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Schleswig-Flensburg will keine Chemie im Boden.

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Claudia

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BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 23.01.13, 23:45  Betreff: Schleswig-Flensburg will keine Chemie im Boden.  drucken  weiterempfehlen




sh:z-online
vom 22. Januar 2013 um 11:10 Uhr:

Schleswig-Flensburg: Kreis will keine Chemie
im Boden


Von Hannes Harding



Kein
Fracking: Der Kreis Schleswig-Flensburg hat sich gegen die umstrittene
Gasförderung ausgesprochen. Schon Erprobungen im Untergrund sollen abgelehnt
werden - denn Experten sehen eine Gefahr für das Trinkwasser.



Schleswig-Flensburg.


Nachdem bereits betroffene Kommunen sowie die
Kreise Nordfriesland und Dithmarschen gegen das so genannte
"Fracking" opponieren, hat sich auch der Kreis Schleswig-Flensburg
gegen Erkundungsvorhaben auf Teilen seines Gebietes ausgesprochen. Der Kreistag
verabschiedete einstimmig eine entsprechende Resolution an das Land und das
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (Clausthal-Zellerfeld). Zwei
Anträge auf Bodenuntersuchungen liegen den Behörden vor. Sie sollen - so wird
befürchtet - zur Vorbereitung der Suche nach Bodenschätzen mit dem
"Fracking"-Verfahren dienen.



Beim "Hydraulic Fracturing
Verfahren" ("Fracking") wird unter hohem Druck eine Flüssigkeit
aus Wasser, Quarzsand und giftigen Chemikalien in tiefe geologische Schichten
gepresst, um dort Risse zu erzeugen. Dadurch wird Erdgas freigesetzt, das zuvor
in den Poren des Gesteins fest eingeschlossen war. Nach Einschätzung von
Kritikern besteht das Risiko, dass die Flüssigkeit und freigesetztes Erdgas das
Grundwasser verunreinigen.



Ablehnung der Erlaubnisanträge gefordert



Der Kreis fordert Landesamt und Land auf, die
"Erlaubnisanträge zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen" in den
Plangebieten "Ostrohe" und "Rosenkranz Nord" abzulehnen.
Sollte das aus formalen Gründen nicht möglich sein, sollen die Entscheidungen
so lange zurückgestellt werden, bis sicher ist, dass die Erlaubnis zur
Erkundung im Untergrund nicht mit einem grundsätzlichen Anspruch auf Ausbeutung
der möglichen Bodenschätze einher geht.



Außerdem sollen dem Kreis die kompletten
Antragsunterlagen zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus wird in der
Resolution gefordert, dass Kreis, Gemeinden und Bevölkerung umfassend über die
Vorhaben informiert und über eine Umweltverträglichkeitsprüfung in den
Entscheidungsprozess einbezogen werden.



Firmen aus Bayern und Berlin wollen im
Norden bohren



Zwei Firmen aus Berlin und Niederbayern haben
ihre Fühler nach Claims im Norden ausgestreckt. Die Unternehmen haben beim
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld Anträge zur
Suche nach Kohlenwasserstoffen eingereicht - die Bayern für ein Gebiet
"Rosenkranz Nord" mit weiten Teilen des Festlands nördlich von Husum
bis zur deutsch-dänischen Grenze, die Berliner für "Ostrohe", ein
Gebiet, das Teile Nordfrieslands, Dithmarschens und den südwestlichen Zipfel
des Kreises Schleswig-Flensburg mit den Gemeinden Bergenhusen, Meggerdorf,
Tielen, Erfde, Norder- und Süderstapel umfasst.



"Wir müssen dem Fracking frühzeitig
entgegentreten", hatte Landrat Wolfgang Buschmann betont, nachdem er den
Sachstand erläutert und auf die Gefahren der unausgereiften Fördertechnik
hingewiesen hatte. Man sei sich durchaus der Tatsache bewusst, dass der Landtag
bereits seine ablehnende Haltung deutlich gemacht hat. Man verstehe die eigen
Resolution als Beitrag zur Unterstützung des Landesstandpunktes. Der Kreis
hatte bereits Mitte November eine Stellungnahme an das Energiewendeministerium
geschickt und darin auf die Vorbereitung der Kreisresolution verwiesen.



"Chemiecocktail in den Boden
gepumpt"



Dass das umstrittene
"Fracking"-Verfahren Hintergrund für die Anträge auf Erkundung ist,
daran hatte im Kreistag niemand einen Zweifel. "Wenn eine Firma viel Geld
dafür ausgibt, den Untergrund zu erkunden, tut sie das nicht, um anschließend
keine Bodenschätze zu fördern", betonte Jens Maßlo (SPD). Er sprach von
bis zu 700 Stoffen, die als Chemiecocktail in den Boden gepumpt würden, von
denen niemand wisse, wie sie sich auf Umwelt, Mensch und Tier auswirken. Maßlo:
"Wehret den Anfängen!"



Selbst der sonst betont wirtschaftsnahe
CDU-Abgeordnete Thomas Klömmer warnte vor unkalkulierbaren Risiken der
"Fracking"-Technologie. Gutachter gingen jedenfalls von einer
Grundwassergefährdung aus, sagte er. Daher unterstütze er die Resolution.
Barbara Schwaner-Heitmann (Grüne) brandmarkte das
"Fracking"-Verfahren als "anachronistisch". Die Technologie
passe nicht in eine Zeit, in der zunehmend auf erneuerbare Energien gesetzt
werde, sagte sie. "Fracking" sei nicht nur unchristlich, sondern
schlichtweg "umwelt-, menschen- und tierverachtend".



Unterdessen hat der Bundesrat auf Antrag
Nordrhein-Westfalens beschlossen, dass zukünftig alle Vorhaben, Erdgas mit der
"Fracking"-Methode zu fördern, verpflichtend auf ihre
Umweltverträglichkeit getestet werden müssen. Zudem werden sich die
Bundestagsausschüsse in diesem Jahr mit dem Vorstoß auch aus Schleswig-Holstein
beschäftigen, wonach der Einsatz giftiger Chemikalien verboten werden soll,
solange nachteilige Folgen für Umwelt und Grundwasser nicht ausgeschlossen
werden können.






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