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Claudia

Beiträge: 4532

New PostErstellt: 27.11.12, 22:49     Betreff: Re: UN-Klimagipfel in Katar. 26.11.2012

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WZ vom 27.11.2012:



Zu Gast beim größten Klimasünder

UN-Konferenz von Doha ringt um die Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen – doch die Fronten bleiben verhärtet

Doha

Gastgeber Katar hat zur Eröffnung des UN-Klimagipfels
in Katar alle 194 Teilnehmerstaaten dringend zur Zusammenarbeit
aufgerufen. „Vor uns, in den kommenden Tagen, liegt eine goldene Chance.
Wir müssen sie nutzen“, sagte der Vizepremier des Golfstaates, Abdullah
bin Hamad Al-Attiyah, gestern zur Eröffnung der zweiwöchigen Konferenz. Der Klimawandel sei eine gemeinsame Herausforderung aller Staaten.


Geopolitisch komme dieser Klimakonferenz eine ganz besondere Rolle zu, sagte die Chefin des UN-Klimasekretariats,
Christiana Figueres. Erstmals finden die Verhandlungen in einem
arabischen Land statt. Damit biete sich der Golf-Region
eine unvergleichliche Weltbühne, um ihr Energiewachstum nachhaltiger zu
gestalten und eine stärkere und sicherere Energieversorgung für alle
Staaten auf den Weg zu bringen. Das Gas- und Ölland Katar hat den
höchsten Pro-Kopf-Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit. „Wir sollten uns aber nicht auf die Pro-Kopf-Emissionen konzentrieren“, sagte Al-Attiyah.
Vielmehr gehe es um die Gesamtemissionen einzelner Länder, sagte er und
verwies auf nationale Klimabemühungen Katars, etwa bei der Solarenergie
und der Forschung zur CO2-Abscheidung. „Wir glauben daran, dass Technologie die Probleme lösen wird.“


Klimaschützer äußerten zu Beginn der Verhandlungen die Hoffnung, dass
die kleine Golfmonarchie aus der Konferenz als Spitze einer regionalen
Allianz progressiver Länder hervorgehen würde. Dazu gehörten etwa die
Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten, sagte Thomas Hirsch von Brot
für die Welt. Saudi-Arabien blockiere bislang.


Katar spielt bei der Lösung politischer Konflikte in der arabischen
Welt zunehmend eine Schlüsselrolle. Das Emirat ist aber nicht nur
Klimasünder. Es ist selbst vom Klimawandel bedroht: Der durch die
Erderwärmung ansteigende Meeresspiegel gefährdet die niedrig gelegenen
Küstenstreifen. Außerdem ist das von einer Wüstenlandschaft geprägte
Emirat von Nahrungsimporten abhängig.


Die Positionen der Länder scheinen sich zum Beginn der Konferenz
nicht geändert zu haben. Bei der Frage nach der Verantwortung der USA
bei der Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen
verwies der Vertreter aus Washington auf die Verantwortung aller
Staaten – und sprach von „wichtigen neuen Akteuren“. Die USA seien für
weniger als 20 Prozent der weltweiten Emission verantwortlich,
Spitzenreiter sei China mit über 25 Prozent.


China rief dagegen die Industriestaaten auf, eine Vorreiterrolle bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes
einzunehmen. „Wir haben bereits ehrgeizige Schritte ergriffen, um die
Emissionen zu senken“, sagte ein Vertreter der chinesischen Delegation.
Das bevölkerungsreichste Land stützt sich zu zwei Drittel auf Kohle.
Gleichzeitig aber investiert es weltweit am meisten in erneuerbare
Energien.


Die Organisation Oxfam warnte, die Klimakonferenz drohe ein Flop zu werden, wenn nicht höhere Klimaschutz-Ziele
auf den Tisch kämen. Die Staaten haben bereits beschlossen, mit ihrer
Klimapolitik dafür zu sorgen, dass die Erde sich um maximal zwei Grad
erwärmt. Das sehen Wissenschaftler als gerade noch beherrschbar. Jüngste
Berichte aber zeigen, dass die Welt dank steigender Kohlendioxid-Emissionen eher auf bis zu vier Grad bis zum Jahr 2100 zusteuert. Um das Zwei-Grad-Ziel
noch zu erreichen, bedürfe es eines „drastischen Richtungswechsels in
der Klimapolitik aller Länder“, teilte die Umweltorganisation Greenpeace
mit.
Denise Donnebaum




Die grössten Treibhaus-Sünder ....

Bild vergrößern


... und die Folgen der Erderwärmung:



Eine
noch als verträglich geltende Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad
scheint immer schwieriger erreichbar. Die Weltbank fordert Regierungen
dazu auf, die rund eine Billion Dollar (etwa 775 Milliarden Euro) hohen
Subventionen für Kohle und andere fossile Brennstoffe in alternative
Energien umzulenken. Andernfalls könne sich die Erde um vier Grad
erwärmen. Sollte der Treibhausgasausstoß so weitergehen wie bislang, sei
es zumindest wahrscheinlich, dass bis 2100 die Erwärmung zwei Grad
Celsius übersteige, heißt es in einem internen Arbeitspapier des
Weltklimarates. Nach Angaben des UN-Umweltprogramms
Unep wird der globale Treibhausgasausstoß ohne massiven Umschwung bis
2020 auf 58 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) pro Jahr steigen. Solle das
Zwei-Grad-Klimaziel
erreicht werden, dürfe der Anstieg bis dahin jedoch nicht mehr als 44
Gigatonnen betragen. Anstatt zu sinken, seien die Emissionen weltweit
seit dem Jahr 2000 bereits um etwa 20 Prozent gestiegen. Die arktische
Meereisfläche war 2012 nur noch halb so groß wie in den 1970er Jahren.
Sie schmilzt damit schneller als berechnet. Auch der Meeresspiegel
steigt rascher als vom Weltklimarat erwartet.





Kommentar von Seite 2:



Helden gesucht

Der Klimagipfel von Doha und der verzweifelte Kampf gegen die Erderwärmung

Kerstine Appunn

Die Lösung ist nur mittelmäßig kompliziert. Schon vor zwei Jahren haben Wissenschaftler ermittelt, wie viel Kohlendioxid-Emissionen
sich die Menschheit noch leisten kann, sollen die Temperaturen auf der
Erde erträglich bleiben. Daraus ergeben sich Länderemissionsvorgaben,
die gesenkt und eingehalten werden müssen, aber auch gehandelt werden
können. Ein Ding der Unmöglichkeit wäre es (noch) nicht, so den
weltweiten fossilen CO2-Ausstoß bis zum
Jahr 2050 auf 750 Gigatonnen zu beschränken. Natürlich müssten dann auch
noch eine Reihe Sonderpositionen und Ausgleichsregelungen beachtet
werden, um das Ganze auch gerecht auszugestalten, aber am Ende könnten
alle Politiker, die sich auf so einen Welt-Klimavertrag einigten, als Helden in die Geschichtsbücher eingehen.


Helden wie diese sollte eigentlich eine UN-Klimakonferenz
wie die in Doha hervorbringen. Tut sie aber nicht. Trotz jährlich neuer
alarmierender Veränderungen in unserer Umwelt scheint das kein Anlass
für die Staaten der Welt zu sein, endlich das Allgemeinwohl über die
eigenen wirtschaftlichen Interessen zu stellen.


Doch langsam aber sicher läuft uns die Zeit davon. Selbst das viel
beschworene, bindende Klimaabkommen, nach dem die Welt seit 20 Jahren
strebt, könnte es nicht mehr richten: Das Zwei-Grad-Ziel ist mit den zur Zeit vorgebrachten Gelöbnissen der Länder, ihre CO2 -
Emissionen zu drosseln, nicht mehr zu erreichen. Im Angesicht dieser
Tatsachen können sich dennoch nicht einmal die deutschen Minister oder
die EU-Länder auf eine Linie einigen. Ist alle
Hoffnung auf einen weltweit funktionierenden Erwärmungsschutz also
vergebens? Nicht ganz. Denn immerhin wird hinter den Kulissen der
Klimakonferenzen weiter gearbeitet. Regenwaldschutzprogramme und die
Klima-Finanzierung werden dabei hoffentlich
immer konkreter. Und so müssen wir uns an den Gedanken klammern, dass
diese Mechanismen in Zukunft in ein komplettes System eingebunden werden
können. Eines, das irgendwann heldenhaft die Welt rettet.







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