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Wie wir in Zukunft wohnen. WZ vom 17.09.2013

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 17.09.13, 00:47  Betreff: Wie wir in Zukunft wohnen. WZ vom 17.09.2013  drucken  weiterempfehlen



Wie wir in Zukunft wohnen

Passivhäuser vereinen einen hohen Wohnkomfort mit verschwindend geringem Energieverbrauch

Kaltenkirchen

Vor zwölf Jahren fühlte sich Stephan Blohm wie ein Revolutionär. Als
er sich entschlossen hatte, in Kaltenkirchen sein Passivhaus zu bauen.
Zu diesem Zeitpunkt gehörten die wenigen Erbauer dieser speziellen
Haustechnik nämlich noch zu den Pionieren. Inzwischen schätzen jedoch
viele Häuslebauer die zahlreichen Vorteile, weil sie den
Energieverbrauch fast auf null senken können: In Deutschland gibt es
heute rund 10 000 Wohneinheiten im Passivhausprinzip – ob nun Neubau
oder Modernisierung, im privaten Wohnbereich, in Bürogebäuden oder
öffentlichen Institutionen wie Schulen oder Schwimmbädern. „Ich wollte
damals auch einen Umweltbeitrag leisten. Denn das Zeitalter des Erdöls
geht schließlich stetig dem Ende entgegen“, sagt Blohm, der inzwischen
auch als gelernter Ingenieur Passivhäuser für Kunden baut. „Und jede
Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, ist der beste Weg, um Energie
zu sparen.“


Denn gewöhnliche Häuser sind bekanntlich sehr verschwenderisch in
Sachen Heizenergie. Sie sind meist schlecht gedämmt und verlieren
unnötig viel Energie. Das Passivhaus spiegelt dagegen den Stand der
modernsten Technik wider: Es ist dank dicker Dämmhülle – in
Außenbauteilen wie Dach, Wand, Kellerdecke oder Bodenplatte – nahezu
luftdicht. Die Wärme kann nicht unkontrolliert entweichen, weil der
beheizte Raum lückenlos verpackt ist.


Der Wärmeverlust ist sogar so gering, dass man auf eine gewöhnliche
Heizung komplett verzichten kann. Zum Einsatz kommen nur kleine
Heizsysteme, zum Beispiel für die Warmwasserbereitung. Ansonsten nutzt
das Haus das einfallende Sonnenlicht sowie die Wärme der Bewohner und
Haushaltsgeräte, um Temperaturen auf einem angenehmen Niveau zu halten.
Ein Vergleich: Bei einem zertifizierten Passivhaus ist eine durch
fossile Energieträger erzeugte jährliche Heizleistung von bis zu 15
Kilowattstunden pro Quadratmeter (KWh/m²) erlaubt. Konventionelle
Gebäude liegen bei circa 80 bis 300 KWh/m².


Eine Lüftungsanlage sorgt außerdem für frische Luft, indem sie Raum-
und Außenluft austauscht, wobei so gut wie keine Wärme entweicht. Im
Sommer dagegen funktioniert das praktische passive Prinzip genau
umgekehrt: Drinnen bleibt es angenehm kühl, während draußen die Hitze
brütet.


Stephan Blohm möchte auf die zahlreichen Vorteile dieses Wohnkomforts
inzwischen nicht mehr verzichten: „Es gibt im Winter keine kalten
Oberflächen oder Fenster. Zugluft, Feuchte und Schimmelbildung sind
komplett ausgeschlossen. Und der Schallschutz ist dank der Dämmung
ebenfalls besser.“


Beim Neubau liegt die Investition zwar bei fünf bis zehn Prozent
höheren Kosten als bei gewöhnlichen Häusern – zum Beispiel wegen der
hochkomplexen Lüftungstechnik und mehrfach verglasten Fenstern.
Langfristig mache sich der Mehraufwand jedoch bezahlt, sagt Blohm. „Da
man auf eine gewöhnliche Heizung komplett verzichten kann, trägt man die
Rückzahlung an die Bank schneller ab. In der Folge entfällt natürlich
auch die Wartung von Heizungsanlagen.“ Gleichzeitig sei der
Wiederverkaufswert höher als bei herkömmlichen Häusern. Weiterer
Pluspunkt: Passivhaus-Neubauten werden über das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ mit 50 000 Euro gefördert.


Hin und wieder muss sich Blohm allerdings noch alberne Sprüche anhören.
Ob er denn überhaupt die Fenster öffnen dürfe? Seine Antwort:
Selbstverständlich. Natürlich mit einer schlechteren Energiebilanz, wie
bei anderen Häusern auch. Aber solche Vorurteile lächelt er längst weg.
Spätestens, wenn er sich auf den 180 Quadratmetern seiner
energieeffizienten vier Wände mit der Familie gemütlich macht. Und weiß,
dass die Sprücheklopfer nicht annähernd so behaglich und
fortschrittlich wohnen wie er.
Dominik Maaßen





Die Themen, alle Folgen und ihr Erscheinungstag 
1. Wohnen im Passivhaus (17. September)
2. Komfortgewinn und Sparen beim Heizen (24. September)
3. Weiße Ware: Energieeffizienter Kühlschrank und Co. (1. Oktober)
4. Green IT: Das grüne Arbeitszimmer (8. Oktober)
5. Effizienter Energieeinsatz bei der Gartenarbeit (15. Oktober)
6. Tipps aus der SHeff-Küche (22. Oktober)
7. Weniger Watt, mehr Leistung: Staubsaugen (29. Oktober)
8. Kügelchen in der Wand: Nachträgliche Kerndämmung (5. November)
9. Strom sparen beim Fernsehen (12. November)
10. Effizientes Licht in der Vorweihnachtszeit (19. November)




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