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Weg frei für Kieler Gaskraftwerk. WZ vom 16.05.2015

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Claudia

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BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 18.05.15, 23:54  Betreff: Weg frei für Kieler Gaskraftwerk. WZ vom 16.05.2015  drucken  weiterempfehlen

Weg frei für Kieler Gaskraftwerk
Landeshauptstadt und Versorger einigen sich auf 280 Millionen Euro teures Energievorhaben / Bundesregierung erhöht Förderung
Kiel

Viele Beobachter hatten schon nicht mehr daran geglaubt. Doch seit gestern steht sie, die neue Einigkeit zwischen der Stadt, mit 49 Prozent Minderheitseigentümer an den Kieler Stadtwerken, und dem Energiekonzern MVV, dem 51 Prozent gehören. „Wir setzen die Partnerschaft fort“, betonen die beiden Stadtwerke-Besitzer in der gestrigen Presseerklärung und lassen den wichtigsten Satz folgen: „Das Projekt Gasmotoren-Heizkraftwerk (GHKW) wird gemeinsam vorangetrieben.“ Mit 280 Millionen Euro wird das GHKW zum größten Energievorhaben im Lande. Bereits 2018 soll das Kraftwerk ans Netz gehen.

Monatelang hatte es ganz anders ausgesehen. Die MVV, mit ihrer Zentrale in Mannheim ansässig, dachten laut über einen Ausstieg bei den Kieler Stadtwerken nach. Und im Rathaus an der Förde wiederum mehrten sich die Stimmen, die MVV-Anteile zurückzukaufen oder der Stadt Kiel zumindest wieder eine Mehrheit an den Stadtwerken zu sichern.

Für die strategische Wende in der MVV-Geschäftspolitik sorgte offenbar Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Er sicherte der Landesregierung jüngst eine erhöhte Förderung für das geplante Kraftwerk zu, das auf Kraft-Wärme-Kopplung beruht. Gestern, bei der gemeinsamen Runde im Rathaus, gingen die Experten davon aus, dass der Zuschuss von gegenwärtig 2,1 Cent pro Kilowattstunde um die Hälfte auf 3,1 Cent in den ersten Betriebsjahren steigen könnte. In der Summe macht das einen Betrag von 120 Millionen Euro aus.

Das offizielle Gesetzespaket steht noch aus, doch während der politischen Wartezeit laufen die technischen Vorbereitungen. Die Bauarbeiten des Wärmespeichers und des sogenannten Elektrodenkessels haben bereits begonnen. Im Frühjahr 2016 wird mit dem ersten Spatenstich fürs Kraftwerk gerechnet. „Das ist kein Selbstläufer, wir haben noch einiges zu tun“, erklärte gestern der MVV-Vorstandsvorsitzende Georg Müller. Doch er zeigte sich zugleich erleichtert, dass mit den erhofften Berliner Entscheidungen „die Energiewende beschleunigt wird“. Und das innovative GHKW in Kiel wäre für ihn dann das Paradebeispiel.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freute sich über das „gemeinsame Bekenntnis zum Kraftwerk. Die Phase der Unsicherheit sei vorüber, das Projekt werde ohne Zäsur vorangetrieben. Kämpfer sprach von einem „guten Tag für Kiel und die Stadtwerke“. Das jetzige Kohlekraftwerk auf dem Ostufer könne abgeschaltet werden, sobald das benachbarte GHKW seinen Betrieb aufgenommen habe. Die moderne Anlage mit einer elektrischen und thermischen Leistung von jeweils 190 Megawatt (MW) sichere die Fernwärmeversorgung. Mehr noch: Das hochmoderne Kraftwerk mit seinen flexiblen Gasmotoren könne auf einen Schlag sämtliche klimapolitischen Ziele der Stadt einlösen. Wörtlich fügte Kämpfer hinzu: „Die gesamte Bundesrepublik schaut auf dieses einzigartige Projekt.“

Udo Carstens

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