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Energie aus 9000 Tonnen Biomüll. WZ vom 05.10.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 06.10.13, 18:13  Betreff: Energie aus 9000 Tonnen Biomüll. WZ vom 05.10.2013  drucken  weiterempfehlen



Energie aus 9000 Tonnen Biomüll

Vertrag gilt ab 2016: Organische Abfälle aus Steinburger Haushalten werden in Lübeck in Biogas verwandelt

Kreis Steinburg

Der Weg zur braunen Tonne ist für viele Steinburger Bürger ein
Beitrag für den Umweltschutz. Aber was passiert dann mit dem Müll?
Bisher führte der letzte Weg von Apfelstrunk, Zwiebelschale und Co. zur
Deponie. Ab Januar 2016 wird der Steinburger Biomüll noch
umweltfreundlicher entsorgt. Die organischen Abfälle gehen dann in die
Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL), wo sie zu Kompost verarbeitet werden.
Der Clou: Bei der Verwertung wird durch Vergärung Biogas erzeugt, aus
dem Müll wird also Energie. Den ersten Schritt auf dem neuen Weg in die
Abfallwirtschaft beging der Kreis Steinburg jüngst im Kreishaus: Landrat
Torsten Wendt und EBL-Direktor Dr. Jan-Dirk Verwey unterzeichneten den entsprechenden Vertrag.


Rund 9000 Tonnen Bioabfälle fallen im Kreis Steinburg jährlich an.
Die Entsorgung wurde europaweit von dem Hamburger Büro ATUS GmbH –
Berater Gutachter Ingenieure ausgeschrieben. Bei den Angeboten flossen
neben dem Verwertungspreis auch Umweltkriterien in die Wertung ein,
beispielsweise die Entfernung zur Anlage und die Qualität der Verwertung
wie die Vergärung des Bioabfalls. Von den fünf Firmen, die Angebote
abgaben, machten die Entsorgungsbetriebe Lübeck das Rennen.


Torsten Wendt: „Für den Kreis ist das eine schöne Sache, dass man die lokale Perspektive im Blick behält: Müll aus Schleswig-Holstein
wird auch hier verwertet.“ Besonders froh sei man auch darüber, dass
die Bioabfälle vergären und somit Biogas erzeugt wird, wie Ines Wittmüß,
Leiterin des Amtes für Umweltschutz betonte: „Damit ist ein weiterer
Schritt in eine klimafreundliche und energieeffiziente Entwicklung
getan.“


Die EBL nahmen die hochmoderne Mechanisch-Biologische
Abfallbehandlungsanlage im Jahr 2005 in Betrieb. Nach einem eher
schleppenden Start brachte die Energiewende den Aufschwung, wie Verwey
erklärte. Erst wurde in der Anlage nur der Restabfall zur
Biogasgewinnung genutzt. Seit 2010 wird auch der Bioabfall aus Lübeck
zur Biogaserzeugung eingesetzt. Die Anlage ist vernetzt mit dem
Biomassewerk und der Deponie. „Die Vergärungstechnologie hat Vorteile in
sich. Bei der Vergärung wird Biogas gewonnen und aus dem verbleibenden
Gärrest wird im nachgeschalteten Biomassewerk hochwertiger Kompost
erzeugt“, so Verwey. Vorhandene Restkapazitäten der Anlage werden nun
auch anderen Kommunen zur Nutzung angeboten – wie dem Kreis Steinburg.


Und so funktioniert die Anlage: Die Müllfahrzeuge bringen die Rest-
und Bioabfälle nicht mehr zur Deponie, sondern in die Annahmehalle der
Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlange
(MBA). In der Aufbereitungshalle werden nach Vorzerkleinerung des
Abfalls Metalle, Ersatzbrennstoffe mit hohem Heizwert, organische
Feinfraktion zur Vergärung und Störstoffe getrennt. Nach der
mechanischen Vorbehandlung folgt die biologische Weiterverarbeitung der
organischen Stoffe.


Bei der Vergärung wird Biogas erzeugt, wodurch die EBL in der Lage
sind, einen erheblichen Teil des eigenen Bedarfs an Wärme und Strom
selbst zu erzeugen. Das restliche Material wird zu Kompost verarbeitet –
zu zertifiziertem Kompost der Rottungsstufe 5, wie Jürgen Adler,
Abteilungsleiter Abfallwirtschaft/Technik bei den EBL betont.


Auch in Sachen Logistik sollen in punkto Bioabfall umweltfreundliche
Wege beschritten werden, wie Dieter Pape, Abteilungsleiter
Abfallwirtschaft erklärte. Die Ausschreibung für den Transport schließe
sich nun an. „Es sollen Fahrzeuge auf dem neuesten Stand eingesetzt
werden, ob Hybridfahrzeuge oder andere wird sich zeigen.“
Kristina Röhrs






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