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Wenn es eng wird auf der Nordsee. WZ vom 25.03.2014

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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 25.03.14, 23:21  Betreff: Wenn es eng wird auf der Nordsee. WZ vom 25.03.2014  drucken  weiterempfehlen



Wenn es eng wird auf der Nordsee

Flensburger Experte warnt vor Sicherheitsproblemen beim Offshore-Ausbau und kritisiert fehlende Planung der Politik

Flensburg/Kiel

Vor der Nordsee-Küste wird es voll: Zum Jahresanfang waren in Deutschland rund 520 Megawatt Offshore-Leistung
am Netz. Bis 2020 sollen nach Plänen der Bundesregierung in Berlin 6500
Megawatt Leistung auf See installiert sein. Fünf Parks sind bislang
fertiggestellt, sieben befinden sich derzeit im Bau, 19 weitere sind
genehmigt. Doch während Investoren und Unternehmer derzeit vor allem
noch mit bangem Blicken auf Gabriels Reform zum Ausbau der erneuerbaren
Energien schauen, geben Experten zunehmend Sicherheitsfragen rund um die
meterhohen Anlagen auf See zu denken.


Rund 150 000 Schiffe durchkreuzen die Deutsche Bucht jedes Jahr. Das
Gebiet ist damit eines der am stärksten befahrenen der Welt. Dass es
dort Unfälle geben wird, hält Pawel Ziegler nur für eine Frage der Zeit.
Eine Simulation des Professors an der Flensburger Fachhochschule gibt
bereits einen Eindruck davon, was es bedeutet, wenn die Zahl der
Offshore-Windparks in der Nordsee wächst – und Schiffe immer weniger Platz haben, um noch auszuweichen.


Besonders kritisch sieht Ziegler dabei jene Fälle, in denen der
Kapitän überhaupt nicht mehr Herr über sein Gefährt ist. „Wenn sie bei
einem Schiff einen Maschinenausfall haben, sind sie der Strömung
ausgesetzt und sie treiben in Richtung Windparks.“ Die Sicherheitszonen
rund um die Anlagen umfassten nur wenige hundert Meter. Doch was eine
Kollision von Schiff und Windpark verhindern soll, kann derzeit niemand
genau sagen. Die Küste sei zwar mit Hochseeschleppern ausgerüstet, so
Ziegler. „Nur haben wir gar keine Erfahrungen.“ Zudem glauben Ziegler
und andere Experten nicht, dass die Schlepper im Fall der Fälle ihr Ziel
schnell genug erreichen könnten – geschweige denn bei widrigen
Bedingungen etwas ausrichten können. „Ab Windstärke 8 stellen sie auch
keinen Leinenkontakt mehr her“, so Ziegler.


Um das Risiko von Havarien rund um die Offshore-Parks
zu verringern, plädiert der Flensburger Professor unter anderem für
spezielle Korridore, Einbahnstraßen auf dem Meer. Auf einer Tagung will
er am Freitag an der Flensburger Fachhochschule mit anderen
Wissenschaftlern über diese und weitere mögliche Lösungen diskutieren.


Die Windpark-Betreiber selbst kümmern sich
bislang wenig um die Verkehrsprobleme der Energiewende. Das sei auch
politischer Wille, so Ziegler. „Da hat man Unternehmern gesagt: Fangt
erstmal an!“ Die Konsequenzen würden bislang noch wenig bedacht. Eine
Sicherheitszentrale – betrieben von der Deutschen Gesellschaft zur
Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – war einst als Lösung im Gespräch. Doch
die Industrie wollte nicht investieren. Seitdem liegen die Pläne wieder
auf Eis.


Aus Zieglers Sicht ist der Ernstfall aber nur eine Frage der Zeit. „Dann
können wir uns hinstellen, auf die Uhr gucken und warten.“
Till H. Lorenz

Infos zur Veranstaltung und Anmeldung
unter: www.fh-flensburg.de/fhfl/offshorewindparks-
abersicher.html







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