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Stromsperre muß angekündigt werden. WZ vom 12.11.2012

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 12.11.12, 23:19  Betreff: Stromsperre muß angekündigt werden. WZ vom 12.11.2012  drucken  weiterempfehlen

Stromsperre muss angekündigt werden

Potsdam/sh:z

Immer wieder können Haushalte in Deutschland ihre Stromrechnung nicht
bezahlen. Der Versorger darf den Strom in diesem Fall aber nicht von
heute auf morgen abstellen. Zum einen muss er vorher damit drohen. Zum
anderen muss dieser Schritt in vernünftigem Verhältnis zu der Summe
stehen, um die es geht.


Der Rückstand muss mindestens 100 Euro betragen, erläutert
Verbraucherschützer Andreas Baumgart. Außerdem müsse die Stromsperre
verhältnismäßig sein. „Wenn der Kunde ankündigt, er kann erst wenige
Tage später bezahlen und hat sonst immer pünktlich bezahlt, dann dürfte
ein Fall der Unverhältnismäßigkeit vorliegen“, so der Experte.


Mindestens vier Wochen vorher muss der Energieversorger die
Stromsperre androhen. Oft werde diese Androhung zusammen mit einer
Mahnung verschickt. Drei Werktage vor dem Termin muss die Stromsperre
noch einmal angekündigt werden. Wer seine monatlichen Raten nicht mehr
zahlen kann, kann sich zum Beispiel an das Sozialamt oder eine seriöse
Schuldnerberatung wenden.


Energielieferanten erklärten sich aber oft zu Ratenzahlungen oder
Stundungen bereit, sagt Baumgart. Das gelte zum Beispiel, wenn der Kunde
eine hohe Nachzahlung nicht auf einmal zahlen könne. Der
Energieversorger ist jedoch nicht verpflichtet, sich auf solche
Vereinbarungen einzulassen.


Wie kann ich eine Stromsperre noch abwenden?
Baumgart weist darauf hin, dass es vor allem wichtig sei, die laufenden
Forderungen zu bezahlen. Wenn der Verbraucher dann anbiete, eine hohe
Nachforderung durch Raten abzugleichen, sei eine Stromsperre eher
unverhältnismäßig. Kunden sollten es auch deshalb nicht zu einer
Stromsperre kommen lassen, weil durch die Abschaltung und
Wiedereinrichtung weitere Kosten entstünden.


Wie viele Menschen sind von einer Stromsperre betroffen?
Die Verbraucherzentralen hatten im Sommer hochgerechnet, dass fast
800 000 Haushalten in Deutschland 2011 wegen Zahlungsproblemen
zeitweilig der Strom abgeklemmt wurde. Der Bund der Energieverbraucher
ging von bis zu 800 000 betroffenen Haushalten in diesem Jahr aus.



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