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Gefragt wie nie: Grüner Strom. WZ vom 15.11.2011

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 15.11.11, 19:40  Betreff: Gefragt wie nie: Grüner Strom. WZ vom 15.11.2011  drucken  weiterempfehlen



Gefragt wie nie: Grüner Strom

Bisher nur wenig reine Ökostrom-Anbieter in Schleswig-Holstein / Bundesweite Qualitäts-Diskussion über Branche dauert an

Kiel/Ratzeburg

Der Markt für Ökostrom entwickelt sich zum Massenmarkt. Nach
Fukushima und mit Einleitung der Energiewende setzen immer mehr Menschen
auf „sauberen“ Strom. Viele Versorger bieten daher entsprechende Tarife
an. Anbieter, die nur auf Ökostrom setzen, gibt es bisher nur wenige in
Schleswig-Holstein – aber es gibt welche. Dazu
gehören die Nord Stadtwerke mit Sitz in Ratzeburg und die Nordland
Energie GmbH mit Sitz in Kiel.


Die Nord Stadtwerke (NSW) gibt es bereits seit Anfang 2009. Dahinter
stehen die Stadtwerke Itzehoe, Rendsburg, Quickborn, Halstenbek und die
Vereinigten Stadtwerke (Mölln, Ratzeburg, Bad Oldesloe). 2010 kommt ein
neuer Vertriebschef. Thomas Gaude schlägt den Bündnispartnern vor,
komplett auf Ökostrom umzustellen. „Sie standen und stehen voll und ganz
hinter dem Konzept“, sagt Gaude. Im Herbst 2010 erfolgte die
Umstellung. Jeder Kunde wurde darüber informiert, gekündigt haben laut
Gaude nur wenige. „Wir haben erst wenige Tausend Kunden. Aber immerhin
haben wir im letzten Jahr unsere Zahl verdreifachen können“, sagt er.
Bisher beliefern die Nord Stadtwerke Abnehmer in Schleswig-Holstein und Hamburg. Das Vertriebsgebiet soll aber auf weitere norddeutsche Bundesländer ausgedehnt werden.


Zertifikate-Schwemme für Kunden schwer zu durchschauen

Auf Norddeutschland konzentriert sich das Unternehmen auch beim Kauf
des Ökostroms. Und laut Gaude ist es „reiner“ Ökostrom. Er beinhalte
weder „grauen Strom“ aus Kohlekraftwerken, noch belasse man es bei
reinem Zertifikaterwerb von ausländischen Unternehmen. Die Nord
Stadtwerke vermarkten eigenen Angaben zufolge Strom, der zum Großteil
von Windparks in Norddeutschland kommt – unter anderem aus Bad Oldesloe-Wolkenwehe
und von Rügen. In „windarmen“ Zeiten würde man Strom von bayerischen
Laufwasserkraftwerken kaufen. Aber „physikalisch“, nicht über
Zertifikate, sagt Gaude, der heute Geschäftsführer der Nord Stadtwerke
ist. Nach seinen Informationen hat das Unternehmen jetzt auch das Grüner-Strom-Label beantragt.


Ökostrom ist kein geschützter Begriff, für den Mindestanforderungen – wie etwa bei Bio-Produkten – gelten. Natur- und Verbraucherschutzverbände empfehlen das O.K.-Power-Siegel und das Grüner-Strom-Label. Das O.K.-Power-Siegel
bescheinigt beispielsweise, dass ein Drittel des Stroms, den der Kunde
bezieht, von Anlagen kommt, die nicht älter als sechs Jahre alt sind,
ein Drittel von Anlagen, die nicht älter als 12 Jahre sind, ein Drittel
muss „nur“ Ökostrom sein. Das heißt, dahinter können sich auch so
genannte RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) verbergen.


Diese werden an Ökostrom-Produzenten
ausgegeben. Und: Mit ihnen kann gehandelt werden. So kann zum Beispiel
ein Stromversorger in Deutschland von einem Wasserkraftwerk in Norwegen
RECS-Zertifikate kaufen, seinen Kunden einen
Ökostromtarif anbieten, physikalisch aber Atomstrom liefern. „Es gibt
inzwischen sehr viele Label und Zertifikate für Ökostrom.
Verbraucherfreundlich ist diese Entwicklung nicht, denn man muss sich
sehr intensiv damit beschäftigen, um herauszubekommen, was mit einem
Zertifikat bescheinigt wird“, sagt Margrit Hintz, die stellvertretende
Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.


Streitfrage: Treiben Ökostrom-Anbieter die Energiewende voran?

Die Branche steckt noch in den Kinderschuhen. Neben der Frage, woher der Strom kommt, wird diskutiert, inwieweit Ökostrom-Anbieter
die Energiewende auch vorantreiben. „Unsere Erfahrung ist, dass
Verbraucher, die sich für Ökostrom entscheiden, auch die Energiewende
vorantreiben wollen. Doch es gibt immer wieder Anbieter, die sich das
auf ihre Fahnen schreiben, aber gar nicht in neue Anlagen investieren“,
sagt Hinz.


Die Nordland Energie GmbH mit Sitz in Kiel setzt auf Strom aus einem
Laufwasserkraftwerk in Österreich. Der Strom werde „physikalisch“
bezogen, nicht über Zertifikate, heißt es auch hier. 0,5 Cent je
verkaufte Kilowattstunde fließen in soziale, kulturelle oder ökologische
Projekte. Das Unternehmen, hinter dem die Stadtwerke Kiel, Lübeck und
Eckernförde, die Zweckverband Ostholstein Energie GmbH und die
Gemeindewerke Stockelsdorf stehen, ist seit 2008 mit der Marke „Drift
Nordstrom“ am Markt. Es beliefert Kunden in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie weiten Teilen von Niedersachsen und Bremen. Dabei setzt die Firma auf ein Siegel vom TÜV-Nord. Nordland Energie-Vertriebsleiter Meno Kühl: „Das Ökostrom-Siegel
des TÜV Nord für unseren ‚Drift Nordstrom‘ bedeutet für uns mehreres:
Glaubwürdigkeit des Siegels einer unabhängigen, norddeutschen
Prüfkommission, Anerkennung der Förderung regionaler und ökologischer
Projekte und die Bezahlbarkeit von zertifiziertem Ökostrom. Das ist das,
was sich unsere Kunden wünschen.“


Nach Aussage der Verbraucherzentrale soll selbst Ökostrom mit
Qualitätssiegel – bis auf wenige Ausnahmen – fast immer preiswerter sein
als das Standardangebot des örtlichen Versorgers. Einen Preisvergleich
bieten Tarifrechner im Internet.


Tanja Nissen






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