen und sich das letzte bischen Verstand rauspusten zu lassen, der kann ja in Deutschland bleiben. Ich selbst habe versucht etwas zu verändern, engagiere mich sozial, im Umweltschutz und lebe als Selbständiger mit keinem Euro vom Staat. Für bewußt lebende Mensche sehe ich deshalb viele Möglichkeiten außerhalb Deutschlands bzw. zur Zeit die einzige Möglichkeit dort zu leben. Auch sehe ich, wenn sich diese Auswanderungswelle, gerade von Führungskräften, Denkern und allen anderen bewußt und strebsam lebenden Menschen fortsetzt, die Möglichkeit Deutschland einen Denkzettel zu verpassen und zum Umdenken zu bewegen. Nicht umsonst wird bereits darüber nachgedacht wie man diese Abwanderung stoppen kann. Nur hat man noch nicht erkannt woran es krankt und das es nicht allein am Geld liegt. Bei einer Verbreiterung der Auswanderungswelle, würde man sicher merken, das mit Geld nicht alles zu kitten ist, sondern das die Einstellung des Landes sich als Ganzes wandeln muß.

Gruß Jagoda

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Petra B.
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Beiträge: 2


New PostErstellt: 08.07.04, 07:17  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Hallo zusammen,

ihr sprecht mir hier wirklich aus der Seele. Es ist ein tolles Gefühl auf Menschen zu treffen, die ähnliche Gedanken haben wie man selbst und wo ich nicht das Gefühl habe ich komme von einem anderen Planeten. Mein Mann und ich werden D auch dieses Jahr noch verlassen, wir bleiben innerhalb der EU. Was für mich hier im Moment am schlimmsten zu ertragen ist ist das Zwischenmenschliche, die Kälte, Agressivität (Stichwort Autofahrer), das Desinteresse am Anderen. Kontakte aufzubauen ist kaum möglich, die Menschen interessieren sich gar nicht mehr dafür. Für mich wird gerade diese Situation hier von Tag zu Tag unterträglicher, bin eben ein soziales Wesen und brauche ab und zu ein Lächeln, ein freundliches Wort, eben menschliche Gesellschaft. Ich hoffe, dass bald alles unter Dach und Fach ist und wir hier verschwinden können. Meine Frage wäre, wir geht ihr damit um? Habt ihr bestimmte Methoden entwickelt um der "Vereinsamung" hier entgegenzuwirken, die fehlende menschliche Wärme irgendwie zu kompensieren? Denn nicht jeder hier kann D morgen den Rücken kehren, Also, was macht man in der Zwischenzeit?

Viele Grüße

Petra

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Anubis
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Beiträge: 3
Ort: 69469 Weinheim


New PostErstellt: 08.07.04, 08:18  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Hallo Petra und alle vorausgehenden Schreiber hier im Thread,

wir sind jetzt seit zwei Tagen hier im Forum und haben uns so langsam durch viele Beiträge durchgelesen. Wir sind restlos begeistert vor allem von den realistischen und ungeschminkten Beiträgen hier. Auch Petra hat uns aus der Seele gesprochen. Es ist zwar schwierig, hier in D zu versuchen etwas zu verändern, die Achtung und der liebevolle Umgang miteinander verschwindet immer mehr, dennoch versuche ich tagtäglich meine positive Lebenseinstellung und meine "fast immer" gute Laune und mein sonniges Gemüt auf andere in meinem Umfeld zu übertragen, aber es wird immer schwerer, das zu realisieren.
Meine Frau ist Krankenschwester und erlebt ebenfalls jeden Tag, dass der ursprüngliche Gedanke der Krankenpflegen unter bürokratischen Bergen begraben wird. Sie ist auch immer sehr darauf bedacht, wenigstens einige Worte mit Kranken zu wechseln und Zuspruch zu spenden. Aber im Zuge des Berichte schreibens und der administrativen Tätigkeiten bleibt hierfür einfach zu wenig Zeit. Der Mensch als Individuum zählt nichts mehr in D nur noch Zahlen, Daten und Fakten, die jedoch auch stetig in den Keller gehen.
Ich bewege mich in einigen Bereichen (nicht breuflicher Natur) der alternativen Heilmethoden und der "eingeschränkten Esoterik" da mir für einige Dinge die Überzeugung fehlt, aber das würde hier zu weit führen. So erlebe ich jedesmal, wenn ich mit Gruppen und Interessenten zusammen bin, welche menschliche Wärme und Zuneigung fehlt und welche defizite in unserer Gesellschaft sind. Das, was normaler Weise selbstverständlich sein sollte, wird in diesen Gruppen gesucht und gefunden.
Dieses "Miteinander leben und anderen zuzuhören, sie ernst zunehmen, einfach Auchtung voreinander zu haben uvm." Kann meiner Meinung nach in D nicht mehr existent werden. Nur noch in kleinen Kreisen und dies reicht bei Weitem nicht aus, um unsere ganze Gesellschaft dahingehend zu verändern, dass nicht jeder gegen jeden arbeitet und denkt.
Wie soll es gesellschaftlich funktionieren, wenn sehr viele hier in D noch nicht einmal in ihrer eigenen Familie oder Ehe dieses Denken an den Tag legen. Sich gegenseitig das (eigentlich gemeinsame Leben) so schwer machen, dass ganze Familien zerbrechen.

Das sind einige wenige Gründe, weshalb wir hier weg wollen. Wir wissen, spüren es seit sehr langer Zeit, dass wir an den (nicht gerade wenigen) negativen Seiten unserer Gesellschaft mit der Zeit kaputt gehen. Unsere Familie, Freunde und Bekannte, die wir sehr in unsere Herzen geschlossen haben und auch die Leute, die ich in den Gruppen kennenlernen und Freundschaften daraus schliessen durfte sind nur ein kleiner Bruchteil der Gesellschaft in D der uns immer wieder Auftrieb gab. Es ist aber zu wenig (trotzdem) um uns hier zu halten.

Es ist auch einfach zuviel, um das alles hier zu schreiben, was uns im Kopf herum geht und uns beschäftigt. So muss es nach und nach hier im Forum eingebunden werden.

Was wir nicht schlecht finden würden, vielleicht findet es Anklang, wäre evtl. die Aktivierung von "Stammtischen" (Regional aufgeteilt) zur gemeinsamen Gesprächsfindung außerhalb dieses Forums. Eben um sich etwas näher kennen zu lernen und verschiedene Themen anzusprechen, Kontakte zu knüpfen, Fragen zu erörtern und anschließend hier im Forum das ein oder andere davon zu posten.

Was würdet Ihr davon halten?

Liebe Grüße an alle hier im Forum
Brigitte und Rainer
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Petra B.
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Beiträge: 2


New PostErstellt: 08.07.04, 09:08  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Hallo zusammen,

also ich finde die Idee von regionalen "Stammtischen" absolut klasse! Auch ein deutschlandweites Treffen könnte man ja mal ins Leben rufen. Ich denke persönliche Treffen wären eine tolle Möglichkeit auch die eigenen Erfahrungen weiterzugeben, sich noch besser auszutauschen und den einen oder anderen Tipp zu geben. Denn von Angesicht zu Angesicht redet es sich doch immer noch besser als übers Internet.

Viele Grüße

Petra

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Anubis
Neuzugang


Beiträge: 3
Ort: 69469 Weinheim


New PostErstellt: 08.07.04, 10:22  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Genau Petra,
das waren auch meine Gedanken diesbezüglich.
Freut mich, dass Dir der Vorschlag gefällt. Lass uns die Daumen halten, dass noch mehr Interessenten der Idee beipflichten.

Liebe Grüße an alle hier im Forum
Brigitte und Rainer
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Schwabenpower
smilie-Status *****


Beiträge: 79
Ort: im wilden Süden


New PostErstellt: 08.07.04, 10:57  Betreff: Re: Heimatfrust – nix wie weg!  drucken  weiterempfehlen

Klar- das ist sinnvoll für alle, die ernsthaft auswandern wollen- also gerne gebe auch ich Unterstützung/Hinweise und komme zu einem regionalen Treffen (bin auch zukünftig immer ca. 3 Monate in D).

Auf Regen folgt Sonne!


[editiert: 03.08.04, 17:37 von Peter Thul]
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