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Bietigheim-Bissingen: "Einstieg in Stromerzeugung", Bietigheimer Zeitung - 01.07.2008

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Arne

Beiträge: 539

BI Teilnehmernummer: 98

New PostErstellt: 01.07.08, 12:21  Betreff: Bietigheim-Bissingen: "Einstieg in Stromerzeugung", Bietigheimer Zeitung - 01.07.2008  drucken  weiterempfehlen

Bietigheim-Bissingen, 01.07.2008

Einstieg in Stromerzeugung
Stadtwerkechef Rainer Kübler: Energiewunder wird es nicht geben

Die Preise für Öl, Strom und Gas steigen beständig an. Die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen wollen deshalb in den nächsten zehn Jahren bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs selbst erzeugen.

Für Rainer Kübler, Geschäftsführer der Stadtwerke, ist es eine einfache Rechnung: In den letzten sechs Monaten stieg der Strompreis um 30 Prozent, Limit nach oben offen. Und da es, so Kübler, ein Energiewunder nicht geben wird, verfolgen die Stadtwerke eine langfristige Strategie.
 
Bis in zehn Jahren soll der prozentuale Anteil der Stromgewinnung aus regenerativen Energien, also Energiequellen, die ohne Einsatz fossiler Rohstoffe erschlossen werden, bei 15 Prozent liegen. Bereits heute werden 15 Prozent Strom in Kraft-Wärme-Kopplung aus Erdgas selbst erzeugt. Mit der Beteiligung über die SüdWestStrom Kraftwerk GmbH & Co KG (SWS) an einem Kohlekraftwerk in Brunsbüttel sollen 20 Prozent Energiebedarf abgedeckt werden sollen, eine weitere geplante Beteiligung an einem Gaskraftwerk soll nochmals 15 bis 20 Prozent Anteil an der städtischen Energiebilanz abdecken.

Im Kern geht es um die Überlebensfähigkeit der Stadtwerke, die täglich gegen die Preispolitik der Multis ankämpfen müssen. "Gibt ein großes Verbundunternehmen intern den Strom zwischen Erzeugung und Vertrieb nur um 0,1 Cent pro Kilowattstunde billiger ab, geht uns hier bei den Großkunden die Luft aus", sagt Kübler über den mächtigen Druck am Markt. So sei die Eigenerzeugung ein Erfolgsfaktor für die Zukunft.
 
Trotzdem könnte Ungemach bevorstehen: Vor allem die Beteiligung der Stadtwerke am Kohlekraftwerk in Brunsbüttel wird bereits mit kritischen Augen beobachtet. Gleichwohl bleibt Kübler bei seiner Linie, auch wenn wie jüngst etwa die Stadt Konstanz aus dem Projekt in Brunsbüttel ausgestiegen ist (wir berichteten).
 
Anders als in Konstanz hat sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke in Bietigheim-Bissingen, in dem die politischen Parteien aus dem Gemeinderat vertreten sind, in seiner jüngsten Sitzung einstimmig hinter die Beteiligung gestellt. So zählen die Bietigheimer Stadtwerke nun zu insgesamt rund 60 kommunalen Energieversorgern, die sich als Gesellschafter beim Bau des Kohlekraftwerkes, zwei Blöcke mit je 900 Megawatt Leistung, als Investoren unter dem Dach der SWS Kraftwerk beteiligen - deren Aufsichtsratsvorsitzender Rainer Kübler ist. Bietigheim-Bissingen bringt 2,4 Millionen Euro zum Aufbau der Eigenkapitalquote ein, dies entspricht gegenwärtig einem Gesellschafteranteil von 2,6 Prozent. Insgesamt beteiligen sich die Stadtwerke mit acht Megawatt.
 
Kübler untermauert die beabsichtigten Energie-Schritte der Stadtwerke mit einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena), die auch die Bundesregierung berät und vor allem mit einer Prognose die Betreiber kleinerer Stadtwerke aufschreckt. So werde laut Dena die im Jahre 2020 zu erwartende Stromnachfrage bei der Jahreshöchstlast durch Kraftwerke am Standort Deutschland nicht mehr vollständig abgedeckt. Und dies gelte auch bei einer engagierten Ausschöpfung von Effizienzpotentialen sowie beim Erreichen der Ziele zum Ausbau regenerativer Energien auf 30 Prozent sowie der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 Prozent.
 
"Wir haben in Deutschland heute einen Anteil an der Stromerzeugung aus Kohle von rund 45 Prozent. Auch in den nächsten 30 Jahren werden wir nicht ohne Kohle bei der Stromerzeugung auskommen, insbesondere wenn der Atomausstieg wie geplant abgewickelt werden soll", so Stadtwerkechef Rainer Kübler.

KOMMENTAR · EIGENERZEUGUNG: Energie für die Zukunft

Die Stadtwerke von Bietigheim-Bissingen beschreiten neue Wege.
 
Weg vom Energieeinkauf und Vertrieb hin zur Eigenerzeugung. Da dies im größeren Stil verständlicherweise nicht über ein eigenes Kraftwerk geht, wird die Chance einer Beteiligung in Brunsbüttel genutzt.

Dieser Schritt ist nicht nur angesichts explodierender Energiepreise richtig, er kann den Stadtwerken langfristig das Überleben sichern.
 
Freilich treffen beim Projekt Brunsbüttel Ideologien aufeinander.
 
Auf der einen Seite stehen die Investoren, die sich auf Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Umweltgutachten verlassen, auf der anderen Seite die Gegner, die die zu erwartende Umweltverschmutzung des Kohlekraftwerkes durch den CO2-Ausstoß anprangern.
 
Nur ist eines ist sicher: Der Energiehunger der Menschen lässt sich realistisch betrachtet auch in Bietigheim-Bissingen in Zukunft nicht allein durch das Aufstellen von Windrädern, dem Ausbau regenerativen Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung befriedigen.
 
So bleibt abzuwarten, ob sich hier breiter Widerstand gegen die Beteiligung in Brunsbüttel formiert.
 
Anders als in Konstanz steht in Bietigheim-Bissingen der Aufsichtsrat der Stadtwerke einmütig hinter dem Projekt und anders als in Tübingen verhält sich die politisch zuständige Ökopartei GAL (noch) ruhig. JÖRG PALITZSCH





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