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Norderstedt bei der Energiewende ganz vorn. WZ vom 18.02.2012

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 20.02.12, 20:21  Betreff: Norderstedt bei der Energiewende ganz vorn. WZ vom 18.02.2012  drucken  weiterempfehlen



Norderstedt bei der Energiewende ganz vorn

Erste energieautarke Wohnbausiedlung mit Elektromobilität entsteht / 25 Häuser speichern ihre Solarenergie in der Autobatterie

Norderstedt

Die Energiewende findet in Norderstedt statt. Denn was ein
kompetentes Netzwerk aus unterschiedlichsten Anbietern dort gerade
gemeinsam auf die Beine stellt, setzt in puncto regenerative
Energiegewinnung sowie in Energieeinsparung neue Maßstäbe. In
Norderstedts Stadtteil Glashütte entsteht die bundesweit erste
energieautarke Wohnbausiedlung mit Elektromobilität.


Wie funktioniert das? Die Grundidee ist ebenso einfach wie
praktikabel: Jedem energiesparenden Massivhaus mit Photovoltaikanlage
wird ein Elektroauto zur Seite gestellt, das als mobiler Speicher für
überschüssige Energie dient. Der Gewinn dabei ist ein doppelter: Das
Zweitauto fährt mit garantiert sauber erzeugtem Strom und der
Energieüberschuss aus der Solaranlage, der produziert wird, wenn die
Sonne lange scheint, muss nicht ins öffentliche Netz abgegeben werden.
Durch den Zusatzspeicher steht sie dem Haus wieder zur Verfügung, wenn
sie gebraucht wird, die Sonne aber nicht mehr scheint: Das ist
beispielsweise abends, und gerade dann herrscht im Wohnhaus bekanntlich
hoher Energiebedarf.


„Ausgeheckt“ haben dieses Modell Eco System Haus, ein norddeutsches
Bauunternehmen, das individuelle Massivhäuser nach Kundenwünschen
anbietet, die Hamburger Firma Karabag, derzeit größter Anbieter für
Elektroautos, Schilling Immobilien als Erschließungsträger sowie die
Stadt Norderstedt.


„Es begann alles eher zufällig“, berichtete jetzt Geschäftsführer
Sirri Karabag rückblickend während einer Vorstellung des Projekts im
Norderstedter Rathaus. „Am Rande einer Baubesichtigung kamen wir ins
Gespräch und entdeckten Kooperationsmöglichkeiten.“ So einfach könne das
sein, wenn alle den gleichen Auftrag hätten, ihre gemeinsame
Schnittmenge erkennen und handeln. „Unsere Elektroautos sind die
heißbegehrten Speicher“, das war die zündende Idee, die alles
zusammenbrachte.


Baudezernent Tomas Bosse erklärte, wieso das Modell „Energieautarkes
Wohnen dank Elektromobilität“ gerade in Norderstedt Fuß fasste: „Wir
machen mit, weil die Stadt die Energiewende unterstützt, weil wir für
saubere und damit regenerative Energiegewinnung sind“, machte er
deutlich.


Die große Hoffnung, in Norderstedt Windenergie zu produzieren, sei an
zahlreichen Bürgerbegehren, die sich gegen die Ausweisung von Flächen
für Windräder richteten, gescheitert . „Müssen nicht die Städte ihre
Energie, die sie brauchen, selbst erzeugen?“, fragte er. Genau das
geschehe in der Siedlung, so der Baudezernent. Je mehr Häuser gebaut
würden, umso effektiver sei die Energieausnutzung, dank eines
intelligenten Verknüpfungssystems, rechnete er vor: „Wenn das angenommen
wird, dann werden wir darauf entlanglaufen.“ Bosse ist, wie alle
Beteiligten, sehr engagiert und sehr zuversichtlich.


Doch vom Zukunftsdenken zurück in die Realität: 25 Massivhäuser
entstehen in Norderstedt Glashütte in der Müllerstraße. Ob Friesen- oder
Landhaus, ob moderne Stadtvilla oder Eigenheim im Bauhausstil: Alle
Objekte eint, dass sie dank Wärmedämmung, Dreifachverglasung und den
Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
extrem energiesparend ausgestattet sind. Ein Blockheizkraftwerk versorgt
die ganze Siedlung, die Photovoltaikanlage auf dem Dach jedes einzelne
Haus. Das Elektroauto ist Bestandteil des Gebäudes, „wie das
Waschbecken“, erklärt Geschäftsführer Karabag. Ein Solar-Carport steht ebenfalls bereit.


Normalerweise könne eine Photovoltaikanlage den Eigenverbrauch eines
Hauses nur zu 65 Prozent decken, erläuterte Sascha Beverungen von Schüco
Energiemanagement Zahlen zum Einsparvolumen. Das Unternehmen für
Solartechnik und Energieeffizienz ist Haupt-Projektpartner
des Modells Norderstedt. Mit dem zusätzlichen Autospeicher aber steige
die Quote auf mehr als 80 Prozent an. Versorgt das aufgeladene Auto dann
wieder das Haus „zurück“, sei noch einmal eine Steigerung auf mehr als
90 Prozent Eigenverbrauch zu erzielen.


Wer am bundesweiten Pilotprojekt „Energieautarkes Wohnen dank
Elektromobilität“ Interesse hat, kann sich zwei Modelleinheiten im
Norderstedter Godewisch anschauen. Ein Doppelhaus und ein Einzelhaus
stehen ab Frühjahr dort zur Besichtigung bereit. Für die Siedlung in der
Müllerstraße ergeht der Baubescheid schon in wenigen Wochen, davon ist
Baudezernent Bosse überzeugt. „Wenn nichts dazwischen kommt“, schränkt
er allerdings ein. Die 25 Wohneinheiten wären dann im Laufe des nächsten
Jahres bezugsbereit, so die Planung.


Inge Jacobshagen







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