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Sonne macht Strom teurer. WZ vom 09.08.2013

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 12.08.13, 23:33  Betreff: Sonne macht Strom teurer. WZ vom 09.08.2013  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Seite 1:

Zu viel Sonne: Strom wird noch teurer

Berlin /sh:z

Die ständig zunehmende Einspeisung von Ökostrom macht einen weiteren Anstieg der EEG-Umlage (Erneuerbare Energien-Gesetz)
und somit des Strompreises wahrscheinlich. Nach Medienberichten könnte
die Umlage 2014 um ein Drittel von 5,3 auf mindestens 7 Cent je
Kilowattstunde steigen. Hintergrund sei auch der sehr sonnige Juli, der
für einen Einspeiserekord durch Solarenergie gesorgt hat.


Seite 7:


Sonne macht Strom teurer

Experten befürchten deutlich höhere EEG-Umlage / Politik und Sozialverbände sind beunruhigt

Berlin /sh:z

Die Verbraucher müssen erneut mit höheren Strompreisen rechnen. Nach einer internen Kosten-Simulation
der Bundesregierung werde der Strompreis 2014, so „Bild“
gestern,  um rund einen Cent je Kilowattstunde angehoben. Hintergrund
sei die EEG-Umlage, die 2014 voraussichtlich von
derzeit 5,3 Cent auf 6,2 Cent pro Kilowattstunde steigen werde. Die
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ errechnete sogar einen Anstieg auf über
sieben Cent. Einen Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden
Jahresverbrauch würde das rund 70 Euro mehr kosten.


Schuld daran sei der derzeit niedrige Strompreis an der Börse, hieß
es. Die Differenz zwischen ihm und der den Erzeugern garantierten
Einspeisevergütung macht die Umlage aus, die die Stromverbraucher
bezahlen müssen: Sinkt der Börsenstrompreis, steigt also die Umlage.
Statt der für 2013 erwarteten 5,115 Cent/kWh gab es im Juni an der Börse
im Schnitt nur 2,7 Cent/kWh für Ökostrom.


Zudem wurde im sonnenreichen Juli mehr Solarenergie produziert, die
zu garantierten Preisen abgenommen wird. So erreichte die Einspeisung
aus Photovoltaik mit 5,1 TWh (Terrawattstunden) ein neues Rekordniveau,
so die Studie.


Vor dem Hintergrund dieser Berichte bekräftigte Bundesumweltminister
Peter Altmaier (CDU) seine Forderung nach einer Strompreisbremse. Ziel
sei ein parteiübergreifender Konsens, sagte eine Sprecherin des
Ministeriums. Eine Preisbremse solle helfen, einer starken Steigerung
der EEG-Umlage entgegenzuwirken.


Kritik kam von der SPD. Fraktionsvize Hubertus Heil erklärte,
notwendig sei eine Reform des EEG, die den Ausbau der Erneuerbaren
langfristig sichere und die Kosten begrenze. Auch Grünen-Spitzenkandidat
Jürgen Trittin forderte billigeren Strom: Um die Umlage zu senken,
müsse die Produktion des derzeit massiv ins Netz geleiteten, schmutzigen
Kohlestroms durch eine angemessene CO2-Abgabe
verteuert werden. Außerdem müsse der niedrigere Börsenstrompreis an die
Verbraucher weitergegeben werden. Dazu müsse der Wettbewerb zwischen
den Stromanbietern gesteigert werden.


Beunruhigt reagierten die Sozialverbände. Der Armutsexperte des
Bundesverbandes Diakonie, Michael David, erklärte, energieeffiziente
Wohnungen und stromsparende Haushaltsgeräte müssten sozialpolitisch
gefördert werden.


Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wolfgang Stadler,
kritisierte, dass einkommensschwache Haushalte mit den zusätzlichen
Kosten alleine gelassen werden.



[editiert: 12.08.13, 23:42 von Claudia]
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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 12.08.13, 23:49  Betreff: Re: Sonne macht Strom teurer. WZ vom 09.08.2013  drucken  weiterempfehlen

Kommentar von Seite 2:



Der Wahnsinn muss ein Ende haben

Die EEG-Umlage steigt und macht den Strom für Verbraucher erneut teurer

Till H. Lorenz

Für Verbraucher ist es eine bittere Nachricht: Die Strompreise werden durch die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) steigen – mal wieder. Denn allen Stromgipfeln im Kanzleramt zum
Trotz sind die grundlegenden strukturellen Probleme der Energiewende
nicht gelöst. Fest steht: Die EEG-Umlage gehört
reformiert. Nicht nur die Fördersätze gehören auf den Prüfstand, sondern
das System an sich. Denn während der Ausbau erneuerbarer Energien die
Preise an den Strombörsen ins Bodenlose fallen lässt, müssen Verbraucher
immer tiefer in die Tasche greifen. Dieses Modell, bei dem Erzeugern
die Preise garantiert werden und der Verbraucher für die Differenz zum
Marktpreis zahlen muss, war geeignet, die Energiewende anzuschieben. Es
ist aber ungeeignet, sie zu vollenden. Denn mit jedem Cent, den der
Strompreis steigt, schwindet die Akzeptanz der Bürger für das Projekt
und stellt dessen Erfolg infrage.


Umweltminister Altmaier hat schon oft angekündigt, die EEG-Umlage einfrieren zu wollen, um ebenso oft zu ergänzen, dass dies nur mit Einverständnis der rot-grünen
Länder im Bundesrat zu machen sei. Dabei macht der fragwürdige
Mechanismus des EEG nur einen Teil bei den hohen Stromrechnungen aus.
Butterweiche Ausnahmeregelungen für die Industrie, die Schwarz-Gelb eingeführt hat, sind der andere. So zahlen immer größere Teile der Industrie weder eine EEG-Umlage
noch eine Mehrwertsteuer. Auch die Netzentgelte, die allein gut 20
Prozent des Strompreises ausmachen, werden einer zunehmenden Zahl von
Unternehmen erlassen – unter ihnen sind auch die oft zitierten
Golfplätze.


Hier könnte Altmaier ansetzen, Ausnahmen abschaffen und Neuregelungen
einführen, ohne immer erst die nächste Bundestagswahl oder die
Zustimmung der Opposition abwarten zu wollen, die fast paranoid vor
einem Rückfall ins Kohlestrom-Zeitalter warnt.
Um eine Reform des EEG käme der Minister damit zwar auch nicht herum,
der Verbraucher würde es dennoch danken – denn dem ist es egal, was den
Strompreis in die Höhe treibt, Hauptsache der Wahnsinn hat ein Ende.





Leserbrief von Seite 2:

Einseitige Darstellung

Zum Standpunkt „Die gewendete Energiewende“ von Stefan Wolff (Ausgabe vom 9. Juli)
„100 Milliarden Euro

Investition für 4,5 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms“ –
keine gute Bilanz der Solarstromanlagen? So will es Ihr Kommentar
Glauben machen. Doch nur, weil andere langfristige Nutzen und die Kosten
von Alternativen nicht benannt sind! Mit 120 Milliarden Euro werden
allein die direkten Kosten Fukushimas beziffert. 100 Milliarden Euro
Gewinne, die die drei Stromkonzerne RWE, E.ON und EnBW allein in den
Jahren 2002 bis 2010 eingestrichen haben sollen: nicht genannt. 4,5
Prozent klingt wenig, ist aber mehr, als alle Wasserkraftwerke
einschließlich der Pumpspeicherwerke liefern.


Ist die im Kommentar beklagte mangelnde Drosselung des Kohlestroms
nicht der Haltung der Stromkonzerne geschuldet, den Klimawandel und
seine Folgekosten zu ignorieren und viel zu wenig und zu spät in
Erneuerbare Energien zu investieren? Die Solarstromförderung erforderte
eine im Kommentar beklagte erhebliche Anfangsinvestition. Dies aber nur,
weil sie im Gegensatz zu anderen Energietechniken ihre wahren Kosten
trägt und diese nicht auf die nächsten Generationen abwälzt.


Atomkraftwerke tragen mit derzeit 20 Prozent noch, erneuerbare
Energietechniken heute aber schon mit 25 Prozent zur deutschen
Stromproduktion bei. Jahrzehntelang wurde beschworen, dass ihr Anteil
auf nicht auf mehr als 4 Prozent steigen könne. Diese falsche Behauptung
sollte die großen Stromkonzerne davor schützen, einem alternativen
Markt ausgesetzt zu werden.


Lösung des „Rätsels“, warum die Energiewende in Deutschland nicht zügig
umgesetzt wird: Nach wie vor suchen erhebliche Gewinninteressen, den
Erfolg der Energiewende zu blockieren.
Jochen Hilbert, Rellingen




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