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Die Spiegelburg

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dasweissekaninchen
Mitglied

Beiträge: 961
Ort: Luebeck


New PostErstellt: 31.05.13, 13:33  Betreff: Die Spiegelburg  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

es war einmal ein prinz, prinz sanftesherz, der hatte noch keine frau gefunden. die prinzessinnen, die ihm sein herr vater, der könig feuerherz vorstellte, waren ihm alle zu langweilig. sie interessierten sich nur für die neuesten hüte und den letzten klatsch und er konnte keine 5 vernünftigen worte mit ihnen wechseln.
im mai gab sein vater ein rauschendes sommerfest. zu besuch war auch könig aquaticus mit seiner tochter. der arme hatte schon 98 graue haare vom raufen, denn prinzessin aquaticus war keine wie die anderen prinzessinnnen. sie kletterte und ritt, wie ein junge, sie schoss mit dem bogen, wie der beste der stadtwache, konnte ein wildes pferd fangen und war sehr klug.
die herren prinzen wollten lieber eine frau, die sie bewunderte, wenn sie einen drachen erlegten und ihn ohnmacht fiel, wenn sie mit ihren abenteuern prahlten. doch prinzessin aquaticus fragte nach und entlarvte ihre prahlereien und dann waren die herren gekränkt und blamiert.
prinz sanftesherz aber entbrannte in liebe. die beiden unterhielten sich den ganzen abend miteinander und zur freude beider väter feierten sie im herbst hochzeit.
könig aquaticus schenkte den beiden ein ganz kleines königreich weit weg und hoffte, wenn das paar erst einmal kinder hätte, würde die prinzessin schon vernünftig und würdig genug als königin.
doch die beiden hatten soviel freude aneinander, dass sie ihm stattdessen beibrachte, wie man brot bäckt und ein pferd beschlägt und sie erlebten die wildesten abenteuer( zum entsetzen der väter, die völlig ergrauten)
viele lange jahre waren sie so glücklich und vertraut miteinander, da traff sie ein schreckliches schicksal. prinzessin aquaticus wurde krank. niemand konnte sie heilen. sie wurde schwermütig, obwohl ihr geliebter prinz immer zu ihr hielt. schliesslich gab sie auf, ass nicht mehr und dann starb sie.
es brach dem prinzen sein armes herz. ihm fehlte seine vertraute gefährtin, er vermisste sie so sehr, dass er ihr am liebsten gefolgt wäre.
da hüllte er sich in schwarze gewänder, gab könig aquaticus sein königreich zurück, nahm seine laute und ritt davon. viele bittere jahre zog er als spielmann umher. seine lieder klangen melancholisch, nach sehnsucht und schmerz, er wurde in allen königreichen berühmt. die damen lagen ihm zu füssen und wollten seine traurigkeit heilen, doch keine glich prinzessin aquaticus, die er immer noch so vermisste. und er war, wie erfroren.
eines tages spielte er wieder in einem saal, als ihm auf einmal seltsam zumute wurde. er blickte auf und in ein paar augen, dass ihm bis ins herz zu sehen schien. es spiegelte seine wieder, seinen kummer und war voller ehrlichem mitgefühl.
da begann es ihn ihm zu tauen, er beendete sein spiel, ging in einen stillen winkel des burggartens und weinte bitterlich um seine prinzessin. all der schmerz löste sich. dann war ihm leichter und er ging, das geheimnisvolle augenpaar zu suchen.
tatsächlich fand er sie in der menge und es war bald, als kannten sie sich schon sehr lange. nach kurzer zeit plauderten und lachten sie miteinander. bis es mitternacht schlug. da rannte sie auf einmal davon und er sah sie geradewegs zur burg hinausreiten auf einem nachtschwarzen pferd. sie ritt so wagemutig, er konnte ihr nicht folgen. in einem dichten hain verlor sich ihre spur.
er kehrte also um und nahm gerne das angebot an, noch ein wenig als spielmann zu verweilen, er hoffte, sie wiederzusehen.
am nächsten abend sang er, langsam klangen seine lieder weniger melancholisch, da spürte er wieder dieses augenpaar. von neuem plauderten sie bis mitternacht, dann verschwand sie und er verlor ihre spur.
das ging so viele wochen, sie erzählte nur wenig von sich und warum sie so traurig war. doch das war auch nicht wichtig, sie genossen es , zusammen zu sein und schienen sich immer näher..
Als er eines frühen abends nach seinem eigenen pferd sah, dem es nicht gut ging, entdeckte er ganz hinten im stall, fast versteckt, ihren nachtschwarzen hengst. prinz sanftesherz dachte gut nach, dann löste er von einem hufeisen zwei nägel. als die geheimnisvolle prinzessin nun zur mitternacht wieder floh, lahmte ihr pferd bald und er konnte ihr leicht folgen. sie ritten durch einen tiefen, dunklen eichenhain und erreichten eine burg, die war aus blankem eis. eine mauer aus spiegeln umgab sie, doch der hengst der prinzessin machte einen grossen sprung, und sie waren verschwunden. das pferd des prinzen aber scheute, es warf ihn ab und lief davon und er war im tiefen wald ganz allein.
er konnte den weg zurück nicht finden, so verzweifelt er auch suchte. schliesslich fand er wenigstens eine waldhütte. dort richtete er sich ein, jagte, um zu essen, sammelte beeren und pilze und holz für ein feuer.
jeden tag ging er zu dem spiegelwall. zuerst versuchte er ihn zu erklettern, umsonst, der wall war glatt und kühl und er rutsche nur ab. er schlug mit den fäusten dagegen, bis sie bluteten, er rief und flehte. schliesslich nahm er steine aus dem nahen bach und versuchte, den wall zu zerstören. die steine sprangen zurück und er verletzte sich, der wall aber blieb heil.
da legte er sich in die hütte auf seinen strohsack und weinte und schlief ein und weinte im schlaf. mit einem mal fuhr er auf, träumte oder wachte er. vor ihm sah er prinzessin aquaticus, sie sah ihn liebevoll an und flüsterte: "nicht mit gewalt wirst du den spiegelwall erobern. dein name ist es, der ihn brechen lässt"." was heisst das?", fragte er, doch sie verschwand und er erwachte. sein bett war ganz nass, die tränen rollten aus seinen augen und wie er sie abwischte, verstand er plötzlich. mit seiner laute ging er zu der burg. dort setzte er sich ins moos und dachte voller sehnsucht an die fremde mit den augen, die bis ins herz sahen und an seine prinzessin, die ihm zu helfen versuchte, damit er wieder glücklich würde. da rollten seine tränen, er weinte sich alles von der seele.
mit einem mal bekam der spiegelwall risse, es wurden immer mehr und schliesslich zersprang er. noch aber war der weg nicht frei, denn die burg aus eis war genauso wenig zu erklimmen. in seiner verzweiflung hatte er sich obendrein an den spiegelscherben geschnitten und er dachte, wenn ich doch nur bei prinzessin aqaticus sein könnte.. da war es, als hörte er ihre stimme" nein, das ist der falsch weg. " und er sah in einer spiegelscherbe, wie seine prinzessin und er im mondenschein zur laute sangen und er verstand.
sein schönstes liebeslied schlug er an da schmolz das eis und der weg war frei. in einem turmzimmer fand er die eisprinzessin und sie erzählte ihm ihre geschichte. sie hatte sich einst in einen ritter verliebt, doch der war eines tages davongeritten und nie wieder gekommen. sie hatte sich in ihrem schmerz hier im wald versteckt und ihr schmerz baute die spiegelburg.
sein sanftes herz aber hatte das eis getaut und ihr wieder vertrauen geschenkt. und so kehrten sie heim ins königreich feuerherz und nahmen das zepter vom greisen könig und herrschten lange in frieden.die götter aber waren so berührt von seiner treue, dass sie sie beide zugleich zu sich riefen, damit nicht wieder einer so sehr um den anderen trauern müsste und ihre kinder hatten sein sanftes herz geerbt und regierten mit güte.
autor: dasweissekaninchen



Jeder Kopf ist der Kopf eines Künstlers, weil er Schönheit sehen und erfassen kann, und sei es nur einmal im Leben(Pat o´Shea, "Die Meute der Morrigan")
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Jan
Administrator

Beiträge: 8955
Ort: Oebisfelde


New PostErstellt: 31.05.13, 22:50  Betreff: Re: Die Spiegelburg  drucken  weiterempfehlen

schöne geschichte. vor allem, weil man spürt, dass darin eigene erfahrungen in die bildersprache der seele umgesetzt wurden.

Jan

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Peter
Mitglied

Beiträge: 2253


New PostErstellt: 04.06.13, 00:51  Betreff: Re: Die Spiegelburg  drucken  weiterempfehlen

In Ohnmacht fallen, dass waren noch Zeiten

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Magdalena
Mitglied

Beiträge: 4177
Ort: Warstein


New PostErstellt: 04.06.13, 18:58  Betreff: Re: Die Spiegelburg  drucken  weiterempfehlen

wunderschön



Liebe Grüße Magdalena
Wenn du jemanden ohne Lächeln siehst, gib ihm deins. Burmesisches Sprichwort
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