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Wie Forscher die Energiewende voranbringen wollen. WZ vom 11.08.2015

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 12.08.15, 23:58  Betreff: Wie Forscher die Energiewende voranbringen wollen. WZ vom 11.08.2015  drucken  weiterempfehlen



Von Nische zum Marktplatz: Wie Forscher die Energiewende voranbringen wollen

Flensburg/Hamburg

„Raus aus der Nische!“, lautet die Marschrichtung für die erneuerbaren Energien aus Sicht des Freiburger Energie-Experten Christof Timpe. Sein Öko-Institut legte jüngst einen Vorschlag zur Neugestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
(EEG) vor. Für den Flensburger Energiewirtschaftler Olav Hohmeyer ist
dagegen das Thema Netzausbau vordringlich. Mit Open Source Modellen will
er das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und die
Diskussion entfachen. Die Liste an Forschungsprojekten auf dem breiten
Feld Energiewende ist nahezu unendlich. Die Ergebnisse reichen von: „Die
Umstellung auf erneuerbare Energien geht viel zu hastig“, bis: „Es
könnte eigentlich alles viel schneller gehen.“ Nur in einem Punkt sind
sich alle einig: An der Energiewende führt kein Weg vorbei.


„Wenn wir uns über das Ziel der Energiewende einig sind, dann ist ein
Ausbau der Netze notwendig“, sagt Olav Hohmeyer von der Universität
Flensburg. „Allerdings ist der Netzausbau wenig akzeptiert in der
Bevölkerung.“ Mit einem Forschungsprojekt will er die Akzeptanz des
Netzausbaus in der Bevölkerung stärken. „Die Modelle der Netzbetreiber
für den Ausbau sind in der Regel komplett intransparent.“ Hohmeyer
arbeitet deshalb an Open Source Modellen, die der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden sollen. „Jede Bürgerinitiative und jeder
Experte kann sich die Modelle dann anschauen, einzelne Parameter
verändern und die Wirkungen beobachten.“ Zu den Parametern gehören die
Arten der Stromerzeugung, die Kosten für die Technologie und der Verlauf
der Stromtrassen. Hohmeyer rechnet damit, die Modelle in ein bis zwei
Jahren zur Verfügung stellen zu können.


Auf anderem Gebiet ist Christof Timpe unterwegs. Sein Ausgangspunkt:
„Die erneuerbaren Energien sind aus der Nische raus und dominieren immer
mehr das Stromsystem.“ Während früher der Ausbau der Kapazitäten im
Vordergrund gestanden habe, müsse es heute um eine bestmögliche
Integration in das Stromsystem gehen. Ein Vorschlag seines Instituts
sieht vor, dass Strom aus erneuerbaren Energien aus zwei Quellen
vergütet wird: Zum einen aus den Erlösen aus dem Stromverkauf. Zum
anderen soll die Kapazität der Anlagen vergütet werden. Dazu sollen fixe
jährliche Zahlungen eingeführt werden. Im Moment sorgt eine gleitende
Marktprämie für feste Vergütungssätze. Gemäß dem Modell des Öko-Instituts
würden dagegen Preisschwankungen an der Strombörse stärker an die
Erzeuger weitergegeben. Aus Timpes Sicht profitieren am Ende die
Verbraucher: „Die EEG-Umlage würde stabiler und besser planbar, weil das Risiko ein Stück weit in Richtung Anlagenbetreiber verschoben wird.“


Ziel: Umgestaltung des
gesamten Systems

In eine ähnliche Richtung geht der Weg, den der Hamburger Forscher
Martin Kaltschmitt aufzeigt. Als Energiewirtschaftler steht für ihn die
Frage der Gestaltung des zukünftigen Strommarkts im Vordergrund. „Das
jetzige Design des Strommarkts für Industriekunden ist ursächlich
konzipiert für Stromprodukte von klassischen Großkraftwerken. Infolge
des Ausbaus der regenerativen Energien haben wir heute aber viele kleine
Einzelerzeuger.“ Strom aus erneuerbaren Energien müsse deshalb auch zu
einem an der Börse handelbaren Produkt werden. Beispielsweise könnte für
den Endverbraucher zu windstarken Zeiten mit hoher Stromproduktion die
Kilowattstunde etwas billiger sein als zu Zeiten knappen Winds. „Am Ende
hätte der Endverbraucher die Wahl, seine Waschmaschine dann anstellen,
wenn der Strompreis besonders günstig ist.“


Kaltschmitt macht darauf aufmerksam, dass Energiewende nicht nur
Stromwende bedeute. „Das politische Ziel war und ist es, unser gesamtes
Energiesystem umzustellen; das heißt inklusive Wärme und Kraftstoffe.“
Gemessen an den Gegebenheiten im deutschen Energiesystem der 1990er-Jahre habe sich im Hinblick auf dieses Ziel schon viel verändert. Kaltschmitt vergleicht das Mammut-Projekt
Energiewende gerne mit einer Bergbesteigung, bei der es viele
unterschiedliche Wege zum Gipfel gibt. „Insgesamt bewegen wir uns aber
sukzessive in die richtige Richtung.“


Michael Althaus









Info EEG-Umlage 
Die EEG-Umlage
wurde eingeführt, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Das
Modell hat einen schnellen Zubau erneuerbarer Energien ermöglicht,
wodurch der Netzausbau immer stärker drängt. Bezahlt wird die EEG-Umlage von den Strom-Verbrauchern.








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