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Fracking: Firmen prüfen immer mehr Flächen. WZ vom 19.04.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 21.04.13, 23:49  Betreff: Fracking: Firmen prüfen immer mehr Flächen. WZ vom 19.04.2013  drucken  weiterempfehlen



Fracking: Firmen prüfen immer mehr Flächen

Landesamt für Bergbau erteilt siebte Aufsuchungserlaubnis seit Mitte März

Kiel

Die PRD Energy hat sich für die Suche nach Öl und Gas das sogenannte
Erlaubnisfeld Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) für fünf Jahre
gesichert. Das Unternehmen habe eine Aufsuchungserlaubnis erhalten,
teilte das Umweltministerium gestern in Kiel mit. Dieser Bescheid
bedeute lediglich das Abstecken von Gebieten. „Damit sind keine
Eingriffe in den Boden wie Bohrungen oder gar Fracking-Maßnahmen erlaubt“, so Sprecherin Kirsten Wegner. Schwarzenbek ist die siebte Aufsuchungsbewilligung in Schleswig-Holstein seit Mitte März.


Nach Ansicht von Umweltschützern könnte bei der umstrittenen Methode
zur Öl- oder Gasgewinnung das Grundwasser belastet werden. Die schleswig-holsteinische
Regierung will sich deshalb im Bundesrat für ein bundesweites Verbot
von Fracking einsetzen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
im niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld hat die Aufsuchungserlaubnis erteilt. Das Amt fungiert als Bergbehörde Schleswig-Holsteins.
Das Bergrecht sehe einen Rechtsanspruch auf solche Erlaubnisse vor,
betonte das Ministerium. Einen Handlungsspielraum habe die
Landesregierung nicht.


Man sei vor drei Wochen von Seiten des Ministeriums darüber
informiert worden, dass das Bergamt eine Genehmigung erteilen würde, so
Karsten Steffen, Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg. „Fakt ist:
Der Kreis lehnt das Fracking ab. Wir sind auf allen Ebenen dabei, die
Belastungen für Grund und Boden sowie für die Menschen abzuwehren.“ Der
zuständige Fachbereichsleiter für Umweltschutz sei im ständigen Kontakt
mit der Landesregierung und den anderen Kreisen, um das weitere Vorgehen
abzustimmen.


Mit Hilfe von gesammelten Daten der Universität und der Regierung
wolle man zunächst erkunden, ob das Gebiet grundsätzlich für die Öl- und
Gasförderung interessant sei, erklärt PRD-Präsident
Mark Hornett. Bei positiven Ergebnissen werde es im Anschluss weitere
seismische Untersuchungen des Bodens geben. „Wir haben momentan keine
Pläne, mit der Fracking-Methode zu arbeiten,
aber man kann nicht vorhersagen, was die Zukunft bringt“, so Hornett.
Darüber würde zum gegebenen Zeitpunkt allerdings offen und ehrlich mit
den Menschen und den politischen Verantwortlichen kommuniziert, das sei
erklärte Unternehmenspolitik. „Wir werden nicht gegen Ängste und
Befürchtungen der Menschen handeln, wir wollen gute Nachbarn sein“, so
Hornett. PRD Energy hat bereits eine bergrechtliche Erlaubnis für das
Feld Ostrohe (Kreise Dithmarschen, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg) sowie eine bergrechtliche Bewilligung für das Feld Prasdorf (Kreis Plön).


Das Unternehmen RWE-Dea hat die Bewilligungserlaubnis für die Felder Preetz und Plön-Ost (Kreis Plön), sowie für das Feld Schwedeneck-See (Kreis Rendsburg-Eckernförde).
„Es handelt sich bei allen drei Feldern um Altfelder, auf denen wir
Ende der 90er Jahre aufgrund des niedrigen Ölpreises die Förderung
aufgegeben haben“, so Sprecher Derek Mösche. Nun solle aufgrund neuer
technischer Möglichkeiten und des hohen Ölpreises untersucht werden, ob
eine Förderung wirtschaftlich sei. Eine weitere Bewilligung für das Feld
Warnau (Kreis Plön) stehe noch aus. „Wir können Fracking als
Fördermethode aber kategorisch ausschließen“, sagt Mösche. „Aufgrund
unserer langjährigen Erfahrungen bei der Ölgewinnung in Schleswig-Holstein wissen wir, dass der ölführende Sandstein eine so gute Durchlässigkeit aufweist, dass kein Fracking erforderlich ist.“

Niko Wasmund






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