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Ölkonzerne: Wir wollen nicht fracken. WZ vom 20.09.2014

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 22.09.14, 00:10  Betreff: Ölkonzerne: Wir wollen nicht fracken. WZ vom 20.09.2014  drucken  weiterempfehlen

Seite 1:

Öl und Gas: Firmen stecken Probefelder ab

Jeder fünfte Quadratkilometer in Schleswig-Holstein ist bereits verplant

Kiel /ky

Es herrscht Goldgräberstimmung in Schleswig-Holstein.
Öl- und Gaskonzerne haben für über ein Fünftel der Fläche des Landes
Anträge auf Förderung von Kohlenwasserstoffen gestellt, die meisten sind
bewilligt (siehe Grafik). „Wir haben in alten Lagerstätten Öl in guter
Qualität. Aufgrund des hohen Ölpreises könnte es sich lohnen, dem
nachzugehen“, sagt der Sprecher von RWE Dea, Derek Mösche. Bereits in
den 60er Jahren hat der Konzern in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde
Öl gefördert, in den 90er Jahren wurden die Stätten aber als unrentabel
geschlossen. Jetzt verfügt der Konzern wieder über bewilligte Anträge,
um nach Öl und Gas zu suchen. Außer an der Plattform Mittelplate
(Dithmarschen) darf aber nirgendwo Erdöl gefördert werden. Dafür
brauchen die Unternehmen ein vom Umweltministerium genehmigtes
Betriebsplanverfahren.


Bürgerinitiativen fürchten um den Schutz der Umwelt, demonstrierten gestern in Waabs (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
gegen die Pläne. „Wir machen uns Sorgen – um unsere Luft, Seen, Flüsse
und ums Trinkwasser“, sagt Reinhard Knof von der Bürgerinitiative gegen
CO2-Endlager. Der Untergrund im Norden sei
vergleichsweise undicht. „Deswegen ist es unverantwortlich, dort Druck
reinzubringen.“ Es drohten Verschmutzungen – durch Lagerstättenwasser
oder Öl aus undichten Rohren. So bald es Betriebspläne gebe, würden
Gemeinden Widersprüche einreichen und notfalls klagen. Das
Umweltministerium spricht sich nicht generell gegen herkömmliche
Ölförderung aus, wie Sprecherin Nicola Kabel sagt. Allerdings würden vor
Erteilung einer Betriebserlaubnis die Auswirkungen auf die Umwelt
geprüft. „Und ein Antrag ist keine Vorentscheidung für eine Bohrung.“




Seite 5:




Ölkonzerne: Wir wollen nicht fracken

Umweltministerium prüft, ob sich Firmen weitere Gebiete in Schleswig-Holstein sichern können / Bürgerinitiativen demonstrieren

Kiel

Der Konflikt um mögliche Förderung von Erdöl in Schleswig-Holstein
geht in eine neue Runde. Zwölf Anträge hat das Umweltministerium in
Kiel genehmigt, vier weitere liegen vor. Damit wollen sich die
Unternehmen Teile des Landes sichern, um dort nach Erdöl und Gas suchen
zu können. Zwar dürfen sie dort nicht bohren, aber sie können ihre
Planungen konkretisieren – so wie RWE Dea in den Gebieten im Kreis Plön
und im Kreis Rendsburg-Eckernförde. „Es sollen im Zuge von Lagerstättensimulationen mögliche Bohrlokationen identifiziert werden“, sagt RWE-Sprecher Derek Mösche.


Der CDU-Vorsitzende in Schleswig-Holstein,
Reimer Böge, hatte sich unlängst dafür ausgesprochen, wieder Öl an Land
im Norden zu fördern. Die Technik sei sicher, sagte er. Mehrere
Bürgerinitiativen fürchten jedoch, dass die Ölförderung negative
Auswirkungen auf die Umwelt haben wird und drohen mit Klagen. Gestern
demonstrierte die Initiative „Wasser ist Leben!“ gegen mögliche Ölsuche
auf der Halbinsel Schwansen im Kreis Rendsburg-Eckernförde.
„Vor allem fürchten wir, dass die Unternehmen auch Fracking als
Fördermethode einsetzen wollen“, sagt Reinhard Knof von der
Bürgerinitiative gegen CO 2- Endlager. In einigen älteren Anträgen sei das als Möglichkeit aufgetaucht. „Wir sind misstrauisch“, sagt Reinhard Knof.


„Entscheidend ist am Ende, was im Antrag auf eine Betriebserlaubnis
drinsteht, und die werden wir genau prüfen“, sagt die Sprecherin des
Umweltministeriums, Nicola Kabel. „Wir wollen kein Fracking in Schleswig-Holstein.“
Das Wasserrecht biete vielfältige Möglichkeiten eine Betriebserlaubnis
zu verweigern. Mit der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans habe
das Land, in den nächsten Jahren die Möglichkeit Anträge auf Fracking
abzulehnen. „Dazu drängen wir über den Bundesrat auf ein einheitliches
Frackingverbot“, so Kabel.


Laut Derek Mösche will RWE Dea aber nicht fracken: „Wir können
ausschließen, dass zur Erschließung der potenziellen Ölquellen Fracking
eingesetzt wird. Aufgrund der langen Erfahrungen bei der Ölgewinnung in
Schleswig-Holstein ist bekannt, dass der ölführende Sandstein so eine gute Durchlässigkeit aufweist, dass kein Fracking erforderlich ist.“


Beim Fracking wird Gas gefördert, in dem mit Chemikalien versehenes
Wasser in den Boden gepresst wird. „Wir machen nicht das, wovor alle
Angst haben“, so Mösche. „Der Hype der Bürgerinitiativen dreht sich um
eine Phantomdiskussion.“


Kay Müller








Standpunkt von Kay Müller:

Alternativen aufzeigen

Firmen sichern sich Ölaufsuch-Gebiete und stoßen auf Widerstand

Der
Widerstand wächst. Gegen vieles, was mit Technik und Eingriffen in die
Umwelt zu tun hat, wehren sich immer mehr Menschen. Egal, ob es um
Atomkraft, Braunkohletagebau oder wie jetzt in Schleswig-Holstein
um konventionelle Ölförderung geht. Die Menschen haben Angst vor den
Folgen, die sie nicht genau abschätzen können – und die vielleicht nicht
mehr wiedergutzumachen sind. Politik und Industrie tun gut daran, diese
Sorgen ernst zu nehmen.


Und die Lösung liegt auf der Hand. Denn jeder weiß, dass die Zukunft
in den Erneuerbaren Energien liegt und nicht in der Förderung von
knappen Bodenschatz-Vorkommen in Schleswig-Holstein.
Aber nur wenn der Industrie glaubhaft versichert werden kann, dass
Ausbau und Abtransport der erneuerbaren Energien aus dem Norden schnell
und zuverlässig vorangehen, dann werden sich die Investitionen auch nur
noch darauf konzentrieren. Dann wird es keine Bohrlöcher und auch keine
zornigen Menschen mehr geben. Und für die Akzeptanz der Energiewende und
die erneuerbaren Energien wäre das nur gut. Denn dort wird langfristig
mehr Geld zu verdienen sein, als wenn man sich mit klagewilligen Bürgern
über die Ausbeutung von schon einmal als unrentabel abgeschriebenen
Ölfeldern streitet und die harten Auflagen der Behörden erfüllen muss.
Zwar gilt das auch beim Bau von neuen Windparks und Stromtrassen, aber
der Wind weht schließlich (fast) immer. Das Öl im Boden aber ist
irgendwann aufgebraucht.







[editiert: 22.09.14, 00:19 von Claudia]
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