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Westmarken-Expedition – Teil 3: Aufbruch ins Unbekannte

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Autor Beitrag
Admin Poldi
Administrator

Beiträge: 170
Ort: Mannheim


New PostErstellt: 13.04.14, 21:39  Betreff: Westmarken-Expedition – Teil 3: Aufbruch ins Unbekannte  drucken  weiterempfehlen

Da
steht ihr nun. Jenseits vom Eiswasser auf der Seite des Flusses von
dem ihr bisher nur Gerüchte gehört habt. Die Verunsicherung ist
einigen dann doch anzusehen. Erst recht, nach dem die paar Ersten am
Westufer abgesetzt wurden und auf den Rest der Gruppe warten mussten.
Gowan hat sich natürlich nicht die erste Passage nehmen lassen und
hat sogleich Frego und Leon ausgeschickt nahe Hügel zu erklimmen und
Ausschau zu halten. Das Land ist hier geprägt von flachen Hügeln,
die wenig Bewuchs aufweisen. Der Blick geht von dort daher weit ins
Land.
  

Nachdem
alle gesammelt wurden und man bereit ist die Etappe des Tages
anzugehen, bietet sich den Teilnehmern der Expedition ein Blick auf
steile und teilweise gut bewaldete Hügel in der Ferne. Leider auch
Richtung Süden wohin euch Aran und Ceris den Weg weisen. Es sei zu
gefährlich den Weg Richtung Westen einzuschlagen, da man dort in
mehr oder weniger offenes und ungeschütztes Land vordringe. Also
werdet ihr einen Weg parallel des Flusses Richtung Süden
einschlagen, den die beide zuvor gewählt hatten.

  

Es
wird beschlossen die bewaldeten Hügel noch an diesem Tage zu
erreichen um dort ein Lager aufzuschlagen und die Nacht zu
verbringen. Während des anstrengenden Fußmarsches – es macht sich
nun deutlich bemerkbar, was der Unterschied zwischen Handelsstraße,
Pfad und unerschlossener Wildnis ist – behalten alle die
vereinbarte Disziplin und schreiten größtenteils schweigend voran.
Luna lässt gelegentlich halten, wenn sie meinte ein paar der guten
Kräuter gefunden zu haben und sammelt fleißig mit der Hilfe von
Rhian und Aesha die Kräuter in kleine Beutel. Diese werden sich noch
als sehr nützlich erweisen.

  

Am
späten Nachmittag erreicht ihr die waldigen Hügel und habt dabei
stets das laute Tosen der Fluten des Eiswassers in den Ohren. Der
Fluss, welcher sich tief ins Land geschnitten hat, halt von den
Klippen wider und sorgt für eine unheimliche Geräuschkulisse.
Jetzt, da ihr den Wald erreicht habt, hört man den Fluss nur in
ruhigen Momenten. Das Lager wird mitten zwischen den Bäumen
errichtet und Gowan lässt Wachen einteilen und Leute die das Lager
einrichten. So übernimmt Koru bereitwillig die Wachmannschaften für
diese Nacht. Derweil nutzt Glenvar die Gelegenheit des Holzholens
sich etwas abseits von der Gruppe Ruhe zu geben.

  

Mit
den Vorräten für die erste Nacht, die man von den Fährleuten
bekam, wird ein recht annehmliches Mal bereitet, was auch Meodar noch
zufrieden stellt. Am Abend wird dann doch etwas geplaudert und es mag
sich noch nicht recht einstellen, dass dies ein feindliches Land sei.
Vielleicht alles nur Gerüchte und übertriebene Geschichten? Die
Gruppe ist etwas angespannt aber frohen Mutes. In der Nacht fing es
dann zu regnen an und dahin war die gute Laune. Am Morgen hatte kaum
jeder ausgeschlafen und war ziemlich klamm. Immerhin war es nicht
allzu kalt.

  

Der
Aufbruch gestaltete sich viel länger als es sich die meisten
gewünscht hatten, da sie sich sowohl notdürftig trocken als auch
warm einzukleiden versuchten. Man sah hier nun auch den Unterschied
zwischen den „Vagabunden“ und den „Tavernenhockern“.
Begriffe, die nur kurz zur Auflockerung versucht wurden, aber mit
bösen Blicken in den verbotenen Wortschatz überführt wurden.
Magister Hadeburg ließ sich ausgiebiges Fluchen ob des Regens nicht
nehmen, wenn auch soweit gedämpft, dass Gowan nicht zu schimpfen
brauchte. Thessalin war eine der wenigen, die sich sichtlich über
Regen freute und frohen Schrittes war. Stammte sie doch aus der
Elhambra, einem Wüstengebiet in Stauchen. Für sie war dies alles
wunderbar fruchtbares Land hingegen ihrer gewohnten heißen Steppe.

  

Der
Marsch im Regen führte sie durch die waldigen Hügel, Täler hinab
und Anstiege hinauf. Sichtlich kämpften auch Aran und Ceris mit der
Erinnerung, welche Wege sie damals versucht hatten. Immer wieder
beriet man sich unter einem ausgebreiteten Mantel mit Rhian und ihren
Karten, schätzten Entfernungen ab. Kurz und gut: es kam zu vielen
Pausen die so manchen willkommen war bis man sich des Weges einigte
oder Späher zurück kamen, wenn sie einen guten Weg fanden. Mit
besonderer Freude hatten sich aus Stauchen noch Sharin, die Feline,
und ihr Begleiter Garulfo, ein Waldläufer, angeschlossen. Beide
konnten bei der Wegfindung gute Dienste leisten und entlastete Gowans
Späher- und Wachpostenaufstellung.

  

Der
Tag endete nach den Strapazen in der Dämmerung am Ufer eines kleinen
Bergbaches und Luna hatte bereits die ersten Mitstreiter zu
versorgen. Durch die Nässe machten der eine oder andere Fuß
Probleme und auch ein paar kleine Schnittwunden, die sich zugezogen
wurden, konnten schnell und unproblematisch versorgt werden. Aber zu
viel Gesprächen war man nicht mehr aufgelegt. Einige dachten an die
Expedition in den Wald von Nuvellpi zurück. Immerhin gab es dort mal
Regenpausen. Diese Gnade schienen die Westmarken nicht für
Elekanders Truppe übrig zu haben. Immerhin war Romanesque in der
Lage stets ein Feuer zu machen. Als Kampfmagier, der sich dem Feuer
sehr zugewandt schien, entzündete er jedes noch so nasses Holz. Im
dampfenden Nebel des Waldes ging der Rauch völlig unter.

  

Als
die Gruppe nach insgesamt fünf langen Tagen endlich den angepeilten
Wasserfall erreichten klarte das Wetter unverhofft wieder auf und die
Erleichterung überkam alle. Die Gruppe hatte sich beständig in
Richtung Süden bewegt und dabei eine Höhe von bestimmt
siebenhundert Metern erreicht. Das Ringgebirge türmte sich
bedrohlich vor einem auf, als man über den letzten Kamm kam und in
ein kleines Tal hinab schaute, welches durch Gebirge, Fluss und den
waldigen Hügeln eingeschlossen wurde. Der Blick erging auf ein
schäumendes Fluss-Delta, welches in einem großen geteilten
Wasserfall überging. In der Mitte ragte ein Felsen hervor, der
bestimmt natürlichen Ursprungs war, aber so stark nach einem nach
vorne ragenden Dorn aussah, dass einem schier mulmig wurde. Mit
Faszination und Ehrfurcht blieb die Gruppe zunächst auf dem Kamm und
genoss den Anblick.

  

Jetzt,
wo sich die Nebel lichteten und der Tag gen Mittag ging, zeichnete
sich immer deutlicher im Gebirge eine Struktur ab. Dort jenseits des
Deltas, hoch über den Fluten war auf einer Bergspitze ein Turm! Oder
besser gesagt die Ruine eines Turmes. Zuerst erblickte ihn Kendric,
wie er versonnen in die Berge starrte. Aufregung machte sich breit,
denn dieser erinnerte stark an jene die auch in Hochdorff und
Steinwacht bekannt waren. Gowan berichtet im Gespräch, dass vom Turm
oberhalb von Steinwacht in Richtung Westen bei gutem Wetter auch eine
Turmruine zu sehen sei, die auf einem Bergkamm thronte. Glenvar und
Ceris bestätigten dies und Barundar, der Zwerg brummte nur nickend.
Aber am Ende konnte niemand Einzelheiten berichten. Es gab bestimmt
nicht wenige unter den Reisenden, am wenigsten Elekander, die nicht
gute Lust hatten diesen Turm aufzusuchen. Doch gab es ein Ziel dieser
Reise und das war eben eine Burgfeste im Westen.

  

Ein
jeder in Gedanken nahm man noch den Abstieg ins Tal in kauf und ließ
sich dort unter einer Reihe von Felsvorsprüngen nieder, vor denen
eine erquickliche Wiese auftat. Die Führung der Gruppe beschloss
hier einen weiteren Tag zu rasten, da viele alle ihre Kleidung
durchnässt sahen und einige Abnutzungserscheinungen zu bekämpfen
galten. Das Essen wurde auch schon knapp und die letzte Nacht wurde
sich mit Trockenfleisch und Wurzeln in den Schlaf gekämpft. Auch die
Moral der zur Wache eingeteilten mag nicht mehr optimal zu nennen
sein. Luna und alle, die ihr zur Hilfe waren, versorgten tapfer die
geschundene Truppe.

  

Ein
ganzer Tag war den Reisenden vergönnt, sich zu erholen und den
Jägern und Sammlern Zeit gegeben, an Vorräten zu schaffen was ging.
An Frischwasser mangelte es wohl zu keinem Zeitpunkt, was Thessalin
gerne wiederholt in Erinnerung rief. Wenn Rhian sich Zeit nahm
zwischen den zu Pflegenden eine Pause zu machen, sah man sie mit
Kohlestift Skizzen der Landschaft anzufertigen oder ihre Karten zu
aktualisieren. Magister Elekander brütete über seinem Tagebuch und
so mancher saß abseits der Gruppe und nahm sich den nötigen Abstand
und Frieden. Am Fluss wurde geangelt und Aran verspeiste mit Wonne
einen rohen Fisch. Die meisten dachten aber wohl, dass es dann doch
gut voranging und dass noch ohne einen anderen Menschen gesehen zu
haben.

 


____________________
Poldi


[editiert: 21.05.14, 19:09 von Admin Poldi]



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