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Norwegen wird Deutschlands Akku. WZ vom 11.02.2015

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Claudia

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BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 11.02.15, 22:54  Betreff: Norwegen wird Deutschlands Akku. WZ vom 11.02.2015  drucken  weiterempfehlen

Norwegen wird Deutschlands Akku

Vertrag für Bau des Seekabels „NordLink“ unter Dach und Fach / Skandinavische Stauseen mit Pumpwerken dienen ab 2020 als Stromspeicher


Haugesund/Kiel /kim


Die Norweger werden zu einem der wichtigsten Partner bei der Umsetzung der deutschen Energiewende. Gestern wurde im norwegischen Haugesund ein Vertrag für den Bau des 623 Kilometer langen Seekabels „NordLink“ unterzeichnet. Das Kabel soll überschüssigen Windstrom aus Schleswig-Holstein nach Norwegen transportieren. Mit dem Strom wird Wasser in riesige, natürliche Wasserspeicher in den norwegischen Bergen hochgepumpt, um dann – wenn in Deutschland kein Wind weht – große Turbinen in den Pumpwerken anzutreiben, die Strom produzieren, der dann durch das Kabel nach Deutschland zurückgeleitet wird. Die Wasserreservoirs in Norwegen fungieren also als Speichermedium für die hiesige Windenergie. Damit wird sichergestellt, dass auch in windschwachen Zeiten das Licht in Deutschlands Häusern nicht ausgeht und energieabhängige Industriebetriebe wie zum Beispiel rund um Brunsbüttel ihre Produktion nicht unterbrechen müssen.

Durch das NordLink-Kabel – geschätzte Kosten 1,5 bis 2 Milliarden Euro – können bis zu 1400 Megawatt Strom fließen. Das entspricht der Leistung eines Atomkraftwerks. Das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel (HGÜ) soll voraussichtlich im Jahr 2020 fertig sein. Die Trasse wird von Tonstad in Norwegen nach Wilster in Schleswig-Holstein gehen. Der norwegische Netzbetreiber Statnett wird 50 Prozent am NordLink-Konsortium halten, die restliche 50 Prozent teilen sich der deutsche Netzbetreiber Tennet und die bundeseigene KfW- Bank

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der im Inland beim Netzausbau vor allem mit großen Widerständen in Bayern zu kämpfen hat, sieht in der gestrigen Vertragsunterzeichung ein wichtiges Signal für den europäischen Strommarkt. Für Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ist die Investitionsentscheidung für NordLink sogar „ein wichtiger Meilenstein für die Energiepolitik nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern in ganz Deutschland“. NordLink verknüpfte Schleswig-Holsteins Windstrom mit den Wasserkraftwerken Norwegens. „Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und erhöht die Versorgungssicherheit mit den Erneuerbaren“.

Tennet-Chef Mel Kroon betonte: „Dies ist ein Schritt hin zu einer stärkeren Integration auf dem europäischen Energiemarkt“. Damit könne Energie zwischen zwei sich ergänzenden Energiesystemen ausgetauscht werden. Die Verbindung der norwegischen Wasserkraft mit der deutschen Windenergie biete Vorteile für beide Länder. Und auch die Verbraucher können nach Meinung von Experten profitieren: Wenn die Preise in Deutschland höher als in Norwegen sind, weil Windkraftanlagen und Solarzellen nur wenig Strom produzieren, kann über NordLink Energie aus norwegischer Wasserkraft zu günstigeren Preisen importiert werden.

Mit voranschreitenden Großprojekten wie NordLink dürfte der Druck auf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zunehmen, der sich beim verabredeten Netzausbau bislang querstellt. Neben dem NordLink soll der 800 Kilometer lange SuedLink von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern das Herzstück der Energiewende werden und Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren. Seehofer hatte 2013 im Bundesrat dem SuedLink zugestimmt, nach Protesten aus der Bevölkerung jedoch das Projekt zunächst auf Eis gelegt und einen Bürgerdialog eingeleitet.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert deshalb ein Machtwort von Merkel. „Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung und die Kanzlerin sehr klar sagen, wo es lang gehen soll“, sagte der SPD-Politiker in Hannover. Das Verhalten Seehofers sei sowohl für das Unternehmen Tennet „unzumutbar“, das für den Bau verantwortlich sei, als auch für die Menschen entlang der Trassenkorridore. Bayern habe kein Veto-Recht bei dem Thema. Weil hatte sich lange dafür stark gemacht, dass das NordLink-Kabel von Norwegen aus an der niedersächsischen Küste ankommt. Die Planer hatten dann aber Schleswig-Holstein den Zuschlag gegeben.
„Wird Nordlink gebaut, gibt das der Energiewende einen Schub“, ist sich Albig sicher. Allerdings muss er gemeinsam mit seinen Kabinettsmitgliedern noch einige Klippen umschiffen: Das Kabel verläuft 54 Kilometer als Erdkabel zwischen Wilster und Büsum sowie 516 Kilometer als Seekabel gen Norwegen. Dabei muss es auf einer Länge von 30 Kilometern im Nationalpark Wattenmeer verlegt werden, was bei Naturschützern nicht gerade auf Gegenliebe stößt. Kiels grüner Umweltminister Robert Habeck ist sich der Problematik bewusst:.„Das Seekabel führt durch das sensible Gebiet des Nationalparks Wattenmeer, auch in Norwegen sind die ökologischen Eingriffe nicht ohne. Hier werden alle Akteure mit äußerster Sensibilität und unter Abwägung aller Umweltbelange vorgehen müssen“, betonte er.







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