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Brennender Frachter hatte radioaktives Material geladen. WZ vom 17.05.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 20.05.13, 00:18  Betreff: Brennender Frachter hatte radioaktives Material geladen. WZ vom 17.05.2013  drucken  weiterempfehlen

Brennender Frachter hatte radioaktives Material geladen

Hamburg /dpa

Der Anfang Mai im Hamburger Hafen in Brand geratene Auto- und
Containerfrachter „Atlantic Cartier“ hatte auch radioaktives Material an
Bord. Das gehe aus der Ladeliste des Schiffes hervor, sagte ein
Sprecher der Innenbehörde gestern. Zur Ladung gehörten auch rund neun
Tonnen des gefährlichen Uranhexafluorids, heißt es in einer Antwort des
Senats auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Insgesamt hatte der Frachter
mehr als 20 Tonnen radioaktive Stoffe geladen. Ebenfalls an Bord waren
rund vier Tonnen Munition.


Die Grünen kritisierten die Informationspolitik des Senats scharf.
„Hamburg ist am 1. Mai nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.
Erst jetzt erfahren wir, dass an Bord des brennenden Frachters ‚Atlantic
Cartier‘ hochgefährliches Uranhexafluorid war“, erklärte der
hafenpolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion, Anjes Tjarks. „Es
ist eine Ungeheuerlichkeit, dass der Senat die Öffentlichkeit nicht von
sich aus über diese Beinahekatastrophe informiert hat.“ Tjarks wies
zugleich daraufhin, dass unmittelbar vor Brandausbruch noch in
Sichtweite der Eröffnungsgottesdienst des Kirchentags mit rund 35 000
Teilnehmern am Strandkai in der Hafencity stattfand. An der
Veranstaltung hatte auch Bundespräsident Joachim Gauck teilgenommen. Es
sei bekannt gewesen, dass das Schiff auch Gefahrgut geladen habe, sagte
der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter. Darum habe die
Feuerwehr sofort reagiert und die Container von Bord geholt. „Durch das
schnelle Eingreifen der Feuerwehr bestand keine Gefahr für den Hafen und
die Menschen in der Umgebung“, betonte der Sprecher. Es seien keine
Gefahrstoffe ausgetreten.


Auf einem Deck des Frachters, auf dem rund 70 Neuwagen standen, hatten
die Flammen nach Angaben der Feuerwehr etwa 30 Autos zerstört. Rund 200
Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand zu löschen. Es sei ein
besonders gefährlicher Einsatz gewesen, bestätigte ein Feuerwehrsprecher
– allerdings nicht wegen der radioaktiven Stoffe, sondern wegen der
Hitze an Bord. Die Einsatzkräfte hätten rechtzeitig erfahren, dass
Container mit radioaktivem Material oben an Deck standen.



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