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Beitrag zur Energiewende. WZ vom 19.11.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 20.11.13, 00:31  Betreff: Beitrag zur Energiewende. WZ vom 19.11.2013  drucken  weiterempfehlen



Beitrag zur Energiewende

Erstes Teilstück der 110-Kilovolt-Leitung für Windstrom ans Netz angeschlossen / Zwölf Millionen wurden in nur sechs Monaten verbaut

Marne

Sie ist der erste realisierte Baustein des Netzausbaus an der Westküste in Schleswig-Holstein, die rund 5,5 Kilometer lange 110-kV-Kabelverbindung von Dieksanderkoog nach Marne. Gestern gab Energiewendeminister Robert Habeck die Stromtrasse frei.


„Das ist ein Meilenstein im Netzausbaukonzept in Schleswig-Holstein“,
betonte Andreas Fricke, Geschäftsführer der E.ON Netz. Denn die Leitung
dient ausschließlich dem Transport von Windstrom. Die 360 Megawatt
Leitungskapazität des derzeit modernsten Erdkabels bundesweit reichten
aus, um Flensburg, Kiel und Lübeck zusammen mit Strom zu versorgen, so
Fricke. Vor allem aber: Das neun Millionen Euro teure Kabel markiere den
Start für das so genante 9000-Megawatt-Konzept
an der Westküste. So viel Energie soll die gesamte Trasse entlang der
Westküste nach der Fertigstellung durchleiten. Der nächste Abschnitt
verläuft zwischen Marne und dem Umspannwerk Süderdonn bei St. Michel,
eine neun Kilometer lange Trasse.


Mit dem Erdkabel greift E.ON Netz tief in die Tasche, die armdicke
Leitung, deren Kern aus Aluminium besteht, kostet fünfmal so viel wie
eine Freileitung. Die Verwendung eines in einer Tiefe von etwa 1,20
Metern verlegten Erdkabels ist aber Bestandteil eines Konzepts, das in
der Küstenregion in einem 20 Kilometer breiten Streifen Erdkabel
vorsieht.


„Das ist die akzeptierte Form des Ausbaus“, erklärte Minister Habeck.
Bei der geplanten Höchstspannungsleitung mit 380 Kilovolt sei dies
jedoch nicht möglich. Dort werde es bei Freileitungen bleiben. Habeck
weiß: „Es ist nicht jeder damit zufrieden.“ Der Energiewendeminister ist
aber zuversichtlich, Überzeugungsarbeit leisten und noch viele Kritiker
ins Boot holen zu können.


Denn am Bedarf der neuen Leitungen im Zuge der Energiewende gebe es
keinen Zweifel. „Es ist ein gigantisches Infrastrukturprojekt.“ Dabei
dürfe nicht allein nach den Kosten gefragt werden. Die Stromtrasse für
die an Land erzeugte Windenergie sei auch ein Wirtschaftsversprechen.
Habeck verglich dies mit dem Aufbau Ost nach der Wende. Von Kosten rede
inzwischen niemand mehr, sondern von dem, was die Wiedervereinigung
gebracht habe. Sein Fazit: Wenn auch die 380-kV-Leitung fertig gestellt sei, werde Schleswig-Holstein seine Hausaufgaben zur Energiewende gemacht haben.


Stolz ist Andreas Fricke, dass die Leitung in kürzester Zeit unter
die Erde gebracht werden konnte. Gerade mal sechs Monate habe dies
gedauert. Zudem wurde das Umspannwerk Dieksanderkoog völlig neu gebaut
und das Umspannwerk Marne-West entsprechend
erweitert. Landesweit sei geplant, weitere 100 Kilometer neuer Leitungen
zu bauen und 60 Kilometer vorhandene Leitungen zu ertüchtigen. Rund 70
Millionen Euro werde das Investitionsvolumen betragen.


E.ON Netz verspricht sich von den ausgebauten Stromtrassen auch eine
Entschärfung der Situation an den Windparks. Allein in Dithmarschen
werden rund 1200 Megawatt Windenergie erzeugt. Nicht immer können diese
Strommengen auch ins Netz eingespeist werden. So war zur Entlastung des
vorhandenen Netzes in den vergangenen Jahren auch an einer – bei vielen
betroffenen Anliegern sehr umstrittenen – 110-kV-Leitung von Heide nach Pöschendorf im Kreis Steinburg geplant worden. Die ist nun durch das neue Konzept überflüssig geworden.


Ralf Pöschus






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