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Claudia

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New PostErstellt: 05.05.12, 19:30     Betreff: Zweifel an der Energiewende. WZ vom 03.05.2012

King (Limited Deluxe Edition)
Zweifel an der Energiewende

Spitzentreffen im Kanzleramt: Merkel setzt sich für neue Gaskraftwerke ein

Berlin /dpa

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will zusammen mit der Energiebranche
rasch klären, wie viele neue Gaskraftwerke nötig sind, um den
Atomausstieg bis 2022 zu schaffen. Gestern traf sie sich hierzu mit
Spitzenvertretern der Energiebranche. „Die Gespräche waren getragen von
einem Geist, dass alle die Energiewende wollen und gemeinsam nach
Lösungen suchen“, verlautete anschließend aus Regierungskreisen. Im
Mittelpunkt standen der Zubaubedarf an konventionellen Kraftwerken sowie
die Gestaltung des Strommarktes, damit sich die Kraftwerke bei immer
mehr Wind- und Solarenergie auch rechnen.


Wirtschaft, Kommunen und Opposition sehen zunehmende Probleme bei der
Umsetzung der Energiewende. Martin Kannegiesser, Präsident des
Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, sagte, er habe nicht den Eindruck,
dass die Folgen genügend durchdacht worden seien. „Ein Scheitern der
Energiewende wäre für den Industriestandort Deutschland ein großes
Problem. Im schlimmsten Fall drohen Betriebsschließungen und
Standortverlagerungen.“


Bisher gibt es zu wenig Pläne für neue Kraftwerke. Da ein
Einspeisevorrang für Wind- und Solarstrom besteht, ist bei wachsendem
Ökoenergie-Anteil unklar, ob sich eine
Milliardeninvestition zum Beispiel in ein Gaskraftwerk rechnet. Derzeit
ist nicht absehbar, wie viele Stunden das Kraftwerk pro Jahr Strom
produzieren kann. Die Regierung setzt aus Klimaschutzgründen vor allem
auf neue Gaskraftwerke, da Kohlekraftwerke weit mehr CO2 ausstoßen.


Gemeinsam wird überlegt, wie sich der Energiemarkt neu gestalten
lässt, damit es auch weiterhin genug Energie gibt, die in ihrer
Produktion zu hundert Prozent planbar ist und Windflauten oder fehlenden
Sonnenschein auffangen kann. Hinzu kommt das Problem fehlender Netze
und hoher Kosten für die Bürger. Ein Plan für den bundesweiten
Netzausbau soll im Fokus eines Treffens Merkels mit den
Ministerpräsidenten am 23. Mai in Berlin stehen.


Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte das
gestrige Treffen im Kanzleramt. „Mit fernsehgerechten Showtreffen wenige
Tage vor Landtagswahlen wird in Deutschland kein Meter
Hochspannungsnetz gebaut, keine Speichertechnologie erforscht und kein
Altbau gedämmt“, sagte Özdemir.


Der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena),
Stephan Kohler sagte: „Wir müssen den Netzausbau viel stärker mit dem
Ausbau der regenerativen Energien synchronisieren.“ Schon jetzt werde
deutlich, dass eigene Schätzungen, nach denen mehr als 4000 Kilometer
neue Höchstspannungsleitungen nötig sind, bald überholt sein dürften –
der Netzausbau halte mit dem Ausbau der Wind- und Solarenergie nicht
Schritt. Zudem passiere viel zu wenig beim Energiesparen.



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