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Oettinger: Keine Furcht vor Fracking. WZ vom 21.05.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 21.05.13, 23:42  Betreff: Oettinger: Keine Furcht vor Fracking. WZ vom 21.05.2013  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Oettinger: Keine Furcht vor Fracking

EU-Energiekommissar will umstrittenes Erdgas-Förderverfahren europaweit regeln – und spricht sich für Probebohrungen aus

Berlin/Kiel /sh:z

Für die umstrittene Schiefergasförderung (Fracking) hat EU-Energiekommissar
Günther Oettinger europaweite Regeln noch in diesem Jahr in Aussicht
gestellt. „Der Schutz von Gebieten, wo Trink- und Grundwasser vorkommt,
wie im Falle des Bodensees, ist absolut richtig. Auch auf EU-Ebene wird man sich das Thema Fracking und Umweltschutz in diesem Jahr genauer anschauen“, sagte er der Zeitung „Die Welt“.


Oettinger warnte dabei vor zu viel Furcht vor den Fracking-Risiken.
Deutschland dürfe sich die Möglichkeiten nicht entgehen lassen, die
Gasvorkommen unter dem eigenen Boden bedeuteten. Der CDU-Politiker
verwies auf die „Schiefergasrevolution in den USA“ und erklärte: „Nach
jetzigen Prognosen werden die Amerikaner 2017 der größte Gasproduzent
der Welt sein und 2020 vielleicht mehr Öl produzieren als Saudi-Arabien.“


Nun sollte die nötige Rechtsgrundlage für Demonstrationsprojekte und
für die praktische Erprobung in Europa geschaffen werden. „Wenn wir
Probebohrungen zulassen, werden wir in einigen Jahren weit klüger sein
und auch über die Kosten besser Bescheid wissen. Das muss man einem
Ingenieurland wie Deutschland dringend raten.“


Oettinger wies darauf hin, dass die Energiepreise in Europa deutlich
höher seien als in den USA. „Ich glaube nicht, dass wir es schaffen, sie
in naher Zukunft auf das gleiche Niveau zu bringen. Aber vielleicht
werden wir eines Tages Gaspreise haben, die nur noch doppelt so hoch
sind und nicht mehr beim Vierfachen liegen wie jetzt.“


Unterstützung erhält der EU-Kommissar aus
einigen Bundesländern. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier
sprach sich für einen großzügigen Umgang mit der Technik aus. „Es wäre
falsch, Fracking in Deutschland komplett zu verbieten“, sagte der CDU-Politiker.
Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, er sei
dafür, „dass wir diese Technologie nach allen Seiten hin ernsthaft
ausleuchten“.


Fracking ist wegen der Gefahren für die Umwelt hierzulande stark umstritten. In der schwarz-gelben
Koalition hatte es zuletzt Streit über eine gesetzliche Regelung für
die Gasförderung gegeben. Mitte Mai wurde ein Gesetzentwurf wegen des
Widerstands in der Union wieder von der Kabinetts-Tagesordnung genommen. Damit wird eine Entscheidung vor der Bundestagswahl immer unwahrscheinlicher.


Besonders groß ist der Widerstand im Norden. Anfang Mai hat Schleswig-Holstein eine Gesetzesinitiative für ein bundesweites Fracking-Verbot
in den Bundesrat eingebracht. „Fracking macht Angst. Es wird von der
Bevölkerung abgelehnt“, sagte der Kieler Umweltminister Robert Habeck
(Grüne). „Es ist die falsche Technik zur Sicherung unserer
Energieversorgung.“


Laut Umweltbundesamt könnte Deutschland mit dem Fracking seinen
Gasbedarf für etwa 13 Jahre decken. Energiekonzerne wollen deshalb im
großen Stil Gas auch hierzulande fördern. In Europa stößt die Technik
jedoch nicht nur in Deutschland auf Widerstand. So ist Fracking zum
Beispiel in Frankreich, wo es ebenfalls große Vorkommen an Schiefergas
geben soll, verboten.


In den USA wird die Technologie hingegen bereits stark eingesetzt und führte dort zu einem neuen Gasboom. Die US-Regierung
will bei Gas und Öl unabhängiger werden – das Fracking ist ein
wichtiger Baustein. Nach Einschätzung vieler Experten sind die USA wegen
der neuen Möglichkeiten auf dem Weg zum größten Gas- und Ölförderer der
Welt.



[editiert: 22.05.13, 00:03 von Claudia]
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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 22.05.13, 00:04  Betreff: Re: Oettinger: Keine Furcht vor Fracking. WZ vom 21.05.2013  drucken  weiterempfehlen

Kommentar von Seite 2:




Es lohnt sich nicht

Nicht vor zu viel Furcht vor Fracking muss gewarnt werden, sondern vor zu großen Hoffnungen in Fracking

Frank Jung

EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnt vor zu viel Furcht vor Fracking-Risiken.
Mit ähnlicher Leichtgläubigkeit hat die Politik einst der Atomenergie
den Weg geebnet. Man muss nicht einmal Tschernobyl und Fukushima bemühen
– allein die ungelöste Endlagerfrage für die Castoren zeigt, dass
langfristig nicht alles der Weisheit letzter Schluss sein muss, was
kurzfristig verheißungsvoll erscheint.


Das kann zwar nicht heißen, jede neue Technologie von vornherein
auszuschließen. Und zur Ehrlichkeit gehört auch, dass sich die
Auswirkungen von Fracking in Europa derzeit nur schwer fassen lassen. Zu
lückenhaft ist die Forschung, zu rudimentär das Wissen über den Aufbau
der Gesteinsschichten. Trotzdem erscheint es nicht erfolgversprechend,
die Pläne weiter zu verfolgen. Bereits die bekannten Risiken reichen, um
besser die Finger davon zu lassen. Nicht mal ein Oettinger leugnet ja
eine mögliche Gefährdung von Trink- und Grundwasser, wenn er – wie im
Einzugsgebiet seines CDU-Landesverbands am Bodensee – besondere Schutzzonen einführen will. Wie aber schließt man dann aus, dass Fracking-Chemikalien
ins Gestein benachbarter Zonen eindringen? Der Rückfluss des
Lagerwassers inklusive radioaktiver Substanzen ist ein anderes Beispiel
aus der Palette potenzieller Gefahren.


Doch Worst-Case-Szenarien
hin oder her – vor allem ist nicht ersichtlich, welcher Gewinn denn die
Risiken rechtfertigen könnte. Zu warnen ist vor allem vor zu viel
Hoffnung in Fracking. Allenfalls 13 Jahre würden die deutschen
Schiefergasvorkommen nach Einschätzung des Bundesumweltamts reichen. Für
einen so kurzen Übergangszeitraum einen neuen politischen
Großkampfplatz einzurichten und teure Investitionen zu tätigen – das
dürfte sich nicht lohnen. Es könnte gar die Energiewende verschleppen.
Nichts anderes passiert durch Fracking beim Großanwender USA. Weil aber
die Energiewende wegen der endlichen fossilen Ressourcen ohnehin kommen
muss, empfiehlt es sich, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, sowohl
energiepolitisch als auch ökonomisch. Das ist eine Technologie-Freundlichkeit, die sich nie rächen wird.







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