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Westmarken-Expedition – Teil 4: In der Wildnis

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Admin Poldi
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Ort: Mannheim


New PostErstellt: 21.05.14, 19:07  Betreff: Westmarken-Expedition – Teil 4: In der Wildnis  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Westmarken-Expedition – Teil 4: In der Wildnis

Der eine Tag, den ihr beschlossen habt nicht zu marschieren sondern euch um eure Ausrüstung,  Verpflegung und Verletzungen zu kümmern, war mehr als willkommen und notwendig gewesen. Am Abend war zu erkennen, dass sich die Motivation besserte und die Gemüter sich beruhigten. Das Wetter hielt sich schön und den Jägern war auch das eine oder andere Glück beschieden. So wurde neben ein bisschen Kleinvieh auch ein Reh erlegt und Gowan beschloss das übrig gebliebene Fleisch portionenweise über dem Feuer noch weiter zu garen bis man die Stücke in ein Tuch eingewickelt auf einige Leute verteilen konnte.

Der siebente Tag der Reise seit Aufbruch von der Fährinsel brach an und lud zum weitermarschieren ein. Man folgte in einiger Entfernung dem Fluss, der aus Westen mit dem aus dem Gebirge im Süden sich an der Stelle traf, wo der Wasserfall war. Das Gelände blieb weiterhin schwer gangbar aber Ceris‘ und Arans Erinnerung war hier besser und ihr kamt gut voran. Ihr musstet den einen oder anderen steilen Hügel umwandern und Bäche überschreiten, kamt aber immer wieder in die Nähe des Flusses. So vergingen der achte und der neunte Tag in einem Tal zwischen Gebirge, Fluss und der Hügelkette, über die ihr vor einigen Tagen gekommen seid.

Am zehnten Tag der Reise musstet ihr nachmittags einen Hang hinab, der durch den Regen vor einigen Tagen recht schlüpfrig schien. Alana vom Dorngrund, die Begleiterin von Lothar von der Warth, schlug vor die mitgebrachten Seile als Kletterhilfe zu verwenden. Dies erwies sich als sehr gut Idee, so dass fast alle unbeschadet blieben. Breged, einer der beiden Steinwachter Kämpfer, die Gowan von Wehrmeister Sigismund von Steinwacht mitbekam, erbot sich als letzter das Seil zu lösen und ohne Hilfe hinabzusteigen. Ausgerechnet er rutschte gleich nach ein paar Meter ab und schlitterte die ganze Partie hinab. Am Ende landete er unsanft in den Armen von Bernward, dem anderen Steinwachter Kämpfer und beklagte sich über einen schmerzenden Fuß. Luna diagnostizierte sofort: gebrochener Knöchel!


Freilich konnte die Reisegesellschaft mit einigen Heilkundigen und Heilmagiekundigen aufwarten, doch diese waren meist auf das Versorgen von Verwundungen im Kampf spezialisiert. Bestimmt die unter Abenteurern und Reiselustigen am weitesten verbreite Art. Doch ein gebrochener Körperteil war ein wenig anders. Wieder einmal zum Glück, dass es Anselm gab. Dieser murrige Geselle, der sich gelegentlich mit gutem Rat aber mindestens ebenso häufig mit einem bissigen Kommentar zu Wort meldete war ausgebildeter Heilmagier. Er selbst macht kaum einen Hehl daraus, aber den meisten ist es gut genug bekannt. Nach ein wenig gut zureden wurde der Verletzte von ihm behandelt. Gowan und Elekander, die wussten, dass dies einige Zeit in Anspruch nehmen würde, beschlossen Rast zu machen.
Kundschafter wurden ausgeschickt einen guten Platz zu finden. Sie kamen mit der Nachricht zurück, dass sich ein Platz gefunden habe, an dem wohl Ceris und Aran zuvor gerastet hatten. Die Gruppe fand einen Platz auf einer Lichtung, gut geschützt und durch nahes Dickicht und Felsen leicht zu verteidigen. Unter einem Felsvorsprung wiesen die Kundschafter auf eine Lagerstelle. Ceris und Aran jedoch waren sich einig hier nicht gerastet zu haben. Die Stelle kannten sie wohl, hatten sie aber am Mittag erreicht und sind nach kurzer Pause im Schatten weiter. Die Lagerstelle war eindeutig, ein vertieftes Loch mit Steinkreis und verbranntem Holz, von Menschenhand geschaffene. Die Spuren- und Fährtenleser machten sich ans Werk und einhellig war man der Ansicht, dass hier vor etwa 2-4 Tagen mindestens drei Menschen (oder ähnliches) eine Nacht verbracht hatten. Felian verwies auf eine kleine Grube abseits und verkündete, es seien, dem Abort nach zu urteilen, bestimmt Menschen gewesen. Dem einen oder anderen blieb ein Grinsen kaum aus.

Doch diese Feuerstelle sagte auch aus: hier waren Menschen. Vor kurzem und in der Nähe! Ob sie jetzt, nach zehn Tagen, einen ersten Kontakt mit einem der Westmarkenbewohner haben würden? Gowan wies die Kämpfer an nun besonders wachsam zu sein. Sharin, die Feline, schlug sich kurzum in die Büsche und schien den Spuren nachzugehen. Sie kehrte aber nach einer Weile wieder auf und schüttelte auf Nachfrage nur den Kopf. Die anderen hatten derweil die Lichtung abgegangen und das Lager errichtet. Zu allem Überdruss muss man feststellen, dass die mitgebrachten Vorräte zur Neige gingen. Das Reh war vollständig verzehrt und kaum etwas Mitgebrachtes hielt noch als Nahrung her. Es wurden ein paar Wurzeln ausgebuddelt und Waldbeeren fanden sich noch. Mit ein paar Bärlauch-Blättern und Flusswasser kochte man eine Suppe daraus. Magister Hadeburg verzog ebenso das Gesicht und verkündete niemals wieder so etwas an seine Lippen zu setzen, wie Garulfo genüsslich noch eine Kelle nachschenkte. Die meisten anderen wünschten sich wohl auch in Linas Taverne oder Elekanders Hütte zurück. Der Abend endete mit einem Vortrag von Magistra von Schlüsselberg über den Erstkontakt mit wilden Menschen und betonte gestenreich ein starkes Auftreten sei wichtig, aber man solle nicht provozieren. Es diente vielen wohl eher als Gutenachtgeschichte denn als Unterweisung.

So brach die Nacht heran.

Mitten in der Nacht, es war doch recht kühl geworden, wurdet ihr aus dem Schlaf gerissen. Die Wachen hatten leise Alarm geschlagen und ein jeder rappelte sich langsam mühselig auf. Nebel zog auf und eine Kälte kroch durch den Wald, dass sich einem die Nackenhaare aufstellten. Nebel, schoss es einigen durch den Kopf! "Die Guntai kommen im Nebel", flüsterte einer. Nun waren alle aufgeregt und rafften ihre Sachen zusammen für eine schnelle Flucht. Ein Glück, dass es Breged dank Anselm wieder gut ging. Die Guntai, so erfuhren die Neuzugänge wie zum Beispiel Alexa Scriptum, seien eine Art untote Ordenskrieger mit blauen Augen, denen man in den Ostmarken schon mehrfach begegnet sei. Schwer zu bekämpfen und schnell im Kampf seien sie. Der Nebel wurde nun dichter. So dicht, dass man kaum die Lichtung überblicken konnte. Alle horchten gespannt in die Stille. Und das war das zweite, was manchem auffiel: es war selbst in der Nacht zu still für einen Wald. Die Tiere schienen den Atem anzuhalten, so wie ihr.

Alles wappnete sich für einen Angriff. Doch es geschah nichts. Hier und da war ein Rascheln vom Wind in den Zweigen zu hören. Ein Knacken von Ästen durch die Bewegungen der eigenen Leute. Sonst nichts. Aesha hatte ein sehr mulmiges Gefühl und auch Sharin sträubte sich sichtbar das Fell. Später gaben sie an, sich sicher gewesen zu sein, dass dort jemand im Wald war. Doch gezeigt hat er, sie oder es sich nicht. So blieb die Nacht fast schlaflos und als die Sonne aufging und der Nebel sich lichtete atmeten alle wieder auf. Da die Sachen schon abreisefertig waren zögerte man nicht lange und schickte sich an den Marsch fortzusetzen. Ein Frühstück blieb eh aus.

Hungrig und wortlos zog die Gesellschaft weiter und folgte einem Bergbach bis sich Felsenwände von beiden Seiten näherten. Ceris gab weiter, dass man sich einer Schlucht näherte, die man durchschreiten müsse. Schließlich wurde die Schlucht erreicht und dachte nur an Abenteuergeschichten, in denen erzählt wurde, wie man tausende Feinde von oben mit Steinen erschlagen hatte, denen man sonst deutlich unterlegen wäre. Diesmal wart aber ihr diejenigen, die da durch mussten. Ceris und auch anderen erging es deutlich schlecht bei dem Gedanken, aber dies war nun mal der Weg. Hinter der Schlucht würde der Wald sein, wo man, wie vereinbart, die Zwerge mit Proviant treffen will. Leider war es schon Nachmittag, aber man hoffte die Schlucht bis zum Tagesende hinter sich zu bringen. So zog die Gesellschaft hintereinander, selten mal nebeneinander durch die Schlucht, deren Felswände 30 bis 40 Meter hoch sein müssten. Unglücklicherweise hatte sich zum letzten mal eine Kleinigkeit verändert. Während letztes Jahr der Weg noch trockenen Fußes zu begehen gewesen sei, so führt nun ein kleiner Fluss durch die Schlucht. Wieder nasse Füße. Immerhin mangelte es nach wie vor nicht an Trinkwasser, welches tatsächlich frisch und genießbar war.

Die Schlucht war verwinkelt und dann doch länger als man in Erinnerung hatte. Es war schon Abend geworden und viele waren müde vom Reisen. So wurde beschlossen an einer Stelle halt zu machen, wo die Schlucht viele Steine hatte und so weit auseinander ging, dass sich ein kleiner Hügel (Sandbank wäre der falsche Ausdruck) aus dem flachen Wasser erhob, wo sich alle mal wenigstens niedersetzen konnten und das Gepäck von den Schultern nehmen konnten. Als Aran dann einen Flusskrebs fand und ihn lebend zu verspeisen begann, fingen auch die anderen an um nach Essbaren zu suchen. Offenbar hatte es irgendwo in Marschrichtung hinter der Schlucht einen Erdrutsch oder ähnliches gegeben, dass es einen Fluss hierher umleitete, so dass Flusstiere dem Wasserlauf folgten. Ein paar Krebse und Muscheln konnten geborgen werden. Wer es über sich brachte aß sie roh, denn an Kochen oder Grillen war hier nicht zu denken.

Mit Einbruch der Nacht wurde schweren Herzens aufgebrochen und weiter durch die Schlucht marschiert. Schlafen konnte man hier nicht. Um die frühen Morgenstunden erreicht man endlich den Ausgang der Schlucht und blickt über das Hügelland, welches sich vor einem ausbreitet. In der Tat hat ein Erdrutsch, vom südlichen Hang einen vorbeiziehenden Bach in die Schlucht umgeleitet. Dieser ist mittlerweile schon mit Gras und niedrigem Gebüsch überwuchert. Felian erklomm den Hügel schnell und blickte in die Ferne. Plötzlich hockte er sich hin und rutschte den Hang rückwärts wieder etwas zurück. Er hielt sich die Hand abschirmend über die Augen und spähte. Dann wand er sich an die Gruppe. "Halt! Dort hinten sehe ich Reiter!" Dann spähte er wieder. Barundar kommentierte kurz, dass es bestimmt nicht seine Zwergenkumpanen seien. Die würden nicht reiten. Gowan und Frego gesellten sich zu Felian und schauten über den kleinen Hügelkamm.

Sie sahen von einer flachen Hügelkette hinab in ein Hochlandgebiet, was typischer kaum sein konnte. Sanfte Hügel, lang und manche hoch, ausgestreckt über das grasgrüne Land. Diese Weite erstreckt sich bis an den Horizont nach Norden. Im Westen deutet sich zwischen zwei Gebirgsausläufern ein Wald an. Links von euch im Süden liegt das Ringgebirge und die Schlucht liegt inmitten des nahen Gebirgsausläufers. Gowan weiß, dass noch ein ganzes Stück hinter dem zweiten Gebirgsausläufer ihr Ziel der Reise auf sie wartet. Zum jetzigen Zeitpunkt nicht mal sichtbar. Doch zurück zu den Reitern. Felian wies Richtung Norden auf einen Hang der Hügelkette im Nordosten. Dort standen Reiter auf einem Kamm. Sie waren bestimmt zwei Meilen entfernt und konnten sie unmöglich sehen. Es waren etwa ein halbes Duzend, schwer zu erkennen weil sie sich überlappen, mit Speeren oder Lanzen an denen Fahnen oder Wimpel flatterten. Sie waren zumindest nicht schwer in Metallrüstungen gerüstet, da sie sonst in der aufgehenden Sonne aufblitzen würden. Kaum war mehr zu erkennen. Sie standen dort oben und bewegten sich kaum. Ob sie Wache standen oder Ausschau hielten?

Von dort oben konnten sie auch sehen, dass sie den Erdrutsch-Hügel umgehen mussten und dann, um nicht gesehen zu werden, den Hügeltälern folgen würden. Dort unten am Waldrand müssten die Zwerge noch auf sie warten, denn der vereinbarte Zeitpunkt war noch nicht abgelaufen. Derzeit sah man jedoch nichts. Nach und nach ließ man die Gruppe weiterreisen und achtete stets darauf, dass sie nicht von fern zu sehen war. Dennoch kam man schnell und gut voran – davon abgesehen, dass sie fast den ganzen Tag und die Nacht durchmarschiert waren und ohne viel gegessen zu haben. Zur Mittagszeit erreichte man den Wald und die Kundschafter wurden ausgeschickt, die Zwerge zu finden.


Am Ende war es Leon, der sie fand und der Gruppe Bescheid gab. Mittlerweile waren auch die Reiter vom Hügelkamm verschwunden. So machte sich die immer noch vollständige Reisegesellschaft in den Wald auf, wo die Zwerge auf sie warteten. Sie hatten ein kleines Lager errichtet von dem man aus gut auf das Hügelland blicken konnte ohne selbst Entdeckung befürchten zu müssen. Doch Proviant war keiner da. Die vier Zwerge wurden von einem von ihnen offenbar angeführt, der ziemlich reserviert schien, bis er Barundar erblickte. Die Zwerge begrüßten sich fröhlich und freundlich, machten sich anscheinend untereinander bekannt, weil sie Barundar nicht kannten und umgekehrt. Anschließend übersetzte Barundar, während die vier Zwerge aufbrachen, dass man ihnen folgen solle, da man die Vorräte natürlich in sicherer Verwahrung hielt. Also folgte man.

Die Zwerge führten sie alle etwa eine halbe Stunde an einem Felsenhang entlang zu einer Lichtung am Waldrand. Einnehmend war an dieser Lichtung, dass sie erstens einen weiteren Zwerg enthielt, der auf einem Haufen Vorräten thronte und an der Pfeife zog. Rauch ausstoßend brummte er in zwergisch was zu, tat dies aber mit freundlicher Miene. Daraufhin gab er sich einen Ruck und kam hinzu. Aber zweitens war die Felsentreppe zu bemerken, die hinter ihm ins Gebirge führte. Die Gruppe verteilte sich auf der Lichtung und nach einem kurzen Gespräch zwischen Mensch und Zwerg wurde bedeutet hier Lager aufzuschlagen, sich auszuruhen und die Vorräte anzugehen. Der wartende Zwerg hatte offenbar über einen Eintopf gewacht, der womöglich für die Zwerge selbst bestimmt war, aber nun mit den hungrigsten geteilt wurde. Schnell waren weitere Töpfe mit dampfendem Eintopf gefüllt. Elekander durfte feststellen, dass die Zwerge ein paar Dinge mehr zu den Vorräten fügten oder (sinnvoller Weise) der Reise entsprechend angepasst hatten. Luna erhielt von einem Zwerg, mit einem Augenzwinkern, ein Säckel Kräuter, die er bedeutete den Fußlahmen an die Füße zu tun. Es sollte sich als sehr beruhigend und wohltuend für die Füße herausstellen.

So verbrachte man den Rest des Tages und den nächsten, denn für die folgende letzte Etappe wollte man wieder gesund und ermuntert aufbrechen können...


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Poldi



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