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Verflüssigtes Erdgas soll deutschen Energiemix ergänzen. WZ vom 20.01.2015

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 21.01.15, 19:28  Betreff: Verflüssigtes Erdgas soll deutschen Energiemix ergänzen. WZ vom 20.01.2015  drucken  weiterempfehlen

Verflüssigtes Erdgas soll deutschen Energiemix ergänzen
Hamburg/Brunsbüttel /dpa

Die Brunsbütteler Häfen an der Elbmündung wollen ein Transport- und Logistiksystem aufziehen, das die deutsche Industrie mit verflüssigtem Erdgas (LNG) versorgen kann. Dazu haben die Brunsbüttel Ports gestern in Hamburg eine Vereinbarung mit dem Schienenlogistiker VTG unterschrieben. Mit einem LNG-Terminal in Brunsbüttel und der Verteilung des flüssigen Gases über spezielle Kesselwagen der VTG könne eine effiziente Versorgung der Industrie im Binnenland gewährleistet werden, teilten die beiden Unternehmen mit. In welchem Umfang das Projekt am Ende realisierbar sei, werde sich im Laufe dieses Jahres herausstellen. „Wir bohren da dicke Bretter, wir leisten Kärrnerarbeit“, sagte Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports.
Versorgung könnte unabhängiger von Russland werden

LNG – die Abkürzung steht für Liquefied Natural Gas – ist weltweit im Kommen, weil es den Gashandel unabhängig von Pipelines ermöglicht. Erdgas wird bei minus 162 Grad verflüssigt und nimmt dann nur noch einen Bruchteil des Volumens gegenüber dem gasförmigen Zustand ein. Es kann per Schiff, Bahn oder Lkw transportiert werden. Unter den fossilen Energieträgern gilt LNG als am wenigsten umweltbelastend.

Doch bei der deutschen Industrie steht das Thema noch kaum auf der Tagesordnung. LNG wäre eine Möglichkeit, die deutsche Energieversorgung um einen weiteren Energieträger zu ergänzen und damit unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. „Viele Länder bauen aus strategischen Gründen ihre LNG-Infrastruktur aus“, sagte Schnabel. Er sei deshalb auch im Gespräch mit der Bundesregierung über den Aufbau einer strategischen LNG-Reserve. Das würde dem Projekt eine sehr viel größere Dimension verschaffen. LNG kann aus Nahost, Norwegen, den USA und weiteren Ländern importiert werden.
Brunsbüttel Ports, Eigentümer und Betreiber der Häfen an der Elbmündung, verfolgt eine mehrgleisige Strategie: Je nach der erwarteten Nachfrage könnte an der Elbmündung von einem kleinen Umschlagterminal für die Schifffahrt mit 6000 Kubikmetern bis hin zu einem großen Importterminal mit bis zu 500 000 Kubikmetern alles gebaut werden. Die möglichen Investitionen, die Brunsbüttel Ports gemeinsam mit Partnern stemmen will, könnten dementsprechend von einem einstelligen Millionenbetrag bis zu mehreren hundert Millionen Euro reichen.

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