Schreib, was dich bewegt: Dein kostenloses Blog auf Üblog.de.
  Forum der BiGKU
Bürgerinitiative Gesundheit u. Klimaschutz Unterelbe/Brunsbüttel
 
Sie sind nicht eingeloggt.
LoginLogin Kostenlos anmeldenKostenlos anmelden
BeiträgeBeiträge SucheSuche HilfeHilfe
ChatChat VotesUmfragen FilesDateien CalendarKalender
BZ 16.5.09 Südseite in Alarmstimmung

Anfang   zurück   weiter   Ende
Autor Beitrag


Beiträge: 120
Ort: Brunsbüttel

BI Teilnehmernummer: 108

New PostErstellt: 16.05.09, 13:08  Betreff: BZ 16.5.09 Südseite in Alarmstimmung  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Südseite in Alarmstimmung



Dateianlagen:

09.05.16 Südseitenbewohner 001.jpg (407 kByte, 1.275 x 1.536 Pixel)
Anzeige optimiert für beste Darstellung.
Großansicht - speichern

09.05.16 Südseitenbewohner.jpg (332 kByte, 858 x 1.568 Pixel)
Anzeige optimiert für beste Darstellung.
Großansicht - speichern

nach oben
Benutzerprofil anzeigen Private Nachricht an dieses Mitglied senden
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 17.05.09, 00:09  Betreff: Re: BZ 16.5.09 Südseite in Alarmstimmung  drucken  weiterempfehlen

Zum selben Thema und Bild der Artikel der Wilsterschen Zeitung vom 16.05.2009



Kohlekraftwerk: Südseiten-Anwohner in Sorge

Ihre Häuser stehen im Mindestabstand zum geplanten Kohlemeiler. Jetzt melden sich die Anlieger zu Wort.

Brunsbüttel


– Rote Siedlungshäuschen in gepflegten Gärten, der Blick führt
Richtung Elbdeich – die Straße „Westertweute“ in Brunsbüttel wirkt
geradezu dörflich abgeschieden. Doch die Anlieger sorgen sich um die
Zukunft ihrer in den 1950er Jahren entstandenen Siedlung. Denn diese
liegt in Brunsbüttel auf der Südseite – 400 Meter entfernt vom
geplanten Steinkohlekraftwerk der GDF Suez.


„Wir leben hier wie in einem kleinen Dorf“, bestätigt Günther
Schweitzer den ersten Eindruck, den die Westertweute vermittelt. Die
Nähe zum Industrieareal der Schleusenstadt ist beim Einbiegen in die
kleine Straße vergessen. Einen Sportplatz gibt es dort an der
Jahnstraße, einen Kindergarten und einen Jugendtreff. Vor allem: Man
kennt sich. Ein Umstand, den sich der 58-jährige ehemalige
Betriebsmeister jetzt zu Nutze machte.


Denn aufgerüttelt von den Kraftwerksplänen informierte er sich
zunächst über das Vorhaben in seiner unmittelbaren Nachbarschaft, erhob
Einwand gegen das Projekt und verfolgte die Erörterungstermine. Dann
begann er die Nachbarn anzusprechen – und hat jetzt eine Liste zusammen
mit rund 50 Unterschriften, die dem Brunsbütteler Stadtrat übergeben
werden soll. „Allein 20 der 23 Anwohner aus unserer Straße haben
unterschrieben“, erzählt Günther Schweitzer. Dazu kommen Anlieger der
Jahnstraße und der Frischstraße.


Sie alle fordern in ihrer Resolution eine Abkehr von den
Ansiedlungsplänen. „Was wird uns an Lebensqualität noch bleiben?“,
fragen sie. Herz-Kreislauferkrankungen und
Krebs werden durch die Nähe zum Großkraftwerk (800 Megawatt)
befürchtet. Es besteht die Sorge, dass die Häuser drastisch an Wert
verlieren und in der Bauphase des Meilers Schaden nehmen – für Viele
seien die Immobilien Teil der Altersvorsorge. Auch für Günther
Schweitzer, der dort mit seiner Frau vor 13 Jahren ein Haus erwarb.
„Ich wollte näher am Betrieb sein“, berichtet der Vorruheständler, der
häufig Bereitschaftsdienste im Industriegebiet versah.


Doch so nah, wie ihm die Industrie jetzt zu kommen droht, sollte es
auch wieder nicht sein. „Unsere Wohnhäuser befinden sich zum Teil nur
350 Meter von der Bebauungsplangrenze entfernt“, schreiben die Anlieger
an die Stadträte und kommen zu dem Schluss: „Wir tragen die Lasten,
andere verdienen auf unsere Kosten.“


Doch die Belastung der Anwohner setze nicht erst mit der
Inbetriebnahme des Kraftwerks ein, sondern mit dem Start auf der
Baustelle: Maschinenlärm, Lkw-Verkehr, Staub. Womöglich rund um die Uhr, auf jeden Fall über mehrere Jahre.


„Ich bin kein Gegner der Industrie“, betont Schweitzer, „ich habe
jahrelang dort mein Geld verdient.“ Und auch ein Kraftwerk im
Industrierevier würde er nicht prinzipiell ablehnen. Doch das, betont
der 58-jährige, müsse nachgewiesenermaßen mit modernster Technik
eingerichtet werden.


Inzwischen kommt neue Unruhe bei den Anwohnern der kleinen Siedlung
auf. Einige von ihnen haben Angebote bekommen, ihr Haus zu verkaufen.
„Wer weiß“, überlegt Schweitzer, „vielleicht macht das der eine oder
andere, weil er glaubt, jetzt mehr Geld zu bekommen, als wenn das
Kraftwerk erst mal steht.“ Dann allerdings droht das Idyll zu zerfallen.


Doch vorher setzen Schweitzer und seine Mitstreiter darauf, dass die
Brunsbütteler Stadträte ihre Sorgen ernst nehmen und ihre Entscheidung
für das Steinkohlekraftwerk in unmittelbarer Nähe des Wohnbereichs auf
der Südseite noch einmal überdenken.

Ralf Pöschus










nach oben
Benutzerprofil anzeigen Private Nachricht an dieses Mitglied senden
Sortierung ndern:  
Anfang   zurück   weiter   Ende
Seite 1 von 1
Gehe zu:   
Search

powered by carookee.com - eigenes profi-forum kostenlos

Layout © Karl Tauber