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Neuer Beirat soll die Energiewende retten. WZ vom 08.03.2014

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 09.03.14, 23:53  Betreff: Neuer Beirat soll die Energiewende retten. WZ vom 08.03.2014  drucken  weiterempfehlen



Neuer Beirat soll die Energiewende retten

Bei seiner ersten Tagung fordert das Gremium einen zügigen Ausbau der Netze

Flintbek

Was so etwas wie sein Motto sein könnte, sagt Energiewendeminister
Robert Habeck erst ganz zum Schluss: „Ich bin ja immer mehr so der
Umarmer.“ Das bezieht der Grüne auch durchaus auf die Mitglieder des
unabhängigen Beirates für Energiewende und Klimaschutz, der gestern zum
ersten Mal im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume in
Flintbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) getagt
hat. Ein großer Titel für einen einmal im Jahr stattfindenden
Gesprächskreis von Wissenschaftlern, Politikern, Naturschützern und
Verwaltungsleuten. Zum Auftakt geht es um den Netzausbau. „Schleswig-Holstein
ist das Energiewendeland. Um hier stark zu sein und die Energiewende im
Einklang mit Natur und Land zu gestalten, ist es wichtig, dass sich die
Akteure eng vernetzen“, sagt Habeck. Probleme sollen hier besprochen,
Konflikte frühzeitig erkannt und beigelegt werden.


Netzbetreiber sollen Schäden im Watt ausgleichen

Einig sind sich fast alle Teilnehmer, die sich hier gegenseitig
zeigen, dass sie wichtig sind, dass der Netzausbau schneller voran
kommen muss. „Allerdings nicht um jeden Preis“, sagt Hans-Ulrich
Rösner vom WWF, der Netzbetreiber Tennet auffordert, Eingriffe in die
Natur an Ort und Stelle auszugleichen. Denn das Nordlink-Kabel,
das auch Tennet nach Norwegen legen will, laufe zu zehn Prozent durch
den Nationalpark Wattenmeer. „Für die Netzbetreiber ist das eine
Goldquelle, da können sie sich auch mehr bemühen, den Schaden für die
Natur im Watt auszugleichen“, fordert Rösner. So könne man diskutieren,
Geld in einer Stiftung für den Nationalpark anzulegen, um etwa Fischer
aus der Nutzung herauszukaufen – eine Forderung, von der die wenig
begeistert sein werden.


Doch gestern dominiert unter den Teilnehmern zunächst die Harmonie,
allerdings gibt es weitere kritische Anmerkungen im öffentlichen Teil,
zu dem einige Gäste gekommen sind. Warum nicht erwähnt werde, dass der
Strompreis im Zuge der Energiewende immer weiter steige, will ein Bürger
wissen. „Richtig ist, dass die Energiewende Geld kostet“, sagt
Professor Olav Hohmeyer, Klimaforscher an der Uni Flensburg. „Allerdings
werden die erneuerbaren Energien 2035 kostengünstiger sein als die
konventionellen.“ Es gebe keine Alternative, wolle man
Treibhausemissionen mindern und das Klima schützen. Und auch die Folgen
des Klimaschutzes zu bekämpfen koste Geld, ergänzte Habeck. „Ich gebe
als Minister 70 Millionen Euro im Jahr für Deicherhöhungen aus.“


Und so werden die Einwände leiser. Nur die Bürgerinitiativen von der
Westküste, die gern die dortige Höchstspannungsleitung unter die Erde
gelegt hätten, sind enttäuscht, dass sie nur als Gäste beim
Energiewendebeirat dabei sein dürfen. Ein Vertreter drückt Habeck am
Ende einige Papiere in die Hand, die Argumente für das Erdkabel
beinhalten sollen. Ein Kabel, das selbst Naturschützer Rösner für
derzeit unrealisierbar hält. Selbst Umarmer Habeck kann nicht alle in
seine Debattenzirkel integrieren.
Kay Müller






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