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Solarstrom für 850 Haushalte. WZ vom 14.06.2014

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 16.06.14, 23:56  Betreff: Solarstrom für 850 Haushalte. WZ vom 14.06.2014  drucken  weiterempfehlen



Solarstrom für 850 Haushalte

Zweiter Sonnenenergiepark auf der ehemaligen Mülldeponie / Alle Akteure ziehen eine positive Startbilanz

Ecklak

Der 30. Mai war der beste Tag seit 2004. Da gab es klaren Himmel und
kühlende Winde. Für Jens Rohde, der bereits so lange im Geschäft mit
Solarenergie ist, die besten Voraussetzungen für eine gute Ernte. Die
fährt der Landwirt jetzt auch auf der ehemaligen Mülldeponie für
Steinburg und Dithmarschen in Ecklak ein. Allerdings muss er dafür nicht
mehr mit Erntemaschinen anrücken, sondern nur einen Blick auf sein
Display im heimischen Frestedt werfen. Mit einem Investitionsvolumen von
rund 3,6 Millionen Euro ist hier seit Jahresbeginn eine zweite große
Fläche mit Modulen zur Nutzung von Sonnenenergie bestückt worden.


Die Anlage war in einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur vier
Monaten auf dem bis zu 23 Meter hohen Abfallberg errichtet worden. „Die
größte Herausforderung waren die Fundamente“, erklärt Bernd-Alexander
Sönnichsen von der Meldorfer Firma Aldra Solar. Die genau 15 064
Solarmodule ruhen auf tausenden von Pfosten, die exakt 60 Zentimeter
tief in den Boden geschraubt worden. Die Maße mussten deshalb genau
eingehalten werden, damit die empfindliche Folie für die Abdichtung der
Deponie nicht beschädigt wird.


Für Hausherr, Aufsteller und Investor ist die Deponie ein „idealer
Standort“, findet auch Dr. Jürgen Ruge (Grüne) als Vorsitzender des
Umweltausschusses des Steinburger Kreistages. Anlagen dieser Art und
Größenordnung an einem solchen Standort böten eben keinerlei
Konfliktpotential. Bei einem Ortstermin waren gestern alle Beteiligten
voll des Lobes. Deponiechef Reiner Heselmeyer würdigte die reibungslose
Montage der Anlage, die neue Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft bei
der Steinburger Kreisverwaltung, Anja Martens, freute sich über eine –
wenn auch vergleichsweise bescheidene – Pachteinnahme, und Investor Jens
Rohde findet, dass die von Aldra Solar eingesetzten Module
ausgesprochen wenig anfällig seien. Tatsächlich kann nicht einmal
Schmutz die Energieernte groß beeinträchtigen. Wind und Regen halten die
auf einer Fläche von rund sechs Hektar installierte Anlage sauber.


„Die Module haben eine Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren“, sagt
Sönnichsen, der sich freut, überhaupt noch einen guten Standort für den
Solarpark gefunden zu haben. Genehmigt werden solche Anlagen in der
Regel nur noch entlang von Autobahnen und Bahnstrecken oder auf
ausgedienten Industrieflächen oder eben auf einstigen Mülldeponien. Aber
auch hier nicht immer: Im wenige Kilometer entfernten Groß Kampen war
ebenfalls ein Solarpark geplant, der dann aber am Einspruch der
Denkmalschützer scheiterte.


Was Solarparks für Investoren interessant macht, ist laut Sönnichsen
vor allem auch deren Unempfindlichkeit. „Es gibt ja keinerlei bewegliche
Teile.“ Und die Funktionsfähigkeit der insgesamt 140 Wechselrichter und
der fünf Transformatoren, die den Strom von 400 auf 20 000 Volt für die
Einspeisung ins Netz aufbereiten, lassen sich per Fernüberwachung im
Auge behalten.


„Ganz ohne Risiko ist eine solche Investition natürlich auch nicht“,
versichert Landwirt Jens Rohde, der die Anlage gemeinsam mit einem
Partner betreibt. Die Finanzierung ist auf 20 Jahre ausgelegt. „Man weiß
aber ja nie, was sich die Politik in dieser Zeit alles einfallen
lässt.“ Bis dahin hofft er auf einen jährlich Stromertrag von im Schnitt
knapp drei Millionen Kilowattstunden. Damit ließen sich 850 Haushalte
versorgen.


Die Einnahmen hätte auch der Kreis gerne gehabt. Der öffentlichen Hand
waren gewinnbringende Unternehmungen allerdings untersagt. Dabei stammt
die Idee für einen Solarpark auf dem Müll sogar von einem Deponie-Mitarbeiter.
„Im Zuge der Diskussion um die Kohlekraftwerke hatte mein Kollege Bernd
Petersen den Vorschlag gemacht“, erinnert Heselmeyer.
Volker Mehmel






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