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Eva S.
Administrator

Beiträge: 6549


New PostErstellt: 26.07.05, 14:09     Betreff: Re: Wahrheit – was ist das?

Honigtot
Hallo Didier,

nun, vorweg muss ich sagen, dass ich es ziemlich unbefriedigend finde, etwas nicht zu verstehen, denn ohne Verstehen keine Weiterentwicklung.

Was die "eine Wahrheit" und die vielen "persönlichen Wahrheiten" betrifft, denke ich, das ist dasselbe wie mit Zeugenaussagen. Umso mehr Zeugen zu einem Vorgang befragt werden, umso mehr verschiedene "Geschichten" wirst Du zu hören bekommen, die aber alle eigentlich dasselbe beschreiben (frage mal einen Polizisten) und doch ist es für jeden anders, es kommt auf den "Standpunkt" an.

Für die anderen kann ich jetzt nicht sprechen, aber meine Glaubensüberzeugungen haben nichts mit "angelesen", "zusammenbasteln" oder einer Modeerscheinung zu tun. Ich hatte mit 13 Jahren ein entscheidendes Erlebnis, bis dahin haben meine Eltern das versucht, was ich hier auch manchmal bei einigen Forumsteilnehmern empfinde, mir nämlich ihren Glauben aufzudoktrieren. Bis zu diesem entscheidenden Erlebnis bin ich auch "brav" jeden Sonntag mit meinen Eltern in die Kirche marschiert, nach diesem Erlebnis war ich nur noch selten in der Kirche, weil ich mit dem Kirchenchristentum inzwischen schon ziemlich lange nichts mehr anfangen kann. Ich kann mich noch gut erinnern, wie mein Vater regelrecht ausgeflippt ist, als ich anfing, mich für Paläoseti zu interessieren und er ein von mir gerade gelesenes Buch zu diesem Thema mit dem Titel "Gott kam von den Sternen" in die Hand bekam. Wir hatten deswegen einen heftigen Streit, weil auch er nicht akzeptieren oder wenigstens tolerieren wollte, dass sein Glaubensdogma nicht mein Glaube oder eben "meine Wahrheit" ist. Der Ostgotenkönig Totila war hier schon weiser. Von ihm stammt der Ausspruch "Religion kann man nicht anbefehlen". Hier hat er es meiner Ansicht nach sehr gut getroffen - wirklicher Glaube setzt einen Erfahrungs- und Entwicklungsprozess voraus - diesen Prozess durchlaufe ich jetzt seit über zwei Jahrzehnten und er wird Zeit meines Lebens weitergehen, denn es werdem einem ja immer neue Erkenntnisse offenbar, zumindest dann, wenn man nicht an starren Dogmen festhält, die jedwede Erkenntnis verhindern und nur Unfrieden stiften.

Wenn ich hier öfters mal schreibe, "Du hast Deine Wahrheit, ich die meinige" oder so ähnlich, dann deshalb, weil ich nicht missionieren möchte und auch nicht selbst missioniert werden möchte. Ich signalisiere damit auch, dass mein Glaube zwar anders ist, ich aber den meines Gegenüber deswegen trotzdem toleriere ("akzeptieren" würde bedeuten, dass ich seinen Glauben annehme, deshalb "tolerieren", ist also nicht negativ zu verstehen).

Natürlich versucht man bei jeder Diskussion dem anderen die eigene Wahrheit zu vermitteln und hofft sicherlich auch, dass der andere dann doch vielleicht einmal die eine oder andere Wahrheit annimmt, aber das bleibt dem-/derjenigen selbst überlassen.

Was ich aber überhaupt nicht abkann, das sage ich jetzt auch ganz offen, ist, wenn man sich an Ideologien beteiligt, die nur sich als die einzig wahre Lehre ausgeben, darum Andersdenkende verfolgt und getötet wurden/ werden. So eine Ideologie ist z. B. die Diskussion über den "richtigen Gott" oder ganz speziell hier - dass Allah keinesfalls der richtige Gott sein kann und nur der Christengott der richtige Gott ist. Und da habe ich einmal angemerkt, ob hier eigentlich niemand merkt, wie kleinkariert menschlich das ist und dass so ein Gott mit der Gottheit für mich nicht das geringste gemeinsam hat, denn Gott ist in allem und jedem und umschließt alles und jedes. Ein ideologischer Gott dagegen, wie eben der "Christengott" der Kirche, der jüdische "Jahve" oder "Allah" ist für mich eine rein menschliche Erfindung, die von bestimmten Schichten benutzt wird, um Macht auszuüben, Kriege zu führen und andere zu versklaven und "klein zu halten" - die Kirche hat dies im Mittelalter aktiv getan, fanatische Moslems tun dies heute und ebenso fanatische Christen stimmen diesem Unsinn, was noch harmlos ausgedrückt ist, auch noch zu. Ich halte es da eher mit den Hopis:

"Jene, die sich nicht an der Zersplitterung der Welt durch Ideologien beteiligen, sind dazu fähig, das Leben in einer neuen Welt aufzunehmen, mögen sie nun der schwarzen, der weißen, der roten oder der gelben Rasse angehören. Sie alle sind eins, sind Brüder..."

Auch sind meine Überzeugungen nicht nur angelesen. Ich lese zwar sehr viel, aber nicht immer bringt das Gelesene mein "Inneres zum Klingen", ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine. "Klingen" tut es immer nur dann, wenn ein Abgleichen des "Äußeren" mit dem "Inneren" zu einer weiteren Erkenntnis führt. Das ist mir schon sehr oft passiert, ebenso wie besondere "Zufälle". Und genau daraus wachsen meine Überzeugungen, entwickle ich mich weiter und ich denke, genau dies ist im Sinne des Schöpfers/ der Schöpferin und nicht ein Redzuzieren der Gottheit auf kleinkariertes, ideologisches menschliches Mittelmaß. Ich habe gefunden, was ich gesucht habe, bin aber dennoch noch nicht am Ende der Suche angelangt, denn ich werde auch weiterhin neue "Funde" machen.

Liebe Grüße,
Eva

"Die Weisheit eines Menschen misst man nicht an seiner Erfahrung, sondern an seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen" George Bernhard Shaw


[editiert: 26.07.05, 14:15 von Eva S.]
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