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Algen profitieren vom Klimawandel. WZ vom 20.07.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 21.07.13, 19:45  Betreff: Algen profitieren vom Klimawandel. WZ vom 20.07.2013  drucken  weiterempfehlen



Algen profitieren vom Klimawandel

Kiel /ky

Das Urteil ist eindeutig: „Die Meere werden saurer – und damit kommen
vor allem die Algen gut zurecht.“ Das haben vier Schüler der Anne-Frank-Schule
in Bargteheide (Kreis Stormarn) jetzt herausgefunden. Eine Woche waren
die 18-jährigen Abiturienten mit ihrem Betreuer Dr. Christian Pansch auf
dem kleinen Forschungsschiff Aldebaran in Nord- und Ostsee unterwegs –
auf der Jagd nach Algen. „Grünalgen, die jeder vom Strand kennt, haben
wir jede Menge gefunden“, sagt Schülerin Magdalena Schmidt. An Bord
packten die Schüler, die alle Biologie-Leistungskurs
belegt haben, die Algen in Wasser, von dem Wissenschaftler vermuten,
dass es so im Jahr 2300 aussehen könnte. Deswegen reicherten die Schüler
das Wasser mit Kohlendioxid an, der pH-Wert
sank, das simulierte Meer wurde saurer. „In den vergangenen 50 Jahren
ist der Kohlendioxidgehalt im Meer massiv angestiegen, und wir gehen
davon aus, dass 30 Prozent des CO2 in der
Atmosphäre vom Meer absorbiert wird“, sagt Christian Pansch. Mit
verheerenden Auswirkungen. Denn auf die Algen wirkt das CO2
wie eine Art Dünger, deswegen blühen sie stärker. Die Fressfeinde der
Algen profitieren aber nicht so eindeutig vom Klimawandel, wie die
Schüler ebenfalls im Experiment herausgefunden haben. Die Folge könnte
sein, dass bei einer weiteren Erwärmung der Meere die Algen etwa
Korallenriffe in den internationalen Meeren verdrängen. Dafür reiche
schon eine Erwärmung der Meere um 1,5 Grad aus. Dazu könnten immer mehr
absterbende große Algen den Sauerstoff am Boden der Meere knapp werden
lassen, ebenso wie die Zunahme der Mikroalgen. „Es ist damit zu rechnen, dass es immer mehr
Sauerstoffminimumzonen geben wird, die jetzt schon in der Ostsee
vorkommen“, sagt Pansch. Die Folgen für andere Organismen seien noch gar
nicht abzusehen.


Und ganz anders als die Mikroalgen werden die Grünalgen oder der
Blasentang, den Strandbesucher am Flutsaum finden, auch das Auge der
Touristen stören, wenn sie in Massen an den Küsten landen. Den Schülern
aus Bargteheide macht diese Vorstellung jedenfalls ein bisschen Angst.
„Es ist klar, dass wir was gegen die Versauerung der Meere tun müssen“,
sagt Torben Steiner. „Da können wir nicht einfach nur zusehen.“

Beim
Meereswettbewerb entwickeln Schüler eigene Forschungsideen, die von
einer wissenschaftlichen Jury begutachtet werden. Die Gewinnerteams
dürfen unter Anleitung eines Wissenschaftlers eine Woche lang auf
Expeditionsfahrt an Bord der Aldebaran gehen.
Infos unter www.meereswettbewerb.de







[editiert: 21.07.13, 19:48 von Claudia]
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