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Hochseewindparks: Gefährliche Arbeitsplätze. WZ vom 16.09.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 17.09.13, 00:19  Betreff: Hochseewindparks: Gefährliche Arbeitsplätze. WZ vom 16.09.2013  drucken  weiterempfehlen



Gefährliche Hochseewindparks

Um Schiffshavarien und Arbeitsunfälle zu verhindern, feilen Bund und Betreiber an Sicherheitskonzepten für die Offshore-Farmen

Berlin/Hamburg

Vor zwei Wochen ist der Meereswindpark „Bard 1“ hundert Kilometer vor
der Insel Borkum feierlich eröffnet worden – doch der Bau der ersten
kommerziellen Offshore-Farm in der deutschen
Nordsee stand unter keinem guten Stern. Zwar ging der Zusammenstoß eines
Versorgungsschiffs mit einer der 80 Anlagen im Februar glimpflich aus.
Doch in den Jahren zuvor starben bei Unfällen zwei Menschen: Ein Taucher
erstickte, ein Kletterer wurde von einer abstürzenden Plattform mit in
die Tiefe gerissen.


Um solche Unglücksfälle beim Bau und Betrieb der sturmumtosten
Hochseewindparks künftig zu verhindern, arbeiten Bundesverkehrsminister
Peter Ramsauer und die Betreiber gerade an Sicherheitskonzepten. Noch
stehen zwar erst 120 Anlagen in den drei Windfarmen auf der Nordsee,
doch in ein paar Jahren könnten es schon über 2000 sein. Hunderte
Techniker und Servicekräfte werden dann dort täglich mit ihren Schiffen
unterwegs sein; das in Bau befindliche Feld „Dan Tysk“ 70 Kilometer vor
Sylt erhält nächstes Jahr sogar eine eigene Wohnplattform für 50
Arbeiter. CSU-Politiker Ramsauer macht daher
Tempo: Er hat seine Sicherheitspläne den Küstenländern und
Branchenverbänden vorgelegt und will bis Ende dieses Monats eine
Einigung, damit das Konzept im November in Kraft treten kann. Schleswig-Holstein prüft derzeit allerdings noch.


Wie es in Ramsauers Entwurf heißt, geht es dem Minister „vor allem um
das gefahrlose Nebeneinander von Schifffahrt und Windenergienlagen“. So
schreibt sein Konzept nicht nur den ohnehin schon geltenden
Sicherheitsabstand der Parks von gut vier Kilometern zu den
Seefahrtsrouten fest. Es bekräftigt auch, dass in den Parks nur kleine
Boote bis 24 Meter Länge sowie Versorgungsschiffe fahren dürfen – und
auch nur tagsüber und bei gutem Wetter. Für eventuelle Havarien müssen
die Betreiber womöglich einen eigenen Notfallschlepper anschaffen. Zudem
fordert Ramsauer von ihnen, dass sie das Meer rund um die Parks ständig
überwachen.


Der letzte Punkt ist für die Betreiber umstritten: „Der Umfang der
Seeraumbeobachtung außerhalb der Parks ist noch zu klären“, sagt Jörg
Kuhbier, Chef der Stiftung Offshore-Windenergie.
Auch wehrt er sich dagegen, dass die Anlagen rund um die Uhr mit
Lichtern markiert werden sollen. „Wir wollen aus Umweltgründen nicht,
dass da lauter Tannenbäume stehen“, sagt Kuhbier. Er will lieber moderne
Transpondertechnik nutzen, bei der die Lichter an den Windrädern nur
angehen, wenn Flugzeuge in der Nähe sind.


Sollte trotz der geplanten Sicherheitsvorkehrungen doch mal ein
Schiff oder Hubschrauber in den Parks verunglücken, übernimmt laut
Ramsauers Plänen bei „komplexen Schadenslagen“ wie Ölunfällen oder
Großbränden das Havariekommando in Cuxhaven die Rettung. Auch für
schwierige Bergungen bei Arbeitsunfällen – etwa aus großer Höhe – stellt
das Havariekommando derzeit zwei Teams. Ob hier allerdings künftig die
Parkbetreiber in der Pflicht sind, diskutieren die Beteiligten noch.
Immerhin hat die Branche für einfache Notfälle schon eine Leitstelle
eingerichtet und Helikopter gechartert.


Zudem lässt sie derzeit ein Konzept für eine Rettungskette bei Notfällen
erarbeiten. Die größte Herausforderung liegt dabei in der weiten
Entfernung der Windparks von der Küste, sagt Projektkoordinator Nils
Weinrich vom Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Boberg in
Hamburg: „Anders als auf dem Festland kann es bis zu einer Stunde
dauern, bis ein Notarzt mit einem Hubschrauber am Unfallort ist.“ Daher
brauche man künftig in den Windparks speziell ausgebildete Ersthelfer,
die sich rasch um Verunglückte kümmern könnten.
Henning Baethge






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