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Fracking: Amt erlaubt Untersuchung. WZ vom 26.09.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 28.09.13, 00:34  Betreff: Fracking: Amt erlaubt Untersuchung. WZ vom 26.09.2013  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen



Fracking – Amt erlaubt Untersuchung

Widerspruch scheitert / Thema heute im Amtsausschuss

Kellinghusen

Aufgrund von Fracking ist „brennendes Wasser“ in den USA bereits
Realität. Die Flamme eines Feuerzeugs reicht, um das Wasser aus dem Hahn
in Brand zu stecken. Verstörende Bilder aus Josh Fox Dokumentarfilm
„Gasland“ beunruhigten auch das Publikum des Vereins „Klappstuhlkultur“
und dessen Gäste, der stellvertretende Bürgermeister Reinhard Rübner
(SPD) sowie die Fachfrauen Kerstin Schirmer, Geologin aus Kiel, und
Gisela Wieneke, Vertreterin des BUND.


Das so genannte Fracking – eine unkonventionelle Gas-Fördermethode,
bei der Wasser, Sand und zum Teil giftige Chemikalien unter hohem Druck
in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst werden, um Gas oder Öl zu
fördern, boomt nicht nur in den USA. „Auch bei uns vor der Haustür sind
die Begehrlichkeiten von Energieunternehmen geweckt“, sagt Sebastian
Marcks, Moderator der Klappstuhlveranstaltung. Die Gemeinden Brokstedt,
Hingstheide, Quarnstedt, Wrist und Wulfsmoor liegen im „Erlaubnisfeld
Bramstedt“. In diesem Bereich hat das Berliner Unternehmen „prd energy“
eine Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoff beantragt und
offenbar auch erhalten. „Unabhängig von der Filmvorführung bekamen wir
am Kinotag ein entsprechendes Schreiben auf den Tisch“, so Marcks.


Offenbar gab das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Clausthal-Zellerfeld
als Genehmigungsbehörde grünes Licht für eine Erkundung. Die
Bürgermeister der fünf betroffenen Gemeinden hatten sich bereits Anfang
April mit Nachdruck gegen die „Erlaubnis zur Aufsuchung von
Kohlenwasserstoff“ gewehrt (wir berichten) und dabei das einzig mögliche
Argument eines öffentlichen Interesses ins Feld geführt: Die im Jahr
2016 in Quarnstedt ans Netz gehende Gasverdichterstation, welche die
Gasversorgung Skandinaviens gewährleisten soll, grenzt unmittelbar an
den betroffene Gelände-Korridor und die Gasleitungen laufen direkt hindurch.


Unterstützung im Kampf gegen ein mögliches Fracking erhalten die
Gemeinden jetzt aus dem Verein Klappstuhlkultur. Schon der Film stieß
auf reges Interesse. „Wir hatten einen vollen Saal“, sagt Marcks.
Endgültig überzeugte die anschließende Diskussion mit Schirmer und
Wieneke. „In den USA mutierten ehemals ländliche Regionen zu riesigen
Industriegebieten“, sagt die Bund-Vertreterin.
„150 000 Bohrlöcher, ständiger Lärm, hohe Luftverschmutzung und tausende
Lkw auf den Zufahrtstraßen – so sähe die großflächige Förderung von
Erdgas mittels Fracking aus.“


Ähnlich würde es wohl auch in Deutschland zugehen. Nach aktuellen
Berechnungen reichen die Schiefergasvorkommen hierzulande aber nur zehn
Jahre – was auch die Befürworter mit ihrem Hinweis auf sinkende
Energiepreise wissen sollten. „Für sichere, saubere und günstige Energie
brauchen wir kein Fracking, sondern Energie aus Wind und Sonne,“ so
Marcks. Er ruft Bürger und Mitglieder der Initiative gegen das Fracking
auf, im Rahmen der heutigen Sitzung des Amtsausschusses um 19 Uhr in der
Gaststätte „Kulinarium“ (ehemals Waidmannsruh) in Rosdorf Unmut und
Sorge über das Vorhaben der Energiekonzerne zu äußern.
Gisela Tietje-Räther






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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 29.09.13, 23:14  Betreff: Re: Fracking: Amt erlaubt Untersuchung. WZ vom 26.09.2013  drucken  weiterempfehlen

WZ vom 28.09.2013:

Fracking – Land gibt Entwarnung

Amt Kellinghusen /dao

Aufatmen in den Gemeinden – nachdem das Amt Kellinghusen erst kürzlich
die Genehmigung des Landesamtes für Bergbau für die Erkundung zum
Fracking im „Erlaubnisfeld Bramstedt“ erhalten hatte (wir berichteten),
gab Landtagsabgeordneter Heiner Rickers (CDU) auf der Sitzung des
Amtsausschusses Entwarnung. Nach seinen Angaben habe der Landtag jetzt
ein Gesetz verabschiedet, das jegliche Bohrungen – auch zu Probezwecken –
in Schleswig-Holstein untersagt. So ganz
trauten die Mitglieder des Ausschusses dem Frieden jedoch nicht – sie
einigten sich darauf, trotzdem eine Resolution gegen die Erkundung auf
den Weg zu bringen.



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