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Rückenwind für Energiegenossenschaften. WZ vom 13.01.2014

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 13.01.14, 22:10  Betreff: Rückenwind für Energiegenossenschaften. WZ vom 13.01.2014  drucken  weiterempfehlen



Rückenwind für Energiegenossenschaften


Janneby

Wenn Jörg Thordsen in seinem Garten steht, sieht er, wie sich die
vier Windräder drehen. „Das ist ein schönes Gefühl“, sagte der
Vorstandsvorsitzende des Windparks Janneby eG, also einer
Genossenschaft, an der 67 der gut 400 Einwohner Jannebys Anteile haben.
Die Geestgemeinde 20 Kilometer südwestlich von Flensburg liegt damit im
Trend. Nach Angaben des Genossenschaftsverbandes haben sich alleine in
diesem Jahr fünf neue Genossenschaften in Schleswig-Holstein gegründet, davon vier Energiegenossenschaften. 200 Genossenschaften gibt es derzeit in Schleswig-Holstein
insgesamt. Das reicht von der klassischen Raiffeisenbank bis zur
Fischereigenossenschaft. Auf dem Vormarsch: Energiegenossenschaften.


2011 entfielen landesweit zehn von zwölf Neugründungen auf
Erneuerbare Energien, 2012 waren es vier von insgesamt sieben. 28
Energiegenossenschaften sind derzeit Mitglied beim
Genossenschaftsverband, etliche örtliche Initiativen wie zum Beispiel in
Flensburg machen sich gerade auf den Weg. Damit setzt sich eine Tendenz
fort, die der 150 Jahren alten Idee von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch
zu einer Renaissance verhilft. Seit etwa 2008 kann ein regelrechter
Boom an Neugründungen von Genossenschaften im Energiesektor beobachtet
werden, heißt es in einer Studie der Universität Lüneburg im Auftrag des
Genossenschaftsverbandes. „Genossenschaften werden manchmal als
‚verstaubt‘ eingeschätzt, weil sie eine lange Tradition haben. Doch es
handelt sich um ein hochmodernes Wertschöpfungsnetzwerk, was nicht immer
erkannt wird“, sagt Prof. Dr. Theresia Theurl, Direktorin des Institut
für Genossenschaftswesen an der Universität Münster. Doch gerade
Energiegenossenschaften machen sich dieses „Wertschöpfungsnetzwerk“ mit
seinen Stärken zu eigen. Dazu zählt nach Ansicht von Theurl unter
anderem: Die Mitglieder sind gleichzeitig Eigentümer und Nutzer, sie
haben also Einfluss auf die wesentlichen Entscheidungen, die sie selbst
betreffen. Jedes Mitglied hat eine Stimme, es kann nicht zur „Ausbeutung
der Kleinen“ kommen, und sie sind regional und lokal tätig, kennen also
das Geschäftsgebiet und die Geschäftspartner.


Wertschöpfung vor Rendite

„Wenn Menschen Einfluss auf Lebensbereiche gewinnen wollen, die ihnen
wichtig sind, wie zum Beispiel die Energieversorgung, und wenn sie
Abhängigkeit vermeiden wollen“, dann sei die Genossenschaft die
geeignete Rechtsform, sagt Theurl. Als Hintergrund für die Attraktivität
von Energiegenossenschaften komme noch die staatliche Förderung des EEG-Gesetzes hinzu, die dazu führe, dass sich Energiegenossenschaften „rechnen“, so Theurl weiter.


Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband stellte 2012 fest:
Für die Mitglieder von Energiegenossenschaften sind der Umweltschutz und
der Ausbau Erneuerbarer Energien sowie die Förderung von regionaler
Wertschöpfung deutlich wichtiger als die Rendite. Über Genossenschaften
kann durch diese Form der Bürgerbeteiligung vor Ort eine hohe Akzeptanz
für „Grünstrom“-Projekte erreicht werden. In Janneby scheint das
gelungen zu sein. Dort wird zwar derzeit der Strom komplett eingespeist,
aber der 12,7-Megawatt-Windpark, der 40
Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren soll, trifft in der
Gemeinde auf breite Akzeptanz. Dennoch: „Wir produzieren den Strom bei
uns vor Ort, dort sollten wir ihn auch verbrauchen und unseren Strom
nicht von der E.ON Hanse beziehen“, sagt Jörg Thordsen selbstkritisch.
Doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik, so lange die Einspeisung
wesentlich lukrativer ist als der Eigenverbrauch.
Silke Philipsen






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