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Abschiedsworte von Elekander

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Autor Beitrag
Elekander
Mitglied

Beiträge: 37
Ort: Neuss


New PostErstellt: 18.10.15, 11:19  Betreff: Abschiedsworte von Elekander  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Damit auch Elekanders Worte im Forum nachlesbar sind, seien sie hier eingestellt:



Elekander nimmt einen Zettel aus seiner Manteltasche, auf
dem er anscheinend einige Punkte notiert hat. Er wartet, bis es ruhig genug
wird und beginnt dann –mit wenigen Blicken ab und zu auf das Papier schauend –
eine Ansprache:



Liebe Expeditionsteilnehmer,



die bisher schwierigste Unternehmung zur Erkundung der
Geschichte dieses Landes liegt nun hinter uns. Nie waren wir länger unterwegs,
nie war die Bedrohung von Anfang an gefährlicher, der wir uns stellen wollten.
Ich danke Euch allen für Euren Einsatz, Euren Willen zu helfen und für all den
Rat, den ihr gegeben habt, und die
Sorgen, die Ihr mit uns teiltet.

Mein besonderer Dank geht an Ceris
Celedig, die unermüdlich für unseren Schutz gesorgt hat und uns ein Vorbild an
Kampfesmut, Führung und Nachdruck war. Ohne Dich, Ceris, wären wir gescheitert.



Auch den Nordleuten unter Jarl
Trygvar und den Getreuen um Phaedra sind wir zu großem Dank verpflichtet. Ohne
uns zu kennen und nur durch eine Fügung des Schicksals miteinander am gleichen
Ort verbunden, habt ihr uns unterstützt und Euer Leben eingesetzt. Wir sind
Euch voller Dankbarkeit verbunden und werden jedem von Euren Taten künden, auf
dass Cordan Euch in sein ewiges Buch der Erinnerungen schreibt und unsere und
Eure Nachkommen immer an Euch voller Stolz denken werden. Wir werden so laut
und klar von Euch sprechen, dass es bis in den hohen Norden schallt und Eure
Götter unsere Stimmen selbst noch als Echo von den Gletschern des ewigen Eises
deutlich vernehmen werden. Eure Sorgen, Phaedra, nehmen wir sehr ernst und Eure
Berichte von brennenden Landen und üblem Krieg als Folge von bösen Artefakten bleiben
als Lehre für uns alle in unseren Köpfen.



Aber nach diesen Erlebnissen sind wir
nun an einem Scheideweg angekommen, denn unsere Motive mögen uns immer
noch verbinden, aber der Weg und die Mittel, die wir einsetzen wollen oder
einzusetzen bereit sind, unterscheiden sich zusehends.



Während viele von Euch die Sorge haben, dass die Glyphen der
Macht ihre Träger verderben und annehmen, dass man sie vernichten müsse, denken
andere so wie ich selbst und wollen die Glyphen nutzen, um sich den Feinden der
Steinmarken zu stellen.



Ich für meinen Teil muss erkennen, dass es nicht mehr
möglich ist, eine Entscheidung über den Weg und die Mittel zu vertagen, denn
wir haben nicht genug Zeit, uns auf die Gefahren vorzubereiten, wenn wir immer
wieder in Diskussionen abwägen, was wir noch nicht entscheiden wollen, um uns
nicht der Konsequenzen dieser Entscheidungen zu beugen. Ich will es klar und
deutlich sagen:



Ein jeder von uns muss sich nun fragen, ob er bereit ist,
die Glyphen zu nutzen oder nicht!



Wer es nicht tun will, darf nicht mehr mit meiner Hilfe
rechnen. Besonders dann nicht, wenn er gar die Glyphen zerstören oder irgendwo
verstecken will, sie aus dieser Welt nutzlos entziehen will. Dies ist ein
Irrweg, den ich nicht mehr fördern werde.



Wir Träger von Glyphen haben große Gefahren auf uns
genommen, haben uns lange zu vielen Experimenten bereit erklärt, sogar den
Versuch unternommen, Glyphen zu zerstören. Wir waren stets zur Mitarbeit und
Hilfe bereit und haben offen alles besprochen und die gemeinsamen
Entscheidungen mitgetragen. Wir haben durch unsere Taten unsere
Vertrauenswürdigkeit oft genug unter Beweis gestellt. Wir haben sogar
zugestimmt, dass man uns Aufpasser zuteilt, ein Akt ungeheuren Misstrauens
gegen uns, den wir geduldig ertrugen, weil wir Eure Sorgen verstehen.



Ich persönlich bin nun aber nicht mehr bereit auf eine Fahrt
oder Unternehmung zu gehen, die der Vernichtung oder Entziehung einer Glyphe
hilft. Das kann ich meiner Heimat nicht antun, das kann ich meinem Lebenswerk
nicht antun und das widerspricht auch meiner Überzeugung.



Ihr alle seid nun gefragt. Hört auf Eure innere Stimme und
entscheidet. Ihr macht Euch durch Eure Entscheidung niemanden zum Feind. Ich
verstehe Eure Entscheidung, egal wie sie ausfällt. Aber ihr müsst Euch auch
klar machen, dass es nicht geht, die Glyphenträger um all das Wissen zu bitten,
dass man nur als Glyphenträger erhalten kann und gleichzeitig im Sinn zu haben,
die Glyphen nicht zu nutzen oder gar zu vernichten. Das ist doppelte Moral und
unehrlich!



All denen, die erwogen haben, Glyphen zu binden, will ich
hier sagen, dass es nicht geht, etwas an sich binden zu wollen, um es dann
nicht zu nutzen oder es gar kontrollieren zu wollen. Es wird scheitern! Die
Glyphen sind wie Spiegelbilder unseres Selbst. Je näher wir den Glyphen
entgegenkommen, desto klarer wird das Bild! Wir können nicht aus der Ferne
schauen und auf Details hoffen.



Wenn weitere Unternehmungen durch mich in Angriff genommen
werden, stelle ich jedem von Euch die eine entscheidende Frage:



„Bist Du bereit, die Glyphen zu nutzen und versprichst Du
sie nicht zu zerstören oder wegzusperren?“



Wer diese Frage nicht klar mit „Ja“ beantwortet, wird mich
nicht mehr begleiten. Ich werde diese Frage nicht ein zweites Mal stellen,
schon gar nicht während einer laufenden Unternehmung. Es wird keine
Abstimmungen oder Mehrheitsentscheide deswegen geben. Ich werde mir gerne
weiterhin Eure Meinung anhören, wir werden weiterhin beraten und meistens wird
auch Euer Wort und Eure Meinung unseren Weg bestimmen. Aber ich werde auf
meinen Unternehmungen in Zukunft das letzte Wort haben.



Ich bin auf dieser Expedition in meiner Führung entmachtet
worden. Ich ließ dies zu, ein Fehler der mir kein weiteres Mal passieren wird.



Wenn ihr der Meinung seid, dass ich mit diesem Anspruch eine
Expedition nicht anführen sollte, so kommt nicht mehr mit auf meine
Unternehmungen. Ich zwinge Euch nicht, mir zu gehorchen, sondern ich biete Euch
an, mich zu begleiten und zwar auf MEINER Unternehmung. Ich will niemanden
befehligen, ihm meinen Willen aufzwingen und erst recht nicht will ich, dass
ihr mir blind und taub folgt. Ihr könnt, sollt und müsst Euch entscheiden. Ihr
seid Wesen mit einem eigenen Willen, denn nur solche Wesen möchte ich meine
Begleiter und Freunde nennen.



Ich werde Euch allen nun den verdienten und vereinbarten
Lohn für Eure Dienste ausbezahlen, wie ich es immer bei unserer Rückkehr aus
der Wildnis getan habe. Ich danke Euch, werde Euch stets für Eure Taten in
hohem Ansehen halten und Euch in meinen Werken mit Namen voller Anerkennung
nennen. Ich werde Eure Namen verewigen, in meinem Buch über die Geschichte
dieses Landes, deren Teil ihr bereits seid.



Ihr werdet alle – auch wenn ihr Euch gegen meinen Weg
entscheidet – meine Freundschaft und mein Wohlwollen haben. Ich werde nicht
danach trachten, Euch zu schaden, denn ich glaube fest, dass wir alle das
gleiche Ziel verfolgen. Ich wünsche Euch auf Eurem Weg von hier alles Gute und
für mein Heimatland Frieden und eine gute Zukunft.



Ihr wisst, wie ihr mich erreichen könnt. Lasst von Euch
hören! Lebt nun wohl!



Mit diesen Worten bezahlt Elekander einem jeden seinen Lohn
für die Expedition aus. Bei jedem, der vor ihm steht, findet er ein paar
persönliche Worte des Dankes. Mit Ceris spricht er freundlich und ein wenig
länger. Anscheinend ist er völlig gefasst und ruhig. Dann macht er sich mit
Leon auf den Weg Richtung Osten.





"Noch nie war etwas wirklich Wichtiges mit einem Kreuz markiert."


[editiert: 18.10.15, 11:21 von Elekander]
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