www.magieschule-lenk.de





. . . .
  Magieschule - Lenk
Online-Hexenschule, Grundlagen der Magie, Numerologie, Divinationssysteme
Hier können sich Hexen und Heiden austauschen und von einander lernen. Außerdem gibt es einen Schulbereich, wo kostenloser Online-Unterricht zu Grundlagen der Magie, Numerologie, den Runen, zu Ritualen, zu Kräutern, zu den Jahreskreisfesten, zum Kartenlegen, zur Aromatherapie, zur Spiegelmagie usw. stattfindet. Genaueres erfahrt Ihr im Bereich "Infos / News". Weitere Klassen bzw. Seminare sind in Vorbereitung. Weiterhin findet man noch interessante Themen, wie: Kräuterkunde, Astrologie, Rituale, Hexen, Edelsteine / Heilsteine, Astralreisen, schamanische Reisen, luzides Träumen, Traumdeutung, die Jahresfeste (Jul, Imbolc, Ostara, Beltane, Litha, Lughnasad, Mabon, Samhain und natürlich die Vollmondfeste), die vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft), Mythen, übersinnliche Erlebnisse, Jenseits, Wesenheiten (Götter, Göttinnen, Feen und andere Naturgeister, Dämonen usw.), Divinationssysteme (Kartenlegen, Runen, Pendeln usw.), Reiki, Räucherungen und noch einiges mehr.
 
Sie sind nicht eingeloggt.
LoginLogin Kostenlos anmeldenKostenlos anmelden
BeiträgeBeiträge SucheSuche HilfeHilfe StatStatistik
VotesUmfragen FilesDateien CalendarKalender

Anfang   zurück   weiter   Ende
Autor Beitrag
Benu
Dozent

Beiträge: 32

New PostErstellt: 06.11.12, 11:58     Betreff: Re: Schamanenreise

Das Video kenne ich leider nicht. ^^
Aber hier von mir auch ein "kleiner" Text bzgl. der Durchführung schamanischer Reisen.

Was schamanische Reisen und Pfadarbeiten sind

Unter schamanischen Reisen versteht man im allgemeinen die Abspaltung des Bewusstseins von unserem aktuellen Zustand, um mit unserem Bewusstsein in fremde Welten in uns zu reisen, bzw. zu blicken.

Jedoch finde ich diese Definition so nicht ganz richtig. Aus dem schamanischen Weltbildern weiß man, dass dort häufig das Prinzip der alltäglichen Wirklichkeit und der nichtalltäglichen Wirklichkeit vorliegt. Diese alltägliche Wirklichkeit entspricht unserer normalen Umgebung, all die Orte und Situationen die wir täglich durchmachen. Sie entspricht im Grunde diesem Augenblick, wo deine Augen über diese Zeilen wandern. Die nichtalltägliche Wirklichkeit dagegen ist die Wirklichkeit, in die man durch eine schamanische Reise eintaucht, die tiefen Wälder, die blumigen Wiesen, die feurigen Tiefen und die kühle Stille des Universums.

Viele gehen nun daher und unterscheiden die nichtalltägliche Wirklichkeit wiederum in drei Welten: die Unterwelt, die Mittelwelt und die Oberwelt.

Die Unterwelt ist das Reich der Geister, der Krafttiere, der belebten Dinge und unseres Unbewussten.

Die Mittelwelt ist ein Spiegelbild unserer alltäglichen Wirklichkeit und unserem Bewussten.

Die Oberwelt ist das Reich der Visionen, der Götter, Meister und Lehrer sowie des Höheren Selbst.

Nach dieser Aufteilung finden Reisen grundsätzlich im Inneren statt, da all diese Welten in uns verborgen liegen.

Nun gibt es aber auch Personen, die kabbalistische Pfade und Sphären bereisen. Auch hier könnte man noch argumentieren, dass sich all das Wissen um diese Sphären bereits in uns befinden.

Doch nun kommt bspw. der germanische Lebensbaum Yggdrasil ins Spiel. Sind auch diese Welten mit ihren Bewohnern, Göttern und Kräften alle bereits in uns verborgen? Oder liegen sie etwa außerhalb von uns? All dies ist nur sehr schwer greifbar und unterteilbar. Was ist nun Innen, was ist Außen? Wenn ich in die Mittelwelt reise, finde ich dann wirklich die ganze Welt in mir oder reise ich mit meinem Bewusstsein in die Stadt, während mein Körper noch auf dem Boden liegt?..

All dies bietet eine Menge Raum zum mystischen philosophieren. Jedoch bringt uns die Philosophie in der Praxis nur bedingt weiter. Wenn ich jemanden Heilen möchte oder eine Antwort auf eine sehr wichtige Frage suche, dann ist es mir ehrlich gesagt ziemlich egal, ob diese nun bereits in mir vorhanden ist, oder ob ich diesem im Außen suche. Für mich ist Magie generell nichts für Romantiker sondern mir geht es um die pure Effektivität.

Mir ist also wichtig DAS ich die Antworten bekomme und nicht woher.

Ich habe verschiedene Ansätze und Erklärungsmöglichkeiten für die schamanischen Reisen in Büchern gefunden und jedes Buch hat seine ganz eigene Version und Definition. Ich habe irgendwann festgestellt, dass das was ich mit unter in meinen Reisen erlebte nicht zu definieren ist und ich es somit als sinnlos erachte, Dinge die ich nicht definieren kann mit einem Etikett zu bekleben. Daher bringe auch ich paradoxer Weise eine Definition für schamanische Reisen an, die folgendermaßen lautet:

„Schamanische Reisen sind Geistreisen in die vielen Welten unseres jeweils eigenen Multiversums.“

Diese Definition reicht mir persönlich vollkommen aus. Jeder der möchte darf sie gerne übernehmen und weiterverwenden. Hiermit verzichte ich ausdrücklich auf jegliche Urheberrechte für diese Definition.

Für mich gehören auch Meditationen im weitesten Sinne in den Bereich der schamanischen Reisen. Mir persönlich ist es schon sehr oft passiert, dass ich im Laufe einer Meditation auf bestimmte Wesen oder Kräfte diese mich „zu sich holten“, sodass ich durch Tempel, Wälder oder sphärische Ebenen gewandert bin oder sich ein Kontakt zu diesen Wesen herstellte. Als „schamanische Reise“ verstehe ich also das Befinden und Arbeiten auf einer anderen Ebene.

Aber hören wir nun lieber auf darüber zu philosophieren, was jetzt genau eine schamanische Reise ist und beginnen wir lieber mit der Frage, wie solch eine Reise funktioniert.

Für viele die ich kenne sind schamanische Reisen eine Art Rentner-Zauberei. Man legt sich auf eine schöne dicke Wolldecke und lauscht gemütlich den Trommeln oder einer Musik und begibt sich nebenbei auf zauberische Entdeckungstouren. Doch dem muss nicht immer so sein.

Auch gibt es Untersuchungen, nach denen bspw. durch bestimmte Rhythmen bestimmte Wellen im Gehirn besonders angesprochen werden, weswegen Trommel-CDs im Handel immer eine bestimmte BpM-Zahl (Beats per Minute) aufweisen. Doch ich bin kein Mediziner, ich bin Magier und Trommelklänge aus der Dose kommen bei mir auch äußerst selten auf den Altartisch.

Ich könnt jetzt wahrscheinlich auch stundenlang über Quantenphysik und deren Einflüsse, bzw. unsere Einflüsse lamentieren, aber ich denke da gibt es andere Bücher, die einem in dem Fall besser und weiter helfen können. Ein paar persönliche Empfehlungen für einen Crashkurs in Sachen Quantenphysik findet sich im Anhang.

Daher nur so viel: Es ist heute bekannt (je nach eigener Ansicht), dass es möglich ist, sein Außen dadurch zu kontrollieren, dass man mit seinem Inneren eins ist.

„Was oben ist, ist gleich dem, was unten ist und
was unten ist, ist gleich dem, was oben ist.“
(Tabula Smaragdina, Hermes Trismegistos)

Oder in anderer Form: Wie Innen, so Außen und wie Außen, so Innen.

Uns ist es also möglich, durch schamanische Reisen nicht nur fröhlich durch die bunten Welten zu spazieren, sondern auch tatsächlich Resultate in den verschiedensten Bereichen unserer vermeintlich realen Welt zu erzielen. Klassisch ist es, dass der Stammesschamane solche Reisen zur Heilung einer Person einsetzt oder zur Schädigung eines Mitglieds des Nachbarstammes.
Dabei greifen diese primitiven Schamanen (primitiv nicht als abwertende Bezeichnung verstehen) durchaus auf Mittel der Neuzeit zurück. Ich habe beispielsweise von einem Schamanen gehört, welcher zum Angriff gegen das rivalisierende Nachbardorf eine Reise auf der Mittelwelt in einen Kampfjet unternommen hat und damit in das benachbarte Dorf gerauscht ist.

Aber nicht nur hierfür finden schamanische Reisen Verwendung. Nebst Schutz, Heilung und Angriff stehen auch die Sorgen des Alltags auf der schamanischen Landkarte: Finanzen, Beruf, Liebe, Beziehung, Sex, etc.

Dazu natürlich auch die Frage nach der Zukunft, Sorgen und Ängsten aus der Vergangenheit und einem stabilen Stand im Hier und Jetzt; sprich: die Divinatorik

Den Göttern sei Dank gibt es aber auch noch einen anderen Sinn, den viele mit schamanischen Reisen verbinden: einen Weg zu Erkenntnissen, wenn nicht zuletzt sogar zu einer abschließenden „die Erkenntnis“

Doch wie soll man es schaffen all diese Ziele und Möglichkeiten unter einen Hut zu bringen? Wie kann es sein, dass es durch eine simple Technik möglich sein soll, all dies verwirklichen zu können? Ist die Welt der schamanischen Reisen groß genug für all unsere Vorstellungen? Gibt es spezielle Länder oder Gegenden für bestimmte Probleme und Wünsche?


Durchführung schamanischer Reisen

Gehen wir nun einmal die verschiedenen Arten durch, wie man eine schamanische Reise durchführen kann. Darin unterscheide ich persönlich in statische Reisen und dynamische Reisen.

Statische Reisen:
Alle Formen schamanischer Reisen, in denen der Körper sich in einer festen Position befindet, bspw. auf dem Rücken liegend, sitzend, stehend, etc.

Dynamische Reisen:
Alle Formen schamanischer Reisen, in denen der Körper bewegt wird, bspw. beim tanzen, meditativen Bewegungen, etc.

Statische Reisen sind gerade von Anfängern im Bereich der schamanischen Reisen oft viel leichter durchzuführen, als die dynamischen. Jedoch arbeiten beide Arten zumeist mit völlig unterschiedlichen Mitteln der Trance (Gnosis).

Bei statischen Reisen wird meist auf die Dämpfungstrance (Inhibitory Gnosis) zurückgegriffen. Ziel ist es alle äußeren Sinne auszuschalten, indem man sie durch Meditation, Mantren, Pranayama, Konzentration auf bestimmte Reize (Bilder, Klänge, Gerüche, etc.) zur Ruhe bringt. Gerade die anfängliche Konzentration auf bestimmte Trommelrhythmen wird heutzutage am häufigsten verwendet.

Dynamische Reisen werden seltener durch eine Dämpfungstrance induziert, sondern es wird häufiger auf die Erregungstrance (Excitatory Gnosis) zurückgegriffen. Zwar liegt auch hier das Ziel darin die äußeren Sinne auszuschalten, jedoch wird hier mit Überreizungen gearbeitet, wie ekstatische Bewegungen oder Tanzen, Sieden, laute Musik, Schreiben oder einem Gemisch aus verschiedenen Mitteln.

Ich finde es immer wieder interessant, wie sich einzelne Personen ihre ersten Reisen vorstellen. Manche haben Zweifel, dass überhaupt etwas passiert. Andere freuen sich darauf endlich mit einem Krafttier in Kontakt zu treten oder die bunte schamanische Welt zu erkunden. Wiederum andere haben schon genaue Pläne und Vorstellungen, was sie alles auf ihrer ersten Reise machen und sehen wollen. Den Zweiflern sei gesagt, dass der Zweifel eines der Dinge ist, die dem Reisen am meisten abträglich sind.

Denn die größte Blockade die der Mensch haben kann ist unser eigener psychischer Zensor. Dieser getreue Zeitgenosse erfüllt in erster Linie eine Schutzfunktion. Er schützt und selbst davor völlig abzuheben und uns in den verschiedenen Welten zu verlieren. Aber er kann uns auch völlig davon abhalten, überhaupt in diese Welten vorzudringen. Je mehr Zweifel wir haben, desto eher fühlt unser kleiner Freund sich angesprochen darauf zu reagieren und uns mit Sätzen wie „Das ist doch alles eh totaler Blödsinn“, „Spinnst du jetzt völlig?“ oder „Das kann doch gar nicht funktionieren!“ zu bereden.

Doch wir müssen uns im klaren darüber sein, dass schamanische Reisen seit vielen tausend Jahren schon durchgeführt werden und wenn das alles nur ein Hirngespinst sein soll, warum hat sich diese Tradition dann in den verschiedenen Kulturen so lange und teilweise bis heute hin sonst durchgesetzt? Aber nicht nur Zweifel kann unsere Reisen stören, auch Angst kann genauso hinderlich sein und dieselben Effekte hervorrufen.

Alle die meinen, dass ihre erste Reise sei vollkommen planbar sei, möchte ich zwar nur ungerne enttäuschen, aber es kommt erstens oft anders und zweitens als man denkt. Das Verhalten während schamanischer Reisen muss erst gelernt werden. Ich kenne äußerst wenige Personen, die auf ihren ersten Reisen genauso sicher durchs Leben gehen konnten wie in der alltäglichen Wirklichkeit. Die meisten trauen sich entweder kaum ein paar Schritte zu machen, benehmen sich wie ein Elefant im Porzellanladen oder wie ein sieben Jahre altes Kind während eines Besuches im Kinderparadies. Erst durch fortgeschrittene Praxis lernt man sich in den anderen Welten zu bewegen und vor allem, wie man mit dortigen Wesen umzugehen hat.

Ich denke der beste Angang ist immer noch der, dass man einfach alles zwanglos auf sich zukommen lässt. Erwartungen lassen sich zwar selten unterdrücken, aber man sollte einfach, ohne diese unbedingt erfüllen zu wollen, gespannt auf die erste Reise gehen und nicht enttäuscht sein, wenn man nicht gleich dem starken Löwen als Krafttier begegnet ist, sondern vielleicht nur einem Kaninchen oder vielleicht auch gar nichts.

Lassen wir also die üblichen langen Reden über die Funktionsweisen und Möglichkeiten von schamanischen Reisen beiseite und beginnen wir da, wo wir erst wirklich lernen mit schamanischen Reisen umzugehen: in der Praxis

Egal ob du dich für eine statische oder eine dynamische Reise entscheidest, du solltest auf jeden Fall einen geeigneten Ort wählen. Wer grundsätzlich zu Hause reisen möchte sollte sich eine gemütliche Atmosphäre schaffen, am günstigen einen Raum für sich haben, Telefone oder Handys sollten aus sein, die Mitbewohner soweit instruiert werden, nicht zu stören und alle sonstigen Störquellen möglichst minimiert werden.

Unterstützend benutzen viele Räuchermittel wie Harze, Kräuter, Räucherstäbchen oder -kegel, Duftlampen, etc. Wer gerne räuchert sollte bei seinen Reisen darauf achten, dass die Räucherungen dem Ziel der Reise entspricht. Dies kann entweder dadurch entschieden werden, ob man sich an gängige Korrespondenzen# hält, seiner Intuition folgt oder sich eine spezielle Räuchermischung für Reisen herstellt#. Letzteres hat vor allem den Vorteil, dass sich durch die spezielle Räucherung während den Reisen das Unterbewusstsein nach und nach auf „Reisezeit“ programmiert, bzw. sich konditioniert, dass sobald man diese Räucherung riecht schon in Reisestimmung gelangt und auch der psychische Zensor sich nach und nach viel leichter besänftigen lässt.

Auch besteht die Möglichkeit sich vor der Reise einen Schamanen-Tee herzustellen, welcher nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie die persönliche Räucherung.

Bei statischen Reisen lege nun eine Decke auf den Boden, ein Fell und vielleicht ein paar Kissen für den Kopf und unter die Knie. Falls du lieber im sitzen reist würde ich dir ein Sitzkissen empfehlen.

Bei dynamischen Reisen achte darauf, dass du möglichst viel Bewegungsfreiraum hast, um nicht evtl. Omas gutes Kristallgeschirr aus dem Regal zu werfen oder die neue Vase vom Wohnzimmertisch zu schubsen.

Was das Licht angeht scheiden sich die (menschlichen) Geister. Die einen brauchen absolute Dunkelheit. Hier empfiehlt es sich die Fenster abzudunkeln, in fensterlosen Räumen zu reisen oder wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Andere reisen lieber bei einem Feuer (im Kamin!) oder im sanften Kerzenschein. Wiederum anderen ist es völlig egal.

Wenn du lieber draußen reisen möchtest, suche dir ebenfalls einen Platz, an dem du ein wenig ungestörter bist. Das Reisen in der freien Natur hat den Vorteil, dass man sich an Orte begeben kann, die zu den Reisezielen passen. Wenn du beispielsweise eine Elementreise mit dem Element Wasser durchführen möchtest, kannst du dir einen See suchen. Wenn du lieber Kontakt zu Waldgeistern haben möchtest, gehe in den Wald. Lasse deiner Kreativität freien Lauf.

Auch liegt hier wieder der Vorteil, dass du dir für Reisen zu einem bestimmten Thema oder in eine bestimmte Welt dir einen speziellen Platz suchen kannst, der nur für diese eine Form der Reise gedacht ist. So mag es dir vielleicht von Mal zu Mal besser gelingen in diese Welt vorzudringen und neue Dinge zu entdecken.

In der Praxis bietet es sich an, möglichst bei ein paar dieser genannten Orte zu bleiben, denn so fällt es einem nach und nach immer leichter, an dieser Orten auf Reisen zu gehen (Konditionierung).


Der Startschuss fällt

Hast du deine Vorkehrungen alle getroffen, setze oder lege dich entspannt ist und bereite dich mental auf die Reise vor. Nehme ein paar tiefe Atemzüge und beginne deinen Herzschlag sanft zu regulieren. (dies gilt natürlich nur für statische Reisen)

Denke noch einmal darüber nach, was du auf deiner Reise eigentlich erreichen willst und werde dir genau über deine Intention klar. Wenn du beispielsweise auf deiner Reise herausfinden willst, wie du an mehr Geld kommst, um eine Frau zu beeindrucken, dann ist es nicht das Geld, wonach du dich sehnst, sondern die Frau. Um im Außen Entscheidungsreif zu sein, musst du dies vorher im Inneren sein.

Nehmen wir jetzt einmal eine Beobachterposition ein:

Da liegt jemand auf einer schönen Decke, im Hintergrund hört man Trommelklänge, das Licht ist schummerig und was nun? Löst sich gleich ein Abbild der Person vom Körper? Fängt er an zu leuchten? Tut sich ein Loch unter der Person auf? Wird er von einem Beam-Strahl erfasst und findet sich an Bord eines Raumschiffs wieder?

Die zentrale Frage dahinter lautet: „Wie beginne ich meine Reise?“
Und die Antwort lautet: „Indem du tust!“
Darauf folgt die Frage: „Und wie tue ich?“
Worauf man antworten wird: „Indem du reist!“

Das Ganze ist nun eine Art Denkprozess, den man in viele Richtungen weiterentwickeln kann, uns jedoch dann nur im Weg stehen würde.

Aber die Fragen sind ja berechtigt. Wie soll man von einer kuscheligen Fleece-Decke aus in die tiefsten Unterwelten seiner eigenen Psyche oder den höchsten Gipfeln der Götter vordringen?

Man benötigt daher Hilfsmittel, um überhaupt erst auf Reisen gehen zu können. Ein paar dieser Hilfsmittel habe ich schon in den Vorbereitungen genannt wir bestimmte Klänge, Gerüche, etc. Dies sind jedoch nur äußerliche Hilfsmittel. Um mit der Reise zu beginnen benötigen wir jedoch auch innere Hilfsmittel.

Das erste innere Hilfsmittel ist der „Eingang“.

Durch den Eingang beginnen wir erst mit der eigentlichen Reise, da unser Bewusstsein sich durch das Überschreiten des Eingangs teilweise abschalten lässt und dem Unbewussten mehr Freiraum gibt, um sich zu verwirklichen und für uns darzustellen.

Da ich den modernen „klassischen“ Angang für den einfachsten halte, will ich diesen nun einmal kurz vorstellen:

Viele führen ihre ersten Reisen in die so genannte Unterwelt aus.

Wie weiter vorne schon kurz angesprochen ist die Unterwelt kein Ort des Bösen, wie man es aus der Bibel kennt. Die Unterwelt ist ein Bereich des Unbewussten, das Reich der Krafttiere, der belebten Dinge, das Reich der Zauberei und des Wissens. Da die meisten Reiseanfänger ganz heiß darauf sind, aber gleichzeitig sich noch nach etwas Unterstützung sehnen, gehen diese grundsätzlich auf der Suche nach ihrem Krafttier. Also wollen wir diese „Tradition“ fortführen und uns auch zu Beginn auf die Suche nach unserem Krafttier machen. Was das Krafttier ist, der Umgang und die Möglichkeiten, wird ein Teil eines späteren Kapitels sein.

Gehe ein paar Tage vor deiner ersten geplanten Reise ein wenig spazieren. Abgesehen davon, dass ich es für wichtig erachte, sich (wenn nicht sogar täglich) etwas Zeit zu nehmen und durch die Natur zu spazieren, soll dies nicht der Entspannung dienen, sondern du gehst auf Entdeckungstour!

Doch wie soll ein solcher Ort aussehen? Was ist wichtig?

Wir wissen, dass die Unterwelt „Unterwelt“ heißt, sie also eine Welt unter unserer ist. Rein von der logischen Schlussfolgerung: Wo entlang müssen wir, wenn wir in diese Welt wollen? Nach unten!

Die Einstiegsorte für die Unterwelt sind demnach alle Orte, die nach unten führen. Dies können Höhlen sein, Felsspalten, kleine Tunnel von Tieren, aber auch Quellen (wenn du gegen den Strom schwimmen kannst), Seen, ausgehölte Baumstämme, Wurzeln, etc. Selbst wenn wir in die Neuzeit gehen können wir uns Orte wie Kanalisationen, Gulli-Deckel, Zisternen, Leitungen in den Boden, Abflüsse, ja selbst die Toilette als eine Art Einstieg in die Unterwelt benutzen (wobei die Ergebnisse der Reisen durch letzteren Eingang ziemlich „scheiße“ sind...).

Für Reisen in die Mittelwelt eignen sich besonders „Tore“. Dies können wirkliche Tore sein, eine Tür, ein Spiegel


Der innere Tempel

Bevor wir nun in die Praxis einsteigen, möchte ich dir noch eine Alternativmöglichkeit zu den üblichen schamanischen Eingängen anbieten. Das Konzept des „inneren Tempels“ ist schon in vielen Schulen bekannt, jedoch findet er in der praktischen Anwendung leider oft viel zu wenig Beachtung. Gerade im Bereich der schamanischen Reisen habe ich dieses Konzept selten erlebt.

Der innere Tempel ist eine Art astraler Zweitwohnsitz. Er dient als Ausgangs- und Beendigungspunkt deiner Reise und kann auch für Meditationen verwendet werden. Im Gegensatz zu vorgefertigten Einstiegen (Höhlen, Brunnen, Löcher, etc.) bist es jedoch du, der Aussehen und Funktionen des inneren Tempels bestimmt.

Bist du mit der Matrix-Trilogie vertrau, dann kannst du dich bestimmt an den ersten Teil erinnern. In einer Szene gelangt der Hauptcharakter „Neo“ durch „Morpheus“ in einen strahlend hellen weißen Raum. Dieser Raum ist anfangs leer und befindet sich in er Matrix. Im übertragenen Sinne hat der Flugschiff-Schamane Morpheus den Novizen Neo mit auf eine Reise in die nichtalltägliche Wirklichkeit mitgenommen und ihm seinen eigenen Tempel vorgestellt. Im weiteren Verlauf der Szene erscheinen in diesem Raum die verschiedensten Gegenstände, die sich nach Belieben verändern lassen. Und genau so ist auch das Konzept des inneren Tempels. Du erschaffst dir einen Raum in der nichtalltäglichen Wirklichkeit. Anfangs ist er noch kubisch, strahlend weiß, leer und ohne weitere Funktionen. Jedoch kannst du mit der Zeit beginnen diesen mit Gegenständen einzurichten, wie du es auch mit deiner richtigen Wohnung machen würdest.

Ein solcher Raum kann auch als praktische Abstellkammer dienen. Es kann zwischendurch nämlich immer einmal passieren, dass du auf deinen schamanischen Reisen etwas erhältst. Dies können Gegenstände von Wesen oder astrale Pflanzen, Steine, etc. sein. Stelle vielleicht eine Vitrine oder einen Altar in deinem inneren Tempel auf, wo du die erhaltenen oder gesammelten Dinge lagern kannst, um sie später erneut zu verwenden.

Setze dich in dein bevorzugtes Asana und stehe mental aus deinem sitzenden Körper aus. Du kannst dich auch kurz umdrehen und dich selbst, auf dem Boden sitzend, betrachten. Du befindest dich jedoch noch im gleichen Zimmer, in dem du auch in der alltäglichen Wirklichkeit sitzt. Langsam gehst du zu deiner geschlossenen Zimmer und öffnest diese. Dahinter liegt jedoch nicht dein Flur, sondern ein strahlend weißer, aber ansonsten leerer Raum. Gehe hinein und schließe hinter dir die Tür. Du kannst nun ein wenig auf und ab gehen, um dir die Maße deines Tempels ein wenig einzuprägen und ein Gefühl für das Arbeiten im inneren Tempel zu sammeln.

Wenn du soweit bist, gehe wieder in deinen alltäglichen Raum zurück, nehme in deinem Körper Platz und beende die Reise.

Nehme dir nun Stift und Zettel zur Hand und beginne dir Gedanken über deinen inneren Tempel zu machen. Vielleicht gefällt dir der schlichte weiße Raum ja schon so gut, dass du daran nichts mehr ändern möchtest. Ist dies jedoch nicht der Fall, so skizziere dir deinen Tempel auf dem Papier. Mache dir Gedanken darüber, was du alles in diesem Raum aufstellen möchtest. Suche dir aus, in welcher Farbe oder in welchen Farben er gehalten sein soll. Sei dabei ruhig kreativ. Du bist in der nichtalltäglichen Wirklichkeit nicht an physikalische Gesetze gebunden. Du kannst also durchaus deinen Tempel in verschiedene Ebenen einteilen. Vielleicht möchtest du für Elementarreisen eine eigene Wand benutzen. Stelle auf dieser Wand ruhig eine Vitrine hin, vielleicht ein paar Kerzen für das Element Feuer oder eine Schüssel voller Wasser. Wenn dir dann danach ist, betrete deinen inneren Tempel und laufe einfach an der Wand empor. Du kannst dir auch aussuchen, aus was der Tempel bestehen soll. Ist er mit einem weichen flauschigen Teppich ausgelegt oder läufst du dort über Sand?

Sehr wichtig ist jedoch, dass du in diesem Tempel eine zweite Tür einbaust. Denn diese zweite Tür ist es, durch die du auch deinen inneren Tempel verlässt, um auf eine schamanische Reise zu gehen. Sobald du diese Tür öffnest, gelangst du an den Ort, an dem du deine Reise ausführen möchtest. Du kannst natürlich auch mehrere Türen für verschiedene Reisen mit in deinen Tempel einbauen und auch die Maße deines inneren Tempels sind veränderbar. Ich habe es als praktisch empfunden, dass wenn ich diese zweite Tür durchschreite, ich in eine Art Kellergang gelange, von dem aus viele weitere Türen in verschiedene Welten gehen. Auf den Türen befinden sich jeweils eindeutige Symbole der Orte, zu denen ich gelangen will. Dies sind bspw. Elementsymbole, Planetensymbole, bestimmte Siegel oder Sigillen, etc.

Der innere Tempel hat jedoch einen kleinen Haken. Ähnlich wie in Wohnung in der alltäglichen Wirklichkeit passiert es sehr leicht, dass du deinen Tempel nach und nach mit Gegenständen oder Plunder bestückst, dass du ihn ab und an auch aufräumen musst und Gegenstände, die du nicht mehr benötigst, auch wieder los wirst. Gefällt dir dein Tempel überhaupt nicht mehr, so kannst du ihn auch einfach abreißen und dir einen neuen Tempel nach deinen Wünschen und Vorstellungen zusammenbauen.


Über die Krafttiere

Ziel der ersten schamanischen Reise ist hier zu Lande meistens die Suche nach dem so genannten „Krafttier“. Ein Krafttier ist ein Verbündeter, ein Seelengefährte, der einen auf Reisen behilflich sein soll oder auch für Rat, Unterstützung oder Heilungen angerufen werden kann. Krafttiere sind unsere Begleiter, die uns auch außerhalb von schamanischen Reisen in vielen Lebensbereichen unterstützen können.

In vielen Kulturen ist das Konzept des Krafttieres bekannt. Manche sprechen davon, dass ein Krafttier dem Menschen bei der Geburt zugeteilt wird und diesen sein ganzes Leben lang begleitet. In vielen Völkern gab es jedoch die Ansicht, dass ein Mensch unterschiedliche Krafttiere besitzt, welche im Laufe seines Lebens auch wechseln können. Es gibt bspw. das so genannte „Totemtier“, welches für einen ganzen Stamm, bzw. eine Familie über Generationen hinweg für alle Mitglieder zuständig ist und auch nicht wechselt. Es ist auch kein Wunder, dass in vielen Familienwappen oder indianischen Totempfähle ein spezielles Tier auftaucht. Dann wiederum gibt es Krafttiere, die von Person zu Person unterschiedlich sind und von Geburt an für den Menschen da sind, ihn beschützen oder ihm unbewusst Hinweise oder Botschaften übermitteln, ehe er sich dessen bewusst wird. Zwischendurch gibt es Krafttiere, die nur temporär in das Leben einer Person treten, bspw. in einer bestimmten Lebenssituation, für eine wichtige Mitteilung oder wenn eine spezielle Aufgabe ansteht. Diese verschwinden oft anschließend wieder oder kehren manchmal selbst nach Jahren wieder zurück. Aber auch unsere nordischen Vorfahren kannten das Krafttier in Form des Fylgja, welches sowohl tiereische, als auch menschliche, fantastische oder abstrakte Gestalt annehmen konnte und den Menschen durch Geburt, seine Träume und durch den Tod geleitet. Daneben stolpert man oft über Begriffe wie Elementkrafttiere, Pfortenkrafttiere, etc.

Um das Ganze nicht unnötig zu vewirren, gebe ich im Folgenden meine persönliche Erfahrungen von Krafttieren wieder, die keine Anspruch auf Allgemeingültigkeit besitzen.

Auf meiner ersten schamanischen Reise begegneten mir zwei Tiere, die sich mir als Krafttiere vorstellten. Ich war verwirrt, da ich der Ansicht war, dass der Mensch nur ein Krafttier hätte. Mit der Zeit lichtete sich der Schleier ein wenig, da ich herausfand, dass diese Krafttiere auf ganz unterschiedliche Qualitäten eingingen. Sie haben nicht nur bestimmte Funktionen, sondern sie besitzen auch unterschiedliche Stärken, Charaktereigenschaften und sogar Schwächen. Wer ein Krafttier für ein göttergleiches vollkommenes Wesen hält, der wird in der Realität damit nicht sehr weit kommen. Wenn ich zum Finanzamt gehen würde und dort einen Mitarbeiter frage, ob dieser nicht Lust hätte, am Wochenende bei mir vorbeizukommen, um mein Wohnzimmer zu streichen, dann würde er mir wahrscheinlich einen Mitarbeiter vom Hauptzollamt beiseite Stellen, um eine mögliche Schwarzarbeit zu überwachen. Gehe ich anstelle zu einem Freund und biete ihm als Gegenleistung ein Bier oder einen Kinogutschein an, wird dieser sicherlich die Zeit dazu finden. Und so verhält es sich auch mit den unterschiedlichen Charakteren eines Krafttieres.

Ich möchte dies anhand eines Beispiels zu einer Charakterbeschreibung für ein Krafttier noch verdeutlichen, wie man sie in Büchern oder im Internet finden kann.

Der Hirsch wird dort als ein Krafttier beschrieben, welches die Kräfte des Wachstums, der Weisheit oder für die Regeneration steht. Aber auch Anmut und Schönheit gehört zu seinen Attributen. Er soll als Führer zwischen den Welten dienen und dich lehren, deine verborgenen Talente und Interessen zu erkennen und auszuschöpfen. Dennoch sollte man daran denken, dass ein Hirsch auch ein Fluchttier ist und es oft einen nervösen oder ruhelosen Eindruck vermitteln kann. Auch üblich zu solchen Beschreibungen sind eine Menge von Korrespondenzen wie Edelsteine, Farben, Elemente, Symbole, Runen, etc.

Wer sich einmal die Mühe macht und im Internet sucht oder sich ein Buch über Krafttiere kauft wird sich schnell denken: „Hui... eine ganz schöne Menge an Informationen, was ich alles über dieses Krafttier wissen muss, wie es sich verhält, was es kann und wie ich mit ihm arbeiten kann.“ Doch entspricht dies wirklich der Wahrheit?

Natürlich tut es das nicht. Solche Beschreibungen von Krafttieren basieren nebst eigener Erfahrungen oft auf einem simplen Muster aus Beobachtungen und Verhaltensweisen der materiellen Vertreter des Tieres. Lebt es einzeln oder in einem Rudel? Wie viele Partner hat es? Ist es ein Fleisch- oder Pflanzenfresser? Ist es scheu oder dem Menschen sehr zutraulich? Ist es ein Tier was fliegt, schwimmt, gräbt, läuft oder sich auf andere Art und Weise fortbewegt? In welchen Regionen lebt dieses Tier? Hat es ein dickes Fell, ein dünnes oder besitzt es Schuppen? Diese Fragen könnte man endlos weiter stellen, jedoch führt jede Antwort auf eine dieser Fragen zu einem ungefähren Anhaltspunkt, wie mit dem Krafttier umzugehen ist und wie oder wobei es dir weiterhelfen kann.

Aber um noch einmal auf die Beschreibungen zurückzukommen, möchte ich bzgl. der Verallgemeinerungen ein Beispiel aus den menschlichen Kulturen geben.

Italiener:
Hitziges Temperament, Familiensinn besonders bei „la Mama“, oft kleinerer Gestalt, schwarze Haare, braune Augen, ernähren sich von Spaghetti und Pizza

Deutsche:
Ordentlich und sorgfältig in ihrer Arbeit, geizig, tragen Lederhosen und Dirndl, sparsam und nicht sehr kontaktfreudig, groß, blonde Haare, blaue Augen, ernähren sich von Sauerkraut und Bier

Asiaten:
Arbeitswütig, quirlig und besitzen gleichzeitig eine tiefe Ruhe, lächeln den ganzen Tag, können kein „R“ aussprechen, kleiner als Italiener, gelbe Haut, Schlitzaugen, ernähren sich von Reis, Hund und rohem Fisch

Dies mögen ein paar Verallgemeinerungen oder auch Vorurteile sein, denen man in vielen Fällen vielleicht zustimmen mag. Doch ist Italiener gleich Italiener? Kann wirklich kein Asiate ein „R“ aussprechen? Gibt es noch andere Nahrungsquellen für Deutsche als der nächste Biergarten? Sicherlich mag es grobe Anhaltspunkte für die verschiedenen „Menschenarten“ geben, bspw. Hautfarbe, jedoch weißt du selbst, dass alle Menschen unterschiedlich sind und eigene Persönlichkeiten besitzen. Und genauso ist es auch mit deinem Krafttier. Alle Beschreibungen der Welt, die auf ein quicklebendiges und rastloses Krafttier hinweisen, helfen dir recht wenig, wenn in deinem Fall das Krafttier eher faul ist und lieber in seiner Höhle herumlungert, als mit dir wilde Jagten durch den Wald zu veranstalten. Größtenteils mag man zwar innerhalb einer Krafttierart viele ähnliche Verhaltensweisen und Funktionen kennenlernen, jedoch unterscheiden diese sich noch von Tier zu Tier.

Aber muss das Krafttier immer auch wirklich ein Tier sein? Manche Personen oder schamanische Gruppen schließen bereits im Vorfeld aus, dass Kleintiere, Insekten oder ähnliche Lebewesen keine Krafttiere sein können. Wenn man diese noch damit konfrontieren würde, dass man eine Art „Fabelwesen“ als Krafttier besitzt, dann würden sie sich wahrscheinlich vor Lachen nicht mehr einkriegen. Dies ist jedoch sehr schade, denn natürlich kann dein Krafttier genauso gut ein Insekt, wie auch ein Einhorn oder ein Phönix sein. Lasse dir also auf keinen Fall von jemand außenstehendem erklären, dass dein Krafttier eigentlich gar kein Krafttier ist, wenn du es selbst für dich gefunden hast.

Hast du dein Krafttier gefunden, so soll man es einer Art „Test“ unterziehen, um festzustellen, ob dies wirklich dein Krafttier ist. Ganz einfach kann dies erfolgen in dem du dem Tier die Frage stellst: „Bist du mein Krafttier?

Gibt es dir unmissverständlich zu verstehen, dass dem so ist, so kannst du eine Stufe weitergehen. Es wird gesagt, dass es wirklich dein Krafttier ist, wenn es sich dir von drei Seiten zeigt. Viele verstehen darunter, dass du dich um das Tier herumbewegst oder es sich vor dir dreht, dass du es von verschiedenen Seiten betrachten kannst. Jedoch kann dies auch anders verstanden werden. Vielleicht offenbart es sich dir was es augenscheinlich für ein Krafttier ist, was es dir zeigen oder lehren will und wo es in deinem Leben bisher aufgetaucht ist. Auch dies kann man als „drei Seiten“ verstehen und kann mitunter interessante Erlebnisse wieder ins Gedächtnis rufen.

Ich persönlich würde das Tier immer nach seinem Namen fragen. Nennt es dir diesen kannst du dir eigentlich schon ziemlich sicher sein, dass es dein Krafttier ist. Denn Namen besitzen gerade bei Wesen eine bestimmte Macht. Dich daran teilhaben zu lassen zeugt von großem Vertrauen.

Umgekehrt kann es jedoch auch sein, dass das Krafttier dich testen wird, ob du auch schon bereit für ein Krafttier bist. Dies kann zum Beispiel durch einen Biss des Tieres erfolgen, dass es dich (scheinbar) angreift, dir Fragen stellt, etc.

Aber in einem Punkt kannst du beruhigt sein: Jeder Mensch hat ein Krafttier!

Das hat gar nichts mit Schicksal oder früheren Leben zu tun, jedenfalls nicht immer. Diese netten kleinen Wesen tauchen einfach auf, wenn du nach ihnen suchst. Du sendest Aufmerksamkeit und damit Energie aus und daraufhin wird sich ein Krafttier bei dir melden. Dies muss nicht zwingend eine mystische Bedeutung oder eine besondere Verbindung zu diesem Tier haben. Man kann es sogar manchmal mit einer Tierhandlung vergleichen, in unserem Fall jedoch einer „Menschenhandlung“. Der Mensch der sein Krafttier sucht sitzt dort auf einer Stange und wenn ein Krafttier kommt, den Menschen sieht und sich denkt „das könnte passen“ oder „mei ist der niedlich“, dann geht es diese Verbindung ein.

Natürlich schließe ich karmische Verbindungen, frühere Leben, Familientotems, etc. nicht aus, aber der eben beschriebene Fall ist nun mal auch Bestandteil in der Praxis.

Im folgenden Teil stelle ich dir eine Art „Analysebogen“ vor. Da du bald dein Krafttier treffen wirst, soll natürlich eine gewisse Verbindung zwischen euch entstehen. Und je mehr der eine von dem anderen weiß, desto interessanter kann eine Zusammenarbeit aussehen. Vielleicht kopierst du dir die folgende Seite oder schreibst die Fragen in dein Tagebuch ab. Mein Krafttier ist ein: (Hirsch, Eule, Spinne, Eidechse, Delphin, Phönix, ...)

Sein Name ist:

Ich habe es getroffen: (wann und Beschreibung des Ortes)

Beschreibung des Tieres: (Farbe, Fell, Größe, Flügel, besondere Merkmale, ...)

In der alltäglichen Wirklichkeit lebt es: (geografisch, Wald, Wasser, ...)

Ist es ein: (Rudeltier, Einzelgänger, ...)

Es hat X Partner. (mehrere, einen, ...)

Es ist ein X-Fresser. (Fleisch-, Pflanzen-, Alles-)

Sein Fluchtverhalten gegenüber Menschen:

Mein persönlicher Bezug zu diesem Tier:



(Seine besondere Botschaft an mich lautet



Ich kann es rufen in dem ich:



Dieser Bogen soll dir helfen dein Krafttier ein wenig einzuordnen, es besser kennen zu lernen, verstehen zu lernen, dich über das Tier informieren zu können und um daraus vielleicht schon Rückschlüsse auf das Tier, seiner Aufgaben oder deiner Verbindung zu diesem Tier ziehen zu können.

Wichtig ist erst einmal, dass du weißt, um was für ein Tier es sich handelt. Sollte der Fall eintreten, dass du das Tier vor dir nicht kennst, so sollen dir die späteren Fragen helfen eine Antwort darauf zu finden (falls dies an der Stelle möglich ist).

Hast du den Namen deines Krafttieres herausgefunden kannst du einen schnelleren Bezug zu diesem herstellen. Zudem liegen in Namen auch Kräfte verborgen. Die alten Ägypter waren der Ansicht, dass sobald man den wahren Namen einer Person, eines Tieres, eines Gegenstandes oder eines Gottes kennt, man Macht darüber erhält. Der Name deines Krafttieres sollte also nichts sein, wo du frei mit umgehen oder ihn weitergeben solltest.

Die Frage „wann“ du es getroffen hast ist eher sekundär und soll dir nur eine Stütze sein. „Wo“ du es getroffen hast ist schon viel interessanter. Klar halten sich bestimmte Wesen natürlich bedingt lieber an einem bestimmten Ort auf. Wenn du diesen Ort kennst hast du dadurch auch die Möglichkeit schneller dein Krafttier wiederzufinden. Ist der Ort jedoch völlig konträr zum Lebensraum des Tieres in der alltäglichen Wirklichkeit (angenommen dir begegnet ein Eisbär in der Wüste), dann wäre dies ein Thema um auf einen der nächsten Reisen den Grund hierfür herauszufinden, ob dies eventuell eine bestimmte Bedeutung auch für dich hat.

Je genauer du dein Krafttier kennst oder weißt wie es aussieht, desto einfacher wird es für dich sein dein Krafttier wiederzufinden oder mit ihm zu arbeiten. Auf einer Reise zu „glauben“, dass es sich möglicherweise um dein Krafttier handeln könnte wird dich unsicher machen und eventuell zu einem Abbruch der Reise führen. Zudem würde es dein Krafttier auch zu denken geben.

Vielleicht hat dein Krafttier schon bei eurer ersten Begegnung eine bestimmte Botschaft an dich, eine Aufgabe oder ähnliches. So etwas kann sehr bezeichnend für euren weiteren gemeinsamen Weg sein.

Interessant wäre auch noch zu erfahren, wie du dein Krafttier rufen kannst. Gibt es ein bestimmtes Wort, ein Lied, eine Melodie, vielleicht ein paar Opfergaben die es gern hat. Etwas in der Art kann sich sehr unterstützend auf eure Zusammenarbeit auswirken. Dies kannst du deinem Krafttier natürlich auch vorschlagen, wenn die übliche Antwort kommen sollte: „Ich bin immer bei dir.“ Denn diese Aussage ist so auch nicht ganz korrekt. Du musst bedenken, dass eine Verbindung zwischen dir und einem Wesen wie dem Krafttier immer auf ein „Geben und Nehmen“ ausgelegt ist. Kümmerst du dich um dein Krafttier, arbeitest du mit ihm, schenkst ihm zwischendurch eine Räucherung oder eine kleine Opfergabe, bastelst etwas, so wird es auch zu dir kommen und dich unterstützen. Arbeitest du ohne Dank und „Auf Wiedersehen“ mit deinem Krafttier über lange Zeit, so begibst du dich in eine Art Schuld bei deinem Krafttier. Es wird dann früher oder später unweigerlich dazu führen, dass dir (im besten Fall) das Krafttier die Zusammenarbeit verweigert. Es kann allerdings auch sein, dass dieses Krafttier deine Schulden einfordern wird und dies kann sehr unangenehm für dich aussehen. Arbeitest du jedoch gar nicht mehr mi deinem Krafttier und ignorierst es wird es das gleiche auch auf seine Art und Weise tun. Und in diesen Momenten ist es eben nicht bei dir. Es mag spirituelle Schulen oder Ansichten geben, die das Gegenteil behaupten, ich bin jedoch mit dieser Ansicht bisher gut gefahren und diese hat sich auch im Laufe meiner Praxis, als auch mit Erfahrungen anderer herausgestellt. In dieser Beziehung sind die meisten Wesen auch nur wieder allzu menschlich.

Jetzt weißt du schon was ein Krafttier ist und ein wenig wie es denkt. Schauen wir nun einmal was ein Krafttier dir überhaupt alles für Möglichkeiten bietet, wobei du immer an die Wechselbeziehung zwischen dir und deinem Krafttier denken solltest. Krafttiere sind in erster Linie Lehrer. Sie können dir helfen um in verschiedenen Situationen eine Übersicht zu behalten, Wege oder Möglichkeiten aufzeigen oder dir mitteilen, dass gewisse Dinge einfach nicht möglich sind. Natürlich können sie auch unterstützend wirken, um bspw. gewisse Vorhaben voranzutreiben oder zu verstärken. Sowohl bei täglichen Angelegenheiten als auch bei Problemen oder Entscheidungen stehen sie dir mit Rat und Tat zur Seite. Bist du oder sind Personen in deinem Umfeld krank, so kannst du dein Krafttier mit der Heilung beauftragen oder darum dich dabei zu unterstützen. Auch die Kräfte des jeweiligen Krafttieres kann es dich lehren oder dir Techniken zeigen, um bspw. deine Hellsicht zu verstärken. Zudem kann es ein Führer auf deinen Reisen sein und dich in schwierigen Situationen beschützen oder zurück zu dir selbst führen.


Die erste schamanische Reise

Für deine erste schamanische Reise wollen wir den gängigen schamanischen Systemen treu bleiben und uns langsam in die Unterwelt bewegen, um dort dein Krafttier zu finden. Bereite also den Ort und dich, wie schon weiter vorne beschrieben, für deine erste schamanische Reise vor. Lege auf alle Fälle einen Stift und Zettel parat. Oft hat man etwas wichtiges nach einer Reise erfahren und während man anschließend nach etwas zu Schreiben sucht, hat man die Hälfte schon wieder vergessen.

Setze oder lege dich in dein bevorzugtes Asana und achte ein paar Augenblicke auf deine Atmung, um diese, deinen Herzschlag und natürlich dich zu beruhigen. Konzentriere dich dann auf den Gedanken, dass du dein Krafttier treffen möchtest. Baue nun vor deinem geistigen Auge deinen Ort auf, den du für den Einstieg in die Unterwelt gefunden hast steige geistig aus deinem Körper und gehe auf die Öffnung nach unten zu (eine Höhle, Erdloch, Brunnen, See, etc.). Stelle dir nun vor, wie du hindurch gehst und du einer Art Tunnel weiter in die Tiefen folgst. Achte hierbei auf deine Umgebung.

Gehst du durch ein Erdloch?
Ist der Weg gepflastert?
Was riechst du?
Gibt es ein bestimmtes Geräusch?
...

Wenn du auf diesem Weg in die Tiefe eine Barriere findest, vielleicht ein paar Wurzeln oder dass der Weg verschüttet ist, versuche diese Barriere mit Hilfe deiner Gedankenkraft beiseite zu schieben. Ist dies nicht möglich, versuche die Reise vielleicht ein zweites Mal oder probiere es mit einem anderen Eingang.

Ansonsten schreite immer weiter und tiefer, bis du aus dem Tunnel in die Unterwelt gelangst. Wenn dich völlige Schwärze umgibt ist dies nicht schlimm oder „falsch“. Gehe dann einfach weiter in die Dunkelheit, bis sich die Unterwelt vor dir aufbaut. Fange an die Dunkelheit zu beobachten. Wie sieht die Dunkelheit aus? Welche Farbe hat die Dunkelheit? Wie ist sie strukturiert? Versuche die Dunkelheit zu betrachten, dann wirst du sehen, was alles Dunkelheit sein kann.

Bist du in der Unterwelt angelangt, so gehe ein paar Schritte in diese hinein. Rufe nun nach deinem Krafttier mit bspw. folgenden Worten: Ich bin hier um mein Krafttier zu finden. Ich bitte dich, komm zu mir!

Warte ein paar Augenblicke, bis ein Tier auf dich zukommen wird. Versuche dies völlig wertfrei einfach anzunehmen, was dort begegnet. „Wünsche“ dir kein Tier herbei, denn dies kann zu Überlagerungen der Reise mit deiner Psyche führen, sodass die Bilder verschwimmen oder du amorphe Erscheinungen wahrnimmst.

Erscheint vor dir ein Tier so frage es: Bist du mein Krafttier? Es wird dir auf irgendeine Weise mitteilen, ob dem so ist oder ob du noch ein wenig warten/suchen musst. Lasse dir auf jeden Fall den Namen des Krafttieres geben, damit du es bei späteren Reisen direkt rufen kannst.

Wenn du möchtest, so ist jetzt noch ein wenig Zeit für Smalltalk. Ansonsten bedanke dich bei deinem Krafttier und verabschiede dich. Gehe nun den gleichen Weg wieder zurück, auf dem du in die Unterwelt gelangt bist. Durchschreite deinen Eingang und kehre gedanklich in die alltägliche Wirklichkeit zurück. Recke dich ein wenig, lasse ein paar Muskeln in deinem Körper kontrahieren, sodass du auch physisch wieder eins mit deinem alltäglichen Körper wirst. Öffne die Augen und beende die Reise.

Notiere dir nun alle wichtigen Punkte, Erfahrungen und Erlebnisse, die du auf dieser Reise erfahren hast.

Konntest du auf dieser Reise keinen Kontakt zu deinem Krafttier herstellen, so lasse dich nicht entmutigen. Es gibt viele, die ein paar Anläufe brauchen, bis sie ihr Krafttier gefunden haben. Natürlich spielt hierbei auch die geistige Einstellung, das Wohlbefinden, sowie auch der schon angesprochene psychische Zensor eine wichtige Rolle.

Auch wenn dies jetzt keine sonderlich komplexe Reise gewesen ist, so kann selbst eine kleine Reise am Anfang schwer fallen. Ich persönlich würde empfehlen, diese Reise jedoch nicht nach ein paar Fehlversuchen einfach zu überblättern, sondern erst nach Erreichung deines Ziels, das Finden deines Krafttieres, eine der weiteren Reisen durchzuführen. Zum einen besitzt du dann schon ein wenig Erfahrung und weißt, wie du dich auf Reisen zu verhalten hast oder dich bewegen kannst. Zum anderen übernimmt, wie schon weiter vorne beschrieben, dein Krafttier auch eine Führer- und Schutzrolle ein. So kannst du auf deinen Reisen dein Krafttier bitten dich zu begleiten, aus einer verzwickten Situation zu befreien oder dich zu unterstützen. Und bitte bedenke noch eins: Oftmals benehmen sich frische Reisende wie kleine Kinder und können sich auf ihren ersten Reisen kaum benehmen. Da sieht man ein neues Tier, also springt man darauf los und versucht es anzufassen, Fragen zu stellen, man lernt fliegen und blödelt wie eine angetrunkene Hummel in der Sphäre herum, probiert hier und testet da, ...

Versuche bitte dich ein wenig zu konzentrieren. Benehmen wird auf Reisen genauso gern gesehen wie in deiner „normalen“ Welt auch.

nach oben
Benutzerprofil anzeigen Private Nachricht an dieses Mitglied senden
Sortierung ändern:  
Anfang   zurück   weiter   Ende
Seite 81 von 166
Gehe zu:   
Search

powered by carookee.com

Design © Jakob Persson


Impressum




Counter


IP


free counters