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Kühlwasser bedroht Fischbestände. WZ vom 06.01.2012

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 06.01.12, 19:52  Betreff: Kühlwasser bedroht Fischbestände. WZ vom 06.01.2012  drucken  weiterempfehlen



Kühlwasser bedroht Fischbestände

Bürgerinitiative gegen das geplante Kohlekraftwerk der Südweststrom will gegen Erlaubnis zur Entnahme von Elbwasser vorgehen

Brunsbüttel

Die kräftigen Sturmböen, die gestern am frühen Nachmittag über den
Deich hinterm Brunsbütteler Elbehafen fegten, kamen den Gegnern des
Südweststrom-Kohlekraftwerks gelegen. „Das ist
der Gegenwind, der dem Projekt ins Gesicht bläst“, sagte Karsten
Hinrichsen von der Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz
Unterelbe/Brunsbüttel.


Vertreter der Initiative und des BUND hatten für einen kurzen Moment
zwischen zwei Wolkenbrüchen Transparente entrollt, auf denen sie vor den
Folgen der Kühlwasserentnahme des geplanten Kohlemeilers aus der Elbe
warnen. Nicht nur die Fischer seien in ihrer beruflichen Existenz
bedroht, wenn das Kraftwerk gebaut wird. Denn zur Kühlung der geplanten
zwei Kraftwerksblöcke mit je 900 Megawatt Leistung müssten bis zu 58
Kubikmeter Wasser eingesetzt werden – in der Sekunde. Das vernichte
Fische im großen Stil, sind die Kohlegegner überzeugt. Und ohne Fang
verlieren die Fischer ihren Lebensunterhalt.


Die enorme Wasserentnahme für die Kraftwerkskühlung ist es nicht
allein, die Hinrichsen und seinen Mitstreitern die Sorgenfalten auf die
Stirn treibt. Denn bei der Wiedereinleitung darf das Wasser bis zu 30
Grad warm sein. Das geht aus der Genehmigung durch den Kreis
Dithmarschen hervor.


Für Elbfischer Eberhard Rübcke ist das nicht nachvollziehbar. Denn die Fische, allen voran Aal,
Schnäpel und Finte würden auf dem Weg von den Laichplätzen zurück in die
Nordsee durch den Temperaturunterschied extrem geschwächt werden. „Das
ist ein Schock für die Fische“, sagt Rübcke. Er bezweifelt auch, dass
die Scheuchsysteme am Einlaufbauwerk für die Kühlwasserentnahme
funktionieren werden. „Dass die Leute, die so was genehmigen, noch
ruhig schlafen können“, wundert er sich und betont, ihm gehe es gar
nicht um die fünf, sechs hauptberuflichen Fischer in dem Bereich.
Vielmehr stehe die Gesundheit der Menschen in der gesamten Region auf
dem Spiel. Abgase des Kohlekraftwerks trieben bis nach Burg. „Das ist
ein Luftkurort.“


Die Initiative ist überzeugt, die vom Kreis ausgesprochene
wasserrechtliche Erlaubnis juristisch zu Fall bringen zu können. Denn,
so Stephan Klose: „Viele EU-rechtliche
Umweltschutzvorgaben werden nicht berücksichtigt.“ Daher wollen die
Kohlekraftgegner die Widerspruchsmöglichkeiten im Brunsbütteler Bauamt,
den Amtsverwaltungen Marne-Nordsee und
Wilstermarsch sowie den Kreisverwaltungen in Heide und Itzehoe nutzen.
Bis 24. Februar könne Widerspruch eingelegt werden. Dort liegt die
Genehmigung vom 11. bis 24. Januar aus.


Unabhängig davon nährt eine Veröffentlichung auf dem Regionalportal
Südostschweiz die Hoffnung der Kohlekraftgegner, dass der Bau der Anlage
zunehmend unwahrscheinlicher wird. Unter der Überschrift „Repowers
Kohleträume sind auf Eis gelegt“, heißt es: „Das Bündner
Energieunternehmen Repower und dessen Partner schieben den Baubeginn für
das größte Kohlekraftwerk Europas immer weiter hinaus.“ Grund sei das
Energiekonzept der deutschen Bundesregierung, dass das Kraftwerk nicht
wirtschaftlich erscheinen lasse.
Ralf Pöschus






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