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Neuer Fahrplan für den Netzausbau. WZ vom 25.01.2014

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 27.01.14, 00:01  Betreff: Neuer Fahrplan für den Netzausbau. WZ vom 25.01.2014  drucken  weiterempfehlen



Neuer Fahrplan für den Netzausbau



Bis 2018 sollen neue Stromleitungen
Schleswig-Holsteins Windenergie in Deutschland verteilen



Kiel



Für Robert
Habeck (Grüne) ist er der „hässliche Bruder“ der Energiewende: der
Stromnetzausbau. Doch der Energieminister will die Projekte im Eiltempo
vorantreiben. Bis 2018 solle das Netz stehen, um im Norden produzierten Strom
in die Regionen ableiten zu können, wo er gebraucht wird. Das sei zwar
„sportlich“, aber machbar.



Im Landtag
in Kiel legte der Grüne dazu gestern seinen Fahrplan vor. Im Grundsatz stellten
sich alle Fraktionen hinter die Ausbaupläne. Das Land liege mit seinen
Planungen für den Netzausbau an der Westküste so weit vorne, dass mit einer
„übermäßigen Zunahme von Zwangsabschaltungen“ nicht zu rechnen sei, sagte Habeck.



Der Ausbau
der Windkraft geht im Rekordtempo weiter. Nicht mehr lange, dann wird
Schleswig-Holstein drei- bis viermal soviel Strom aus Erneuerbaren Energien
produzieren wie es selbst verbraucht. Für die nächsten Jahre rechnet Habeck mit
einem Zubau von 9000 Megawatt. 250 Windräder befinden sich aktuell im Bau.



„Schon
Windräder bedeuten einen schweren Eingriff in die Landschaft“, sagte Habeck.
Stromnetze seien das allemal. Die seien aber nötig für den Abtransport des
Windstroms.



Netzausbau
im Norden – das sind fünf Großvorhaben, die Habecks Planer derzeit auf dem
Tisch haben und die mit der betroffenen Bevölkerung breit diskutiert werden
sollen.



Dabei geht
es um die 185 Kilometer lange Mittelachse zwischen Dollern (Niedersachsen) und
Kasso (Dänemark). Die Leitung soll ab 2019 den Austausch mit dem nördlichen
Nachbarn verbessern, für den Abfluss erneuerbarer Energien aus dem Kreis
Schleswig-Flensburg und Versorgungssicherheit im Land sorgen.



Dazu kommt
die 150 Kilometer lange Westküstenleitung, die erneuerbaren Strom aus
Nordfriesland und Dithmarschen einsammeln, ableiten und bis spätestens 2018
stehen soll. Die notwendigen Verfahren laufen.



Außerdem
wird das 500 Kilometer lange Seekabel nach Norwegen geplant, das ab 2018 einen
Teil der an der Westküste produzierten Stromüberschüsse auffangen und in
windarmen Zeiten wieder ins Netz einspeisen soll. Hinzu kommt das 770 Kilometer
lange Südlink, das 2017, spätestens 2022, Strom aus erneuerbaren Energien in
die großen Verbrauchsszentren im Süden ableiten soll. Es soll dort Strom aus
konventionellen und Kernkraftwerken ersetzen.



Und als
Letztes geht es um die 100 Kilometer lange 380-KV-Leitung von Göhl im Norden
von Ostholstein nach Lübeck. Die Bundesnetzagentur hat den Leitungsausbau
genehmigt.



Habeck steht
zu dem Projekt: Ein zunächst geplanter Ausbau als 110-KV-Leitung sei „erheblich
teurer und ein größerer Eingriff ins Landschaftsbild“. Das Projekt hatte zu
Konflikten auch innerhalb der Koalition geführt. In dieser Region sind bisher
über 500 Megawatt Ökostrom installiert. Weitere 1000 Megawatt, vor allem aus
Windkraft, sollen in den kommenden Jahren dazukommen.



Die
SPD-Fraktion hatte die Notwendigkeit der 380-KV-Trasse, deren künftiger Verlauf
noch unklar ist, zunächst in Frage gestellt. Regierungschef Torsten Albig und
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (beide SPD) verteidigten das Projekt und
stärkten Habeck den Rücken. Es gebe keine Alternative zu dem Vorhaben, wenn
Schleswig-Holstein Top-Energiestandort bleiben wolle.



In der
Landtagsdebatte gestern unterstrich der SPD-Abgeordnete Olaf Schulze, Grundlage
der Gespräche in der betroffenen Region werde das Votum der Bundesnetzagentur
für die 380-KV-Variante sein.



Aus Sicht der Opposition sind
zahlreiche Fragen beim Ausbau der Windkraft und der Stromnetze noch unbeantwortet.
„Kaum Ideen, keine Unterstützung von innovativen Projekten zur Nutzbarmachung
von Energie, die nicht abgeführt werden kann, keine Initiativen zur Entwicklung
von Stromspeichern, und selbst der Koalitionspartner von der SPD stellt den
Netzausbau auf einmal infrage“, befand Oliver Kumbartzky von der FDP. Auch der
Unionsabgeordnete Hartmut Hamerich kritisierte den „Schlingerkurs der
Koalition“ bei der Osttrasse. Hamerich: „Wir brauchen eine
Nachhaltigkeitsstrategie für Schleswig-Holstein, die mittelfristig nicht mehr
auf Subventionen angewiesen ist.“



Peter Höver






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