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20 Millionen-Investition für Chemiewerk in Brunsbüttel. WZ vom 15.07.2015

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 15.07.15, 23:19  Betreff: 20 Millionen-Investition für Chemiewerk in Brunsbüttel. WZ vom 15.07.2015  drucken  weiterempfehlen




20 Millionen-Investition für Chemiewerk in Brunsbüttel

Schülke & Mayr: Bayer-Industriepark hat sich gegen drei ausländische Standorte durchgesetzt

Brunsbüttel

Es geht auch anders: Die Schleusenstadt mit dem landesweit größten
zusammenhängenden Industriegebiet verzeichnet nicht nur Abgänge wie
zuletzt die CFB. Mit Schülke & Mayr aus Norderstedt ist es gelungen,
in Brunsbüttel ein neues Chemieunternehmen anzusiedeln. Dafür will die
Norderstedter Firma, die an ihrem Sitz keine Kapazitäten mehr hat, für
20 Millionen Euro eine Produktionsstätte im Bayer-Industriepark
errichten. 2017 sollen die angepeilten 20 Mitarbeiter aus der Region
dort die Produktion von technischen Konservierungsstoffen aufnehmen, die
Kühlschmierstoffe schützen oder Schlammbildungen in biodieselhaltigen
Kraftstoffen verhindern. In einer Bürgerinformation am Montagabend
stellte Silke Wüstermann (Foto) von der Schülke-Geschäftsführung das Projekt vor.


„Wir sind ein wachsendes, ein gesundes Unternehmen“, betonte
Wüstermann. Damit die Produktion mit der Entwicklung Schritt halten
könne, müssten Kapazitäten außerhalb Norderstedts hinzukommen. Dabei
habe sich der Bayer-Industriepark dank guter
Infrastruktur gegen drei denkbare Produktionsstätten im Ausland
durchgesetzt. Die 1,24 Hektar große Fläche grenzt unmittelbar an Bayer
MaterialScience an. Kein Zufall, denn wie Bayer nutzt auch Schülke
Formalin für die Produktion der Konservierungsstoffe. Ein weiterer für
die Produktion verwendeter Stoff ist Amin. Beide Substanzen werden nach
Produktionsbeginn mit vier Tanklastern täglich angeliefert, zehn Tank-Lkw
werden das Werk täglich mit dem Endprodukt verlassen. Die Erschließung
des Werks erfolge von der B 5 aus über den Holstendamm. Verkehr über die
Fährstraße erfolge nicht, betonte Planerin Anja Gomilar vom Hamburger
Architekturbüro Elbberg mit Blick auf die Anwohner des Wohngebiets in
Brunsbüttel-Süd. Das sei zudem rund 1,5 Kilometer entfernt.


Zwar hatten sich nur wenige Brunsbütteler auf den Weg ins Rathaus
gemacht, um sich über das Vorhaben zu informieren. Doch gerade die
erschienenen Nachbarn des Industriegebiets erwiesen sich als sehr
sachkundig. Silke Wüsterberg konnte in dem frühen Stadium noch nicht
alle Fragen beantworten, kündigte denn auch an: „Wir werden die
Öffentlichkeit und die zukünftigen Nachbarn in den nächsten Wochen auf
dem Laufenden halten, wie der Genehmigungsprozess voran schreitet.“
Bauamtsleiterin Astrid Gasse ergänzte, dass die Ansiedlungspläne
demnächst auch Thema im Ortsbeirat Süd sein würden.


Für die Anwohner betonte ein sehr kritisch nachfragender Günther
Schweitzer, dass sie die größtmögliche Sicherheit erwarten – Schülkes
Produktionsstätte zählt zur Liste der so genannten Störfallbetriebe.
Zugleich sagte er: „Wir sind nicht gegen die Industrie!“ Dieser Aussage
schloss sich auch Norbert Pralow vom BUND Dithmarschen an: „Brunsbüttel
braucht Arbeitsplätze.“ Dennoch müsse Mensch und Umwelt Genüge getan
werden.


Die Planungsunterlagen für den B-Plan 76
sollen Ende des Jahres öffentlich ausgelegt werden. Die Stadt will diese
Informationen auch auf ihrer Homepage veröffentlichen.


Ralf Pöschus







Schülke: weltweit aktiv 
Die
1889 gegründete Schülke & Mayr GmbH ist seit 1996 ein Unternehmen
der Air Liquide Gruppe, dem Weltmarktführer bei Gasen für Industrie,
Medizin und Umweltschutz. Schülke hat zwei Produktrichtungen: Hygiene
International bedient den Gesundheitsmarkt, Endverbraucher und
Industrie; Special Additives International produziert für die
Konservierung von Kosmetika sowie den Technischen Bereich. Für letzteren
soll in Brunsbüttel das Werk errichtet werden, weil die Kapazitäten am
Firmensitz Norderstedt nicht mehr ausreichen. Schülke beschäftigt
weltweit 800 Mitarbeiter und setzte 2014 über 240 Millionen Euro um. In
Brunsbüttel werden 20 Millionen Euro investiert, es sollen 20 neue
Arbeitsplätze entstehen.






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