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Elektro-Autos: Der Norden fährt hinterher. WZ vom 05.01.2013

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 06.01.13, 19:49  Betreff: Elektro-Autos: Der Norden fährt hinterher. WZ vom 05.01.2013  drucken  weiterempfehlen

Elektro-Autos: Der Norden fährt hinterher
Nur 0,1 Prozent aller angemeldeten Kraftfahrzeuge fahren mit Elektro-Antrieb

Kiel /was

In Schleswig-Holstein gibt es nur einen
verschwindend geringen Anteil an Elektroautos. Das geht aus der
Statistik des Kraftfahrtbundesamts (KBA) in Flensburg hervor. Demnach
fuhren am 1. Januar 2012 ganze 88 Personenkraftfahrzeuge mit
Elektroantrieb. Einen Hybridantrieb, der Verbrennungs- und Elektromotor
koppelt, besaßen 1427 Autos. Zusammengerechnet sind das lediglich 0,1
Prozent aller Pkw im Norden.


Dabei sollen bis 2020 zwei Prozent aller Kraftfahrzeuge in
Deutschland mit Strom fahren. So steht es im Nationalen Entwicklungsplan
Elektromobilität der Bundesregierung, dem auch das Land folgen will.
Doch die Realität sieht anders aus: Bei den Neuzulassungen lag der
Anteil der Elektroautos im Jahr 2011 laut KBA nur bei 34 (Hybrid: 287)
von insgesamt 82 608 Fahrzeugen. Der Norden liegt hierbei unter den
Bundesländern auf den hintersten Plätzen.


„Die Elektromobilität ist derzeit noch eine Nischentechnologie – aber eine Zukunftstechnologie“, sagt ADAC-Landessprecher
Ulf Evert. Es müsse von Seiten der Forschung hart daran gearbeitet
werden, den Elektroantrieb attraktiver zu machen. Derzeit seien je nach
Fahrweise mit einem Elektroauto zwischen 100 und 150 Kilometer
zurückzulegen. Zu wenig, sagt Evert. „Die Akkus müssen leichter, kleiner
und leistungsstärker werden, um die Reichweite zu erhöhen und weniger
Platz und Gewicht einzunehmen.“ Derzeit lohne sich ein Pkw mit
Elektroantrieb nur bei kurzen Entfernungen und in Ballungsgebieten mit
ausreichenden Tankmöglichkeiten. In ganz Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben des Internetportals lemnet.de derzeit nur rund 20 öffentliche Stromtankstellen für Pkw. Martin Seydell, Sprecher des Kfz-Landesverbands,
zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Eine Erweiterung des Netzes ist
schnell zu erreichen, die Einrichtung einer E-Tankstelle
kostet rund 1000 Euro, kein großer Aufwand.“ Sobald es genügend Bedarf
gebe, werde dieses Netz in kürzester Zeit entstehen „Es sind landesweit
bereits über 100 Mitarbeiter von Autohäusern und Werkstätten in der
Hochvolttechnik geschult worden, die Branche stellt sich also auf
Elektroantrieb ein“, sagt Seydell. Über jedes Autohaus im ganzen Land
sei es heute bereits möglich, ein Elektroauto zu testen und zu kaufen.
Bezüglich deren hoher Preise ist Ulf Evert optimistisch: „Die
Stückzahlen sind zu gering. Im Rahmen der Massenfertigung werden sich
die Preise anpassen.“


Finanzielle Förderung der E-Mobilität von Seiten
des Landes wird es nicht geben. „Die Haushaltslage gibt das nicht her“,
sagt Klimaschutzreferent Horst Simon vom Umweltministerium. Bei einer
Konferenz im März wolle man zum ersten Mal alle wichtigen Akteure aus
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenbringen, und „Maßnahmen
einleiten, um den Prozess zu beschleunigen“.


Kommentar von Seite 2:



Die Idee ist gut

Bis zum Absatz von einer Million Elektrofahrzeugen werden jedoch noch Jahrzehnte vergehen – wenn es überhaupt dazu kommt

Jürgen Muhl

Sie fahren, die Elektroautos. Leise und sparsam. In so manchem
Fahrtest gibt es sogar gute Noten. Besonders im Stadtverkehr eignen sich
die von einer Batterie angetriebenen Fahrzeuge. Bis zu einer Entfernung
von rund 150 Kilometern, einer möglichst hier und da anzutreffenden
Strom-Tankstelle und ausreichender Zeit, die nun
einmal nicht jeder hat, funktioniert diese aus klimapolitischen Gründen
konzipierte Technik. Und doch läuft es nicht, das Geschäft mit E-Mobilen. Kaum jemand kauft ein solches Auto.


Nicht einmal 100 Elektroautos sind derzeit in Schleswig-Holstein
angemeldet. Bundesweit sollen es rund 9000 Fahrzeuge sein, davon aber
allein 7000 Modelle, die von den Autoherstellern oder anderen an diesem
Geschäft interessierten Unternehmen zu Testzwecken auf die Straße
geschickt werden. Ein verschwindend kleiner Anteil bei einem Bestand von
rund 43 Millionen Pkw. Was die Bundesregierung nicht anficht. Sie
bleibt bei ihrem Ziel, dass bis 2020 eine Million dieser
umweltfreundlichen Fahrzeuge unterwegs sind.


Es müsste schon ein automobiles Wunder geschehen, um diesen Plan zu
realisieren. Wie ein abruptes Ende der Ölzeit. Oder eine Verdreifachung
der Kraftfahrzeugsteuer, was grundsätzlich beim gegenwärtigen
Einfallsreichtum der Politik nicht auszuschließen ist. Da es dazu aber
wohl nicht kommt, wird die Mobilität auf Basis einer bislang nicht
zufrieden stellenden Batterietechnik in der Sackgasse enden. Dazu trägt
auch der viel zu teure Anschaffungspreis bei. Elektroautos kosten rund
10 000 Euro mehr als herkömmliche Fahrzeuge.


Zu Recht lehnt die Bundesregierung Kaufprämien ab. Dies hat in den
USA oder auch in Frankreich nichts bewirkt. Selbst in einer für diese
Autotechnik geradezu geschaffenen Stadt wie New York haben sich E-Fahrzeuge
nicht durchgesetzt. Ein Produkt muss aus sich heraus überzeugen. Es
verkauft sich auch dann nicht, wenn der Staat Geld hinterher wirft. Die
Autoindustrie steckt Milliarden in die Forschung. Stellt sich der Erfolg
nicht ein, hat sich das Thema ohnehin von selbst erledigt. Dann war es
nur eine gute Idee.







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