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Vorbild Pellworm: Energiewende und Tourismus müssen keine Gegner sein. WZ vom 30.08.2012

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 31.08.12, 22:20  Betreff: Vorbild Pellworm: Energiewende und Tourismus müssen keine Gegner sein. WZ vom 30.08.2012  drucken  weiterempfehlen


Vorbild Pellworm: Energiewende und Tourismus müssen keine Gegner sein

Pellworm

Erneuerbare Energien und Tourismus: Traditionell herrschen Zweifel,
ob beides konfliktfrei zusammengeht, erst recht jetzt, wo der massive
Ausbau der Öko-Treibstoffe vor der Tür steht.
Doch offenbar schrecken damit verbundene Eingriffe in die Landschaft
Urlauber nicht so stark ab wie oft befürchtet. Das jedenfalls ergibt
sich aus einer Studie des Nordeuropäischen Instituts für Tourismus- und
Bäderforschung (NIT) für Pellworm. Die Insel ist Pionier in Schleswig-Holstein, wenn es darum geht, regenerative Energien offensiv im Fremdenverkehr zu nutzen.


57,9 Prozent der befragten Insel-Urlauber
erklärten, sie hätten die Windkraftanlagen auf Pellworm wahrgenommen und
gut gefunden. Weitere 26,9 Prozent registrierten die Rotoren und
fühlten sich zumindest nicht gestört. Ähnliche Erkenntnisse ergeben sich
für Solarzellen. 67,1 Prozent nahmen sie wahr und fanden sie gut,
weitere 20,8 Prozent sahen sich zumindest nicht beeinträchtigt. Die
Biogasanlage bekamen ohnehin schon weniger mit: nur 55,2 Prozent. 29,9
Prozent empfanden sie als gut, 25,3 Prozent als neutral.


Erhofft hatte er ein derartiges Ergebnis zwar, lässt
Tourismusdirektor Andreas Kobauer durchblicken. Dass es dermaßen positiv
ausfiel, hat dann selbst ihn überrascht. Vielleicht liegt die Akzeptanz
auch daran, dass die meisten den Kontext der Anlagen sehen: 78,4
Prozent der Befragten war bekannt, dass Pellworm Vorreiter bei grünen
Ressourcen ist. Alles begann schon 1983 mit dem damals deutschlandweiten
größten Solarkraftwerk und Testfeldern für Windrotoren. Heute
produziert die 1000-Seelen-Gemeinde dreimal mehr
Strom als sie verbraucht: Dafür sorgen ein Bürgerwindpark, die
Biogasanlage und ein Hybridkraftwerk der E.ON, das Solarzellen mit einer
Windkraftanlage kombiniert. Es gibt Pläne für ein „Smart Grid“: ein
intelligentes Stromnetz, das zeitliche Schwankungen zwischen
Energieerzeugung und Energieverbrauch in Einklang bringen soll.


„Dass wir keinen Wildwuchs haben, sondern die Anlagen zur
Energieerzeugung in ein rundum nachhaltiges Inselkonzept integriert
haben, macht das Ganze touristisch erträglich“, sagt Kobauer auf die
Frage, was andere von Pellworm lernen könnten. Zwar geht seine Euphorie
nicht so weit, dass er das Öko-Image als bestimmenden Reisegrund eines Gastes versteht – wohl aber als „einen positiv unterstützenden Reisegrund“.


Untermauert durch die Gästebefragung des NIT will er seine Insel nun
noch stärker unter dem Motto „Mit besserem Gewissen kann man nirgendwo
hinfahren“ profilieren. Sichtbarstes Zeichen dafür ist das Signet
„Klimafreundliche Unterkunft“. Gerade sind die ersten vier Vermieter
damit ausgezeichnet worden. Je grüner das Symbol in Form eines
Thermometers ist, desto weniger trägt der Beherberger zum Aufheizen der
Atmosphäre bei. Die Anbieter verpflichten sich, 15 Mindestkriterien
einzuhalten. Dazu zählen Kontrollen des Energieverbrauchs für Heizung
und Strom, Wärmedämmung, dezentral steuerbare Temperaturregler, der
Einsatz energiesparender Haushaltsgeräte und Beleuchtung und kein Stand-By-Betrieb.


Entstanden ist die Idee dazu auf der Insel- und Halligkonferenz.
„Deshalb soll Pellworm eine Initialzündung für klimafreundliche
Unterkünfte auch anderswo sein“, sagt Kobauer. Vorläufige Gutachten gibt
es für Amrum, Föhr, Sylt und Spiekeroog. Die NIT-Studie
spricht für eine Kopie: Von den befragten Pellwormer Touristen
erklärten 45,7 Prozent: Gütezeichen zur Klimafreundlichkeit sähen sie
als nützliche Ergänzung bei der Auswahl.


Ein Alleinstellungsmerkmal im Öko-Tourismus
möchte sich Pellworm aber doch gern sichern: In Arbeit ist eine
Machbarkeitsstudie zu einer Energieakademie: als Ausrichtungsort für
Tagungen und Ausbildungsveranstaltungen von Firmen und Institutionen aus
der Branche. Für die Teilnehmer zwar nicht nur Erholung – aber auch ein
Tourismus-Segment und voll wirksam in der Übernachtungsstatistik.
Frank Jung






[editiert: 31.08.12, 22:26 von Claudia]
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