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Leserbrief: Zweifelhaftes Endlager. WZ vom 16.12.2008

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 16.12.08, 23:33  Betreff: Leserbrief: Zweifelhaftes Endlager. WZ vom 16.12.2008  drucken  weiterempfehlen



Lesermeinung

Zweifelhaftes Endlager

Zur Berichterstattung „Atommüll: Das lange Warten auf ein Endlager“ (Ausgabe vom 13. Dezember):


Schade um den Reiseaufwand der Steinburger Kreispolitiker! Immerhin
hätten sie die Gelegenheit nutzen können, in Gorleben umfassendere
Informationen über den Zustand des Salzstockes zu erhalten. Dann hätten
sie nämlich erfahren, dass das Deckengebirge, welches den Salzstock vor
Wassereinbrüchen schützen soll und als Barriere gegen das Eindringen
radioaktiver Substanzen in die Biosphäre dienen soll, hier extrem dünn,
löchrig und von vielen Grundwasserleitern durchzogen ist.


Sie hätten gehört, dass die tonhaltige Deckschicht auf rund acht
Quadratkilometer komplett erodiert, das Salz nur von wasserführenden
Sanden und Kiesen bedeckt ist. Der Salzstock beherbergt jede Menge mit
Salzlösung und Gasen gefüllte Hohlräume.


Die Politiker hätten erfahren, dass schon in den 1970-er Jahren Geologen, die mit der Suche nach Endlager-Standorten beauftragt waren, den Gorlebener Salzstock für ungeeignet hielten.


Nach Abschluss der Tiefbohrungen 1984 sprachen sich fünf von neun
Experten auf einer Anhörung des Innenausschusses des Deutschen
Bundestages aus geologischen Gründen für einen Abbruch der Erkundung in
Gorleben aus.


Die Kreispolitiker hätten erfahren, dass es der Physikalisch
Technischen Bundesanstalt, Vorläuferin des Bundesamtes für
Strahlenschutz, per Weisung untersagt wurde, für die Erkundung weiterer
Standorte zu plädieren.


Auch im Abschlussbericht des von der Bundesregierung eingesetzten
„Arbeitskreis Endlagerung“ schneidet Gorleben ungünstig ab.1, 5
Milliarden Euro sind kein Argument für ein unsicheres, zweifelhaftes
Endlager für hochradioaktive Abfälle, die für mehrere hunderttausend
Jahre von der Biosphäre ferngehalten werden müssen. Das wird besonders
deutlich in diesen Tagen, wo mehrere Hunderttausend Euro zu
Konjunkturstützungszwecken bewilligt werden.


Im Gegensatz zu den Mücken im Bernstein wird an einem Fund unserer
hochgiftigen Hinterlassenschaften niemand und zu keiner Zeit Freude
haben. Es gibt keine Alternative zum Ausstieg aus der Atomenergie!

JUTTA FREYBE

Dägeling









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