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Claudia

Beiträge: 4532

New PostErstellt: 22.05.13, 00:04     Betreff: Re: Oettinger: Keine Furcht vor Fracking. WZ vom 21.05.2013

Cesar Millans Welpenschule: Die rich...
Kommentar von Seite 2:




Es lohnt sich nicht

Nicht vor zu viel Furcht vor Fracking muss gewarnt werden, sondern vor zu großen Hoffnungen in Fracking

Frank Jung

EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnt vor zu viel Furcht vor Fracking-Risiken.
Mit ähnlicher Leichtgläubigkeit hat die Politik einst der Atomenergie
den Weg geebnet. Man muss nicht einmal Tschernobyl und Fukushima bemühen
– allein die ungelöste Endlagerfrage für die Castoren zeigt, dass
langfristig nicht alles der Weisheit letzter Schluss sein muss, was
kurzfristig verheißungsvoll erscheint.


Das kann zwar nicht heißen, jede neue Technologie von vornherein
auszuschließen. Und zur Ehrlichkeit gehört auch, dass sich die
Auswirkungen von Fracking in Europa derzeit nur schwer fassen lassen. Zu
lückenhaft ist die Forschung, zu rudimentär das Wissen über den Aufbau
der Gesteinsschichten. Trotzdem erscheint es nicht erfolgversprechend,
die Pläne weiter zu verfolgen. Bereits die bekannten Risiken reichen, um
besser die Finger davon zu lassen. Nicht mal ein Oettinger leugnet ja
eine mögliche Gefährdung von Trink- und Grundwasser, wenn er – wie im
Einzugsgebiet seines CDU-Landesverbands am Bodensee – besondere Schutzzonen einführen will. Wie aber schließt man dann aus, dass Fracking-Chemikalien
ins Gestein benachbarter Zonen eindringen? Der Rückfluss des
Lagerwassers inklusive radioaktiver Substanzen ist ein anderes Beispiel
aus der Palette potenzieller Gefahren.


Doch Worst-Case-Szenarien
hin oder her – vor allem ist nicht ersichtlich, welcher Gewinn denn die
Risiken rechtfertigen könnte. Zu warnen ist vor allem vor zu viel
Hoffnung in Fracking. Allenfalls 13 Jahre würden die deutschen
Schiefergasvorkommen nach Einschätzung des Bundesumweltamts reichen. Für
einen so kurzen Übergangszeitraum einen neuen politischen
Großkampfplatz einzurichten und teure Investitionen zu tätigen – das
dürfte sich nicht lohnen. Es könnte gar die Energiewende verschleppen.
Nichts anderes passiert durch Fracking beim Großanwender USA. Weil aber
die Energiewende wegen der endlichen fossilen Ressourcen ohnehin kommen
muss, empfiehlt es sich, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, sowohl
energiepolitisch als auch ökonomisch. Das ist eine Technologie-Freundlichkeit, die sich nie rächen wird.







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