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Gemeinsam gegen Fracking. WZ vom 02.05.2014

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 05.05.14, 23:06  Betreff: Gemeinsam gegen Fracking. WZ vom 02.05.2014  drucken  weiterempfehlen



Gemeinsam gegen Fracking

Grüne legen für alle Fraktionen eine Resolution im Kreistag vor

Rendsburg

Bohrtürme im Kreis Rendsburg-Eckernförde, von
denen aus Öl und Gas unter Einsatz giftiger Chemikalien gefördert
werden – das wollen die Parteien im Kreistag verhindern. Unter
Federführung der Grünen bereiten sie eine Resolution vor, mit der die
Landesregierung aufgefordert werden soll, sich gegen die Fördermethode
Fracking einzusetzen. Sie soll im Kreistag am Montag gemeinsam
verabschiedet werden.


„Es geht uns um den Trinkwasserschutz, das ist ureigenste
Kreisaufgabe“, sagt Armin Rösener, Fraktionsvorsitzender der Grünen im
Rendsburger Kreistag. Zurzeit müsse zwar nicht damit gerechnet werden,
dass Fracking in Rendsburg-Eckernförde
angewendet werde. Doch es gibt bereits ausgewiesene Gebiete: In einem
Korridor vom Dänischen Wohld aus nach Süden bis nach Bordesholm besteht
ein Aufsuchungsgebiet. Darin können Firmen ohne Eingriff in den Boden
klären, ob dort Rohstoffe unter der Erde liegen. Ein solches Gebiet
tangiert auch die westliche Kreisgrenze vor Erfde. Zudem gibt es ein
Bewilligungsgebiet in Schwedeneck, das sich zum größten Teil im
Seegebiet vor der Eckernförder Bucht befindet. In diesem Areal wurde in
der Vergangenheit bereits Öl gefördert. In Aufsuchungs- und
Bewilligungsgebieten prüfen Firmen lediglich, ob eine Förderung
wirtschaftlich vertretbar ist. In den genehmigten Gebieten geht es nach
Angaben von Frank Grewsmühl aus dem Umweltministerium um Ölförderung.
Das Unternehmen PRD Energy wolle dort auf konventionelle Weise bohren.
Dem Ministerium zufolge liegen derzeit keine Anträge für Fracking vor.
Die Bergbaumethode ist stark umstritten, weil dabei durch Tiefbohrungen
chemische Flüssigkeiten in den Boden gepresst werden, die öl- oder
gashaltige Gesteinsschichten aufbrechen. Die größte Sorge der Kritiker
ist, dass der Boden und das Grundwasser vergiftet werden. Die Resolution
aus dem Kreistag unterstützt die Initiative der Landesregierung im
Bundesrat. Gemeinden, Wasserbehörden und Wasserversorgungsunternehmen
sollen der Resolution zufolge von Anfang an beteiligt werden. Dazu müsse
das Bergrecht geändert werden. Bis dahin solle das Landesamt für
Bergbau, Energie und Geologie angewiesen werden, alle Fracking-Anträge
abzulehnen. Bürger sollen informiert werden, mit welchen Stoffen die
Firmen in ihrer Umgebung arbeiteten. Zudem müsse „das Bergrecht
insgesamt aus dem Wirtschaftsrecht in das Umweltrecht“ überführt werden.
Zudem solle immer eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen
werden, sobald es um die Nutzung unterirdische Bodenschätze gehe.
Insgesamt verfolge die Resolution das Ziel, „das Fracking in Deutschland
zu verbieten“.


Zurzeit könne nach dem Bergrecht nicht verhindert werden, dass Firmen
Gebiete aufsuchen, so Armin Rösener. „Wehret den Anfängen. Wir wollen
die Vorhaben im Voraus abwürgen“, sagt er. Seine Fraktion hat die
Resolution gestern an die anderen Parteien gesendet. Die signalisierten
ihm zufolge bereits im Vorfeld ihr Einverständnis. „Wir gehen von großer
Zustimmung aus“, sagt Armin Rösener.
Tilmann Post

> Der Kreistag kommt am 5. Mai, 17 Uhr, im Rendsburger Kreishaus zusammen.






[editiert: 05.05.14, 23:14 von Claudia]
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