Aus dem alten Dorf
Zur Geschichte Dilldorfs
Ein kleiner Abriss der Entwicklungs des Dorfes und der Pfarrgemeinde
 
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Die Kirche St. Mariä Geburt zu Dilldorf

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M.Reuter
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Beiträge: 165


New PostErstellt: 23.02.11, 16:28  Betreff: Die Kirche St. Mariä Geburt zu Dilldorf  drucken  weiterempfehlen

Vorgänger

Die Kirche St. Maria Geburt blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits am 1. 11.1801 wurde das erste Gotteshaus auf dem Gelände des jetzigen Pfarrheims errichtet. 50 Jahre später wurde bereits ein Anbau angefügt, aber 1868 war auch dieser zu klein. Nachdem sich das Land langsam von der napoleonischen Epoche, von Krieg, Armut und Hunger erholt hatte, schuf die Industrialisierung an der Ruhr und im Deilbachtal neue Perspektiven. Es gab Arbeit und Brot durch Kohleabbau und Eisengewinnung. Entsprechend schnell wuchs die Bevölkerung in Dilldorf. Deshalb richtete Rektor Jansen 1868 ein Gesuch an den Kölner Erzbischof zum Neubau einer Kirche.

Neubau

Es dauerte bis 1873, ehe die Genehmigung für den Bau der Kirche auf dem jetzigen Grundstück erteilt wurde. Bertha Lütkenbruch schenkte der Kirche das Gelände, wie schon ihr Vater den Grund für die erste Kirche geschenkt hatte. Der Wert wurde auf 1071 Mark geschätzt. Der Franziskanerbruder Paschalis Grace (auch: Gratze) zeichnete die Pläne. 82.000 Mark wurden veranschlagt. Als nach knapp zwei Jahren Bauzeit fest stand, dass Kupferdreh-Hinsbeck doch nicht zu Dilldorf geschlagen würde, wurde der ansonsten streng gotische Bau kurzerhand um einen Bogen verkürzt. Im September 1879 fand die Einweihung des Gotteshauses statt.
Zur Finanzierung wurde eine Haussammlung in den Bezirken Aachen, Köln und Düsseldorf abgehalten, ein Teil der veranschlagten Summe von 82.000 Mark musste aufgenommen werden. Tatsächlich kostete der Neubau dann aber mehr als 103.000 Mark.

Weitere Arbeiten

Die Kirche war aber 1879 noch nicht fertig gestellt: Den Hochaltar, die Seitenaltäre, den Kirchturm mit den 3 Glocken, den Dachreiter mit der kleinen Glocke und die Turmuhr errichtete man erst nach und nach.
1906 erhielt die Kirche die erste eigene Orgel als Ersatz für die alte Orgel aus der Kapelle, die nicht mehr ausreichte. Zu Weihnachten 1915 wurde elektrisches Licht installiert. Die erste große Renovierung musste 1925 durchgeführt werden, weil Bergschäden zu einer Senkung um 45 cm geführt hatten. Die Zeche Adler finanzierte die Renovierung und die erste Ausmalung der Kirche. Seit 1928 gibt es eine Heizung. Am 08.09.1929 wurde zum 50jährigen Bestehen der Kirche die Rückkehr der ältesten Dilldorfer Glocke gefeiert, die irgendwie verloren und wiedergefunden worden war.

Der 2. Weltkrieg

Im zweiten Wellkrieg wurden die Gemeindemitglieder aus ihrer Kirche förmlich ausgeladen, weil der Bau nicht luftschutztauglich war. Hilfe bot Bauer Wortberg, dessen Scheune gegenüber der Kirche (heute
Getränke Michels) zum Luftschutzbunker umgebaut wurde. 1942 wurden die äußerst wertvollen Glocken (weil von besonders reinem Klang) für die Waffen-Produktion abgeholt. Nach dem Krieg stellte man fest, dass es zu der Einschmelzung nicht mehr gekommen war. Allein 15.000 Glocken lagen im Hamburger Hafen. Die drei Dilldorfer Glocken wurden aber erst später auf einem Schiff im Hafen von Münster gefunden und am 13.08.1947 kehrten sie nach Dilldorf zurück. Der Turm wurde aufgespitzt, die Glocken wieder aufgehängt und der Turm dann wieder zugemauert. (Wie es in einer Schrift von 1963 heißt, befand sich zu dem Zeitpunkt die kleine, 1791 gegossene Glocke noch auf dem Kirchendach.)
Mehr zu den Glocken hier unter "Die Geschichte der Glocken"

Am 02.02.45 und am 22.03.45 wurden Großangriffe auf die Industrieunternehmen und die Kaserne in Kupferdreh geflogen. Wie durch ein Wunder gab es in Dilldorf weder an der Kirche noch am Pfarrhaus und am Marienheim größere Schäden. Seitdem feierten die Dilldorfer den Tag des ewigen Gebetes am Lichtmess-Tag. (Die Genehmigung wurde aber 2009 nach Gründung der Großpfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel entzogen, was in Dilldorf große Bestürzung ausgelöst hat).

Ab 1970

1971-1972 wurde die Kirche erneut grundlegend renoviert. Der Hochaltar verschwand, in gleichem Stein wurden ein neuer Altar, das Taufbecken und der Tabernakel gebaut. Der holzgeschnitzte Kreuzweg stammt vom gleichen Künstler aus Oberammergau wie die Marienstatue.
Ein statisches Gutachten im Jahr 1986 bestätigte den Verdacht aufmerksamer Gemeindemitglieder, dass die Eichenbalken im Kirchturm durch Taubenkot und Wasser stark zersetzt waren. Das Läuten der Glocken ließ den Turm beben. Eine Betondecke wurde in 40 Meter Höhe unter dem vollen Glockenstuhl eingezogen und der Turmhelm fest verankert. Die Setzrisse in den Wänden wurden durch Vorsatzschalen abgefangen, was allerdings stark auf Kosten der Akustik ging. Die Fenster wurden wegen Undichtigkeit ausgetauscht und von der Firma Peters in Paderborn mit einer neuen Methode des „fotografischen Zitats" mit den Figuren des hl. Luidger, der hl. Ursula und des hl. Gereon gestaltet (von Letzteren gibt es Altarreliquien in der Kirche). Um die Figuren herum gibt es bunte Bleiverglasung mit einer Außen-Schutzverglasung.

(In Auszügen entnommen aus: die Brücke Nr. 81, S. 5)


[editiert: 10.10.14, 20:22 von M.Reuter]
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