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Autor Beitrag
Sammy-chan
Lucifer

Beiträge: 1385


New PostErstellt: 11.02.06, 16:37     Betreff: Re: Trapez von Marion Zimmer Bradley

Whisky: Mord im schottischen Schloss...
Hier ist die versprochene Leseprobe, ich hoffe sie gefällt euch:


...
Tommy bewegte sich nicht. Er hielt die Augen geschlossen, sein Gesicht an Marios Schulter gepresst, in einer Dunkelheit, die wie die Dunkelheit eines tiefen Schlafes war. Er hörte Mario seufzen und fühlte das tiefe, warme Heben und senken seiner Brust. Mario hätte ebenso gut eingeschlafen sein können, und doch war da diese seltsame, abwartende, gespannte Ruhe in ihm.
Tommy fühlte, dass Mario auf irgendein Zeichen von ihm wartete, dass Mario genau wusste, dass er nicht schlief, aber aus irgendeinem Grund sicher sein wollte, dass Tommy weiter so tat als ob. Das Vortäuschen von Schlaf war plötzlich sehr wichtig geworden. Tommy regte sich wieder etwas und seufzte, kuschelte sich etwas näher an und fühlte, dass Mario den Atem anhielt. Plötzlich schoss der Gedanke durch seinen Kopf: Die Nacht in dem Haus. Er wusste, dass ich in jener Nacht auch nicht geschlafen habe. Behutsam schob Tommy seinen Arm hinter Mario, hielt sich an ihm fest, sein Gesicht an seiner Schulter vergraben. Als ob seine Bewegung das Signal gegeben hätte, fühlte er den sanften Atem und fühlte, wie Marios Arm sich anspannte und ihn einen Moment fest drückte. Er hielt die Augen geschlossen, sein Gesicht versteckt. In der Dunkelheit fühlte er, wie sich Marios Hände auf ihm bewegten, sich um seine Taille schlossen, tiefer gingen, seine nackten Schenkel berührten, hoch in das Bein seiner Turnhose rutschten. Jetzt merkte Tommy ganz unmissverständlich, welche Art von Erregung sich in ihm rührte – unerwartet, unerwünscht... aber seltsamerweise nicht unwillkommen.
Eine flüchtige, halb ärgerliche Erinnerung durchfuhr ihn, von einem heimlichen, verstohlenen Experiment mit einem Klassenkameraden vor Jahren... Verflixt, wir waren bloß Kinder, die herumspielten. Einmal hatte sein Vater ihn gewarnt, dass ein Junge manchmal vorsichtig in der Gegenwart anderer Männer sein müsste. Er hatte ihnen einen Namen gegeben: Perverse. Er hatte es abstoßend klingen lassen, und Tommy war hin- und hergerissen gewesen zwischen Abscheu und widerwilliger Neugier. Als er älter wurde, hatte er den Gedanken irgendwie beunruhigend reizvoll gefunden. Er hatte das Wort schwul gehört, und er hatte ein paar Versager verdächtigt, auf die ihn Schulfreunde hingewiesen hatten. Er hatte eine vage Vorstellung durch die Unterhaltung mit seinem Vater, dass es nicht klug war, in öffentlichen Toiletten herumzulungern, denn dann könnten widerwärtige Fremde kommen und unaussprechliche Angebote machen.
Aber dies war Mario. Und Tommy erkannte wieder, genau wie in jener Nacht, das er, ohne es zu wissen oder zu wissen warum, schon lange gewollt hatte, dass Mario ihn so berührte. Als Marios Finger sich auf ihm bewegten und ihn in harte Erregung versetzten, schien es ihm plötzlich, dass er sich den ganzen vergangenen Winter lang in einem Kreis, mit Mario in der Mitte, bewegt hatte. Dass er nur intensiv lebte, wenn Mario in Sichtweite war oder ihn beobachtete. Dass die seltsame Spannung und Unruhe in ihm sich unausweichlich auf diesen Moment zubewegt hatte. Er erinnerte sich, und sogar in der Dunkelheit glühte sein Gesicht, wie er mit peinlicher Aufmerksamkeit und mit etwas, was er jetzt als Eifersucht erkannte, beobachtet hatte, wenn Mario seinen Bruder umarmt oder geküsst hatte. Und sogar die Erinnerung ließ die rätselhafte Erregung in seinem Körper anwachsen.
Marios Hände bewegten sich wieder auf ihm, forschten zwischen seinen Beinen, und Tommy hielt die Luft an; er wollte aus reiner Nervosität kichern. Er hatte keine Ahnung, was als nächstes passieren würde. Im Vordersitz pfiff Angelo immer noch ziellos die eintönige, kleine Melodie. Eine einzige, ständig wiederholte, vertraute Phrase bis zum Verrücktwerden. Tommy war jetzt hellwach und gespannt, fast ängstlich. Und die Erektion war jetzt so hart, dass sie fast schmerzte. Durch die neue Erregung und Furcht hatte er jetzt plötzlich ganz gewöhnliche Angst. Was würde passieren, wenn Angelo sich gerade jetzt umdrehen oder anhalten würde? Es war ziemlich verrückt von Mario, so etwas zu tun.
...



~~~Das Leben fliesst...ich bin gespannt wohin!~~~

spielwelt10.monstersgame.net/?ac=vid&vid=8019347
Auch bitte bei mir einmal klicken!! ^-^


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