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Bürgerpreis für Mitbegründer der Schutzstation Wattenmeer. WZ vom 01.12.2009

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 01.12.09, 20:06  Betreff: Bürgerpreis für Mitbegründer der Schutzstation Wattenmeer. WZ vom 01.12.2009  drucken  weiterempfehlen



Ein Leben für das Wattenmeer

Bürgerpreis für Gert Oetken, den Begründer der Schutzstation

Berlin/Rendsburg

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat Gert Oetken gestern Abend im Berliner ARD-Hauptstadtstudio
für sein Lebenswerk mit dem größten bundesweiten Bürgerpreis
ausgezeichnet. Der 77 Jahre alte Rendsburger ist Mitbegründer der
Schutzstation Wattenmeer, die er 47 Jahre lang als Vorsitzender
geleitet hat. Seit März 2009 ist Oetken Ehrenvorsitzender. Der mit 5000
Euro dotierte Bürgerpreis, der seit 2003 von Bundestagsabgeordneten,
Kommunen und den Sparkassen vergeben wird, stand in diesem Jahr unter
dem Motto „Umwelt schützen – Zukunft sichern“.


Gert Oetken stellte seinen persönlichen Anteil in den Hintergrund:
„Ich sehe die Ehrung nicht nur als persönliche Auszeichnung. Es geht
mir um die Sache – und ich empfinde es als sehr positiv, dass das
Wattenmeer wahrgenommen und der Schutz der Natur anerkannt wird.“


Das war nicht immer so. Als Mitglieder des Deutschen Jugendbundes
für Naturbeobachtung sich 1962 zusammentaten, um eine Vereinigung zu
gründen, die heute als Schutzstation Wattenmeer bekannt ist, waren sie
ihrer Zeit weit voraus. An der Nordseeküste begann der Tourismus zu
wachsen – die Umweltschützer erkannten die damit verbundenen Gefahren.
„Die Schöpfung bewahren“, nennt Oetken die Motivation, die ihn damals
angetrieben hat und bis heute in Schwung hält.


Dass die Geschäftsstelle der Schutzstation ausgerechnet in
Rendsburg, rund 50 Kilometer vom Watt entfernt, eingerichtet wurde,
hatte einen praktischen Grund: Der junge Zahnarzt Gert Oetken hatte in
seiner Praxis ein zweites Wartezimmer eingerichtet – und das eignete
sich bestens für Zusammenkünfte. Wie ernst Oetken sein Engagement nahm,
zeigt seine Einschätzung, er sei immer im Hauptberuf Naturschützer und
nebenbei Zahnarzt gewesen.


Der Erfolg der Schutzstation Wattenmeer, der in diesem Jahr in der Anerkennung als Unesco-Welterbe
gipfelte, liegt nicht allein im Engagement der Akteure – Weitsicht, die
Fähigkeit, Gelegenheiten beim Schopfe zu packen, Geduld und
Verhandlungsgeschick kamen in hohem Maße hinzu. „Es war uns immer
bewusst, dass wir den Schutz des Wattenmeeres nicht gegen die Menschen
an der Küste betreiben konnten“, sagt Oetken, „sondern nur mit ihnen
zusammen.“ Dafür war viel Überzeugungsarbeit nötig, um klar zu machen,
welches Potenzial die einzigartige Natur an der Nordseeküste auch für
den Tourismus bietet.


Einen großen Schub bekam die Bewegung Anfang der 70er-Jahre,
als Bernhard Grzimek, damals Naturschutzbeauftragter der
Bundesregierung, die Schutzstation auf Hallig Hooge besuchte. Ein
weiterer wichtiger Schritt war die Möglichkeit, ab 1971 als erste
private Organisation im Umweltschutz Zivildienstleistende zu
beschäftigen. Oetken reiste damals nach Bonn, um den Staatssekretär von
der Idee zu überzeugen. Seither haben weit mehr als 1000 „Zivis“ in den
inzwischen 20 Stationen informiert, Wattwanderungen veranstaltet und
wissenschaftlich gearbeitet. „Wir erreichen jährlich bis zu 300 000
Menschen, darunter viele Schüler, von denen viele die Einzigartigkeit
des Wattenmeeres begreifen“, sagt Oetken.


Ist mit der Anerkennung als Welterbe das Ziel erreicht? Oetken
widerspricht: „Wir müssen weiter schützen, erhalten und informieren.
Das Fundament ist geschaffen, das Welterbe ist ein Sahnehäubchen –
dazwischen gibt es noch sehr viel zu tun.“


Er selbst hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, will aber
die gewachsenen Beziehungen pflegen und in den Dienst der Sache
stellen. Und für Gert Oetken ist es selbstverständlich, dass er seinen
Urlaub auch weiterhin auf Hallig Hooge verbringt – mitten im geliebten
Wattenmeer.
Gero Trittmaack








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