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Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...

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Autor Beitrag
Sphinx


New PostErstellt: 09.08.06, 22:38  Betreff: Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen

Also ein Freund von mit hat als er Jung war den Kirchdiener gespielt und bei der Geldsammlung immer die Scheine aus der Sammlung als "Nebeneinkommen" behalten......DAS nenne ich Wiederstand gegen die Kirche......



Ich mag Sex - bin ich nun ein Sexist?
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Proteststudent

Beiträge: 18


New PostErstellt: 07.08.06, 18:08  Betreff: Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen

FUCK! Warum lebe ich in diesem Scheiss NRW?!
Warum sind wir mit 'ner "korrupten" (lieber Staatsschutz ich habe das extra in Klammern gesetzt um diese "tollen" Menschen nicht zu verleumden - man will sich ja nicht strafbar machen) schwarz- gelben Reg(ul)ierung gestraft?
Wenn Rüttgers, Pinkwart ( http://www.pinky.bo-alternativ.de/ ) und ihre Lakaien weiter so 'nen Mist bauen kotz ich demnächst jedem ihrer Wähler persönlich ins Gesicht kotzen!
Warum bin ich auch nicht früher aus der Kirche ausgetreten? (Faulheit!)
Und NATÜRLICH trifft's mich als Studi doppelt hart...
Kann ich nicht einfach 'nen Pfaffen hauen und werd dadurch exkommunist ..öh.. exkommunizert? Exkommunizieren Evangelen überhaupt?
Hab solange mit keinem Schafhirten mehr kommuniziert, weiß sowas nich...
Vielleicht wenn ich ihm erzähl, dass wir damals als Konfirmantengruppe die Kollekte kollektivert haben?
Hilfe! I want to get out!






____________________
"Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein Rädchen in der kapitalistischen Maschine."
George Orwell "Mein Katalonien"

„Mein herrschaftsfreies Streben galt stets der Errichtung einer gewaltlosen Ordnung an Stelle der organisierten Gewalt.“
Augustin Souchy "Vorsicht, Anarchist!"

"Überzeugend ist es aber mal null." chain reality
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unGEZogen

Beiträge: 63
Ort: Erde


New PostErstellt: 07.08.06, 15:28  Betreff:  Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen

Kirchenaustritt http://www.kirchenaustritt.de/


In Deutschland muss der Kirchenaustritt bei
einer staatlichen Behörde erklärt werden.


Öffentliche Petitionen - DEUTSCHER BUNDESTAG – Petitionsausschuss -

Kirchensteuer: Religionszugehörigkeit auf der Lohnsteuerkarte,
Erhebung der Kirchensteuer

Eingereicht durch: Dr. Jan Helle


Mit der Petition wird gefordert, die Religionszugehörigkeit auf den Lohnsteuerkarten nicht mehr zu vermerken sowie grundsätzlich den Auftrag zur Erhebung der Kirchensteuer an die betreffenden Religionsgemeinschaften zurückzugeben.

Begründung:

Das System der Koppelung der Lohn- /Einkommenssteuerzahlung mit der Erhebung der Kirchensteuer für die beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften ist antiquiert, widerspricht dem Grundsatz der grundgesetzlich verankerten Trennung von Kirche und Staat und sollte der ethnischen Entwicklung der letzten 30 Jahre in Deutschland mit vermehrten Kirchenaustritten, dem hohen Anteil an nicht religionsgebundenen Steuerzahlern in den Neuen Bundesländern, und dem wachsendem Anteil an Neubürgern anderer Religionsgemeinschaften Rechnung tragen.
Religion ist Privatsache und sollte nicht anhand der Steuerdaten erkennbar sein.
Die Mitteilung einer konfessionellen Bindung sollte allein dem betreffenden Bürger obliegen in alleiniger Abwägung von individueller Selbstbestimmung und gesellschaftlichem Interesse.
Z.B. Bewerbungen bei Religionsgemeinschaften mit der Auflage einer entsprechenden Religionszugehörigkeit, oder Ausschreibungen religiöser Träger mit Bevorzugung von Auftragnehmern mit gleicher Konfessionszugehörigkeit.

Unterstützen Sie die Petition online!



Nordrhein-Westfalen:

CDU-FDP-Regierung führt Kirchenaustrittsgebühren ein!

Am 21.03.06 hat das Kabinett in Düsseldorf beschlossen eine Kirchenaustrittsgebühr in Höhe von 30 Euro einzuführen. Eines der Motive dürfte dabei sein, den Mitgliederschwund der christlichen Kirchen zu stoppen. Der IBKA sieht darin eine unzulässige Einschränkung der durch Artikel 4 des Grundgesetzes garantierten Weltanschauungsfreiheit. Nach dem Vereinsrecht stellen Austrittsgebühren eines Vereins eine sogenannte ´unzulässige Erschwerung des Austritts` dar und dürfen aus diesem Grunde nicht erhoben werden. "Für Schüler, Studenten, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Bezieher niedriger Einkommen stellen diese 30 Euro oft eine soziale Härte dar, so dass die Verwirklichung des Austrittswunsches dadurch be- oder gar verhindert wird", so Rudolf Ladwig,
1. Vorsitzender des IBKA.

Der Düsseldorfer Landtag hat das Gesetz am 31.05.06 gegen die Stimmen der Opposition beschlossen. Dieses Gesetz tritt mit seiner Veröffentlichung in Kraft.

Kirchenaustritt in NRW



"Caritas und Diakonie bekommen nur 1,8 Prozent ihrer Gelder von den Kirchen.
Die restlichen 44 Milliarden Euro berappt der Steuerzahler."



Das ist eine Riesensauerei
findet
unGEZogen



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unGEZogen

Beiträge: 63
Ort: Erde


New PostErstellt: 07.08.06, 15:18  Betreff:  Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen

heute in der jungen Welt unter http://www.jungewelt.de/2006/08-07/055.php


Bischof: Zuwanderer müssen Jesus kennen

Trier/Mainz.
Zuwanderer in Deutschland sollten nach Ansicht des Trierer Bischofs Reinhard Marx wichtige Inhalte des christlichen Glaubens kennen. Dies dürfe man von ihnen verlangen, auch wenn sie einer anderen Religion angehören, sagte Marx am Sonntag im SWR. Zuwanderer müßten das Christentum vor allem deshalb kennen, da die Gestalt Jesu zentral zur Geschichte der europäischen und deutschen Kultur gehöre.

(ddp/jW)



SCHLIESST SOLCHE ZWANGSANSTALTEN WIE GEZ, KIRCHE UND ÖFFENTLICH RECHTLICHE RUNDFUNK- UND FERNSEHANSTALTEN - JETZT - SOFORT!

meint
unGEZogen



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bjk

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Ort: Berlin


New PostErstellt: 20.04.06, 15:51  Betreff:  Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen




kopiert aus: http://www.jungewelt.de/2006/04-20/042.php



»Das läuft auf Ausgrenzung hinaus,

nicht auf Integration«


GEW kritisiert von der Leyens (CDU) »Wertegipfel« als nicht integrationsfördernd. Scharfe Kritik an exklusiver Teilnahme der Kirche. Ein Gespräch mit Norbert Hocke

Norbert Hocke ist Leiter des Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)



F: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) startet am heutigen Donnerstag das sogenannte »Bündnis für Erziehung«. Was hat es damit auf sich?

Die Idee dazu stammt ursprünglich von der Vorgängerin von der Leyens, Renate Schmidt. Ihr Ziel war es, alle an den Bereichen Bildung und Erziehung beteiligten Akteure an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam eine Diskussion über Wertevermittlung in der Gesellschaft und insbesondere in Kindergärten, Schulen und in Jugendeinrichtungen voranzubringen.


F: Frau von der Leyen schwebt offensichtlich etwas anderes vor. Zum sogenannten Wertgipfel in Berlin sind heute lediglich Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen geladen.

Das irritiert uns bei der GEW ganz außerordentlich. Es entsteht der Eindruck, in Deutschland müßten einzig und allein christliche Wertvorstellungen an die nachfolgenden Generationen weitergeben werden. Was aber ist mit den demokratischen, humanistischen Werten? Sind die nichts wert in dieser Gesellschaft? Was ist mit den vielen hierzulande lebenden Angehörigen anderer großer Religionen? Ist Deutschland nicht längst ein Einwanderungsland? Auch Migranten müssen ihren Beitrag zu einer Wertediskussion und -vermittlung in diesem Land leisten. Diese Möglichkeit zu unterschlagen, bedeutet nichts anderes, als Menschen anderer Nationalität und Religion per se auszuschließen. Das wiederum widerspricht aber einem – auch im Christentum – wesentlichen Wert: nämlich dem der Toleranz.


F: Trauen Sie die Vermittlung demokratischer und humanistischer Werte den christlichen Kirchen nicht zu?

Man kann nicht von oben herab Werte diktieren und beten, daß sie dann praktiziert und geachtet werden. Solange man diejenigen, die die Diskussion vor allem betrifft, von vornherein aus der Debatte ausschließt, führt die Sache entweder zu nichts oder geht sogar nach hinten los. Wir brauchen bei einem so sensiblen Thema einen Dialog aller gesellschaftlichen Akteure, aber insbesondere die Einbeziehung derjenigen, die die Vermittlung von Werten zu verantworten haben: also Eltern, Erzieher und Lehrer. Andernfalls droht dem Wertegipfel ein kapitaler Fehlstart.


F: Seit den Geschehnissen an der Berliner Rütli-Schule ist das Thema »Integration« in aller Munde. Welches Signal sendet ein christlich determinierter Wertegipfel in Richtung religiöser Minderheiten in Deutschland aus?

Bleibt es bei dieser Ausrichtung, dann lautet die Botschaft nicht Integration, sondern Ausgrenzung.


F: Mit welchen Folgen?

Kinder und Jugendliche werden wohl von diesem Gipfel gerade in Berlin Neukölln nicht allzuviel mitbekommen, wenn es bei der vorgegebenen Struktur bleibt. Sie bekommen durch den Gipfel keine Ansprache, schlimmer noch: Sie könnten empfänglich werden für Weltbilder, die den demokratischen und humanistischen Werten fundamental zuwiderlaufen: etwa die Gleichberechtigung der Geschlechter, der Respekt vor Minderheiten oder eben die freie Religionswahl. So betrachtet, droht dieser Wertegipfel sogar ein gefährliches Signal auszusenden.


F: Bleibt die Diskussion um Werte nicht so lange esoterisch, wie man deutsche Bildungseinrichtungen weiter finanziell ausbluten läßt und beispielsweise Hauptschulen nichts als Verwahranstalten von gesellschaftlich Gestrandeten sind?

Kinder und Jugendliche erkennen sehr genau an ihrer Umgebung, daß heutzutage soziale Auslese, Elitedenken und Leistungsdruck im Bildungswesen bestimmend sind. All diese Faktoren verhindern Gemeinsamkeit und Zusammenhalt. Wenn ein Wertegipfel diese Mechanismen der Ausgrenzung in seiner Zusammensetzung selbst widerspiegelt, helfen auch die schönsten Sonntagsreden nicht weiter. Glaubwürdig wird aber auch eine breiter angelegte Wertedebatte erst dann, wenn die Politik endlich bereit ist, die nötigen finanziellen Mittel für das Bildungssystem zu mobilisieren.


Interview: Ralf Wurzbacher



Mensch bleiben muß der Mensch ...
von Tegtmeier


[editiert: 08.08.11, 09:28 von bjk]



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bjk

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New PostErstellt: 19.04.06, 11:43  Betreff:  ... durchgeknallten Christeneltern die rote Karte zeigen!  drucken  weiterempfehlen




kopiert aus: http://www.jungewelt.de/2006/04-19/036.php


Verfassungskläger des Tages: Dreiste Christen


Gibt es ein Grundrecht auf die Vermittlung von Wahnvorstellungen in öffentlichen Schulen? Mit dieser Frage muß sich das Bundesverfassungsgericht beschäftigen, nachdem zwei Berliner Elternpaare, die perfiderweise ihre Töchter vor den Karren gespannt haben, am Dienstag eine entsprechende Klage bei den Karlsruher Richtern eingelegt haben.

Hintergrund ist die Einführung eines bekenntnisfreien Pflichtfachs Ethik, das nach den Sommerferien in allen Berliner Oberschulen ab der 7. Klasse unterrichtet wird. Den Schülerinnen könne nicht zugemutet werden, an »einem nichtchristlichen Unterricht teilzunehmen«, heißt es in der Klagebegründung. Die Kläger verlangen, daß die Berliner Schulbehörde eine Wahlmöglichkeit zwischen Religions- und Ethikunterricht zuläßt.

Falls die christlichen Streiter obsiegen, müßte allerdings der gesamte Fächerkanon auf den Prüfstand gestellt werden. Keinem Sprößling von Schöpfungsanhängern wäre künftig der Biologieunterricht zuzumuten, und warum muß ein Fremdmuttersprachler überhaupt Deutsch lernen? Jeder Kürbisanbeter und Glaskugelfetischist hätte das Recht auf ein eigenes Unterrichtsfach, und auch Physik und Mathematik sind für diverse Verwirrte dieser Welt ebenso Teufelszeug wie Musik und somit als Pflichtfächer unzumutbar.

Die groteske Klage der grob ihre Erziehungspflichten vernachlässigenden Eltern sollte Anlaß für eine Gegenkampagne sein. Warum wird in Deutschland überhaupt zugelassen, daß religiöse Quacksalber aller Couleur in öffentlichen Schulen oftmals noch wenig urteilsfähigen Kindern ihren Schwachsinn eintrichtern dürfen? Warum werden Religionsgemeinschaften nicht generell als Vereine behandelt, die dann in Konkurrenz mit Sportklubs, Jugendfeuerwehren, Volkstanzkreisen, Laubsägezirkeln und Naturschutzgruppen um jugendliche Mitglieder werben müssen?

Fragen über Fragen, mit denen sich das Bundesverfassungsgericht jetzt leider nicht beschäftigen wird. Bleibt nur zu hoffen, daß es den durchgeknallten Christeneltern die rote Karte zeigt. (balc)



Mensch bleiben muß der Mensch ...
von Tegtmeier


[editiert: 08.08.11, 12:39 von bjk]
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bjk

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New PostErstellt: 14.04.06, 19:26  Betreff:  Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen




... das paßt auch in diesen Pfaffen-Thread



kopiert aus: http://www.taz.de/pt/2006/04/13/a0100.1/text



verboten

Don Corleone (Mafia) und Don Camillo (Pfarrer) betreten die Bühne.

Beichtstuhl, Rom.




Don Corleone:
Ich habe ein Problem.

Don Camillo: Sprich, Bruder.

Don Forza: Don Silvio braucht noch Wähler.

Don Camillo: Aber das Volk hat doch gewählt, Bruder.

Don Corleone: Verdammt! Aber nicht Don Silvio!

Don Camillo: Ich habe vorhin drei volle Wahlurnen gefunden. Aber die kann ich dir nicht geben.

Don Corleone: Was willst du?

Don Camillo: Mein reines Herz behalten, Bruder.

Don Corleone: 5 Millionen Euro? 6 Millionen?

Don Camillo: Nein, mein Bruder.

Don Corleone: 10 Millionen? 20 Millionen?

Don Camillo: Gut! Es würde mir reichen, wenn du dich der Polizei stellen würdest!

Don Corleone: Nein. Dann bleib ich dabei - und jage Don Silvio ein paar Kugeln in den Kopf.

Don Camillo: Gut so! Drei Ave Maria, Bruder!

Beide ab. Vorhang.


taz vom 13.4.2006, S. 1, 22 Z. (Kommentar)



Was ist Ihnen die Online-taz wert?



Mensch bleiben muß der Mensch ...
von Tegtmeier


[editiert: 14.04.06, 19:46 von bjk]



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bjk

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New PostErstellt: 12.04.06, 09:19  Betreff:  Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen




... ausgerechnet ein seniler Oberpfaffe, der Millionendefizite im Haushalt des Berliner Bistums zu verantworten hat, motzt die heidnischen Ossis an, sie seien 50 Jahre lang faul gewesen und bräuchten sich jetzt nicht zu beklagen, daß es ihnen schlechter gehe als den Wessis

... und wenn mensch weiß, daß diese Kirchenschmarotzer auch noch ihr volles Gehalt vom Steuerzahler beziehen und nebenher noch Kirchensteuer und staatsvertragliche Millionen-Subventionen einstreichen, dann kann mensch nur noch ...


... am besten, das ganze klerikale Schmarotzerpack zum Teufel jagen!





kopiert aus: http://www.jungewelt.de/2006/04-12/018.php


Kardinal mahnt Ossis zu Geduld


Berlin.
Der katholische Erzbischof von Berlin, Georg Sterzinsky, verlangt von den Ostdeutschen mehr Geduld. »Was in 50 Jahren mit Fleiß und unter günstigen Umständen im Westen aufgebaut worden sei, habe sich auch in 15 Jahren im Osten so nicht erreichen lassen«, sagte Sterzinsky der Zeitschrift Super Illu laut einem Vorabbericht. Der 70jährige Theologe betonte, daß Ostdeutschland vom Westen »so tatkräftig unterstützt und gefördert« worden sei, »wie man das gar nicht erwarten konnte«. Es sollte auch nicht vergessen werden, daß »das total verrottete System der DDR Schuld an der heutigen Misere hat«. (ddp/jW)



Mensch bleiben muß der Mensch ...
von Tegtmeier

[editiert: 08.08.11, 09:27 von bjk]



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Riker
New PostErstellt: 03.04.06, 13:05  Betreff: Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen

    Zitat:
    Wir schlagen bis dahin vor, die Änderungsvorschläge des Schulgesetzes von NRW zu überdenken und die "Ehrfurcht vor Gott", wenn´s denn schon pathetisch werden soll, in die "Achtung vor der Vernunft" umzutaufen. Das löst zwar wie alle Wertebeschwörungen par ordre de mufti auch nicht das geringste Problem unserer kränkelnden Schulen, besitzt aber immerhin den heuristischen Charme, nicht über Gottes-, sondern Menschenbilder nachzudenken, die nicht mit ältesten Hypotheken beschwert sind. Wenn dann noch die Bildungspolitik teuflisch gut würde, etwa durch den Bannfluch gegen die bleierne Kulturhoheit der Länder, könnte man sich Glaubensbekenntnisse nach alter sowie neuer Rechtschreibung für den Kirchgang aufheben.
"Ehrfurcht vor dem Leben" dürfte es wohl besser treffen aber ansonsten sehr guter Beitrag, der die faschistoiden Machtgelüste der Kirchenfürsten entlarvt
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bjk

Beiträge: 7339
Ort: Berlin


New PostErstellt: 03.04.06, 09:30  Betreff:  Re: Aber die Kirche tut doch so viel Gutes ... ... ...  drucken  weiterempfehlen




kopiert aus: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22371/1.html



Welche Werte brauchen wir?

Goedart Palm 03.04.2006

In Nordrhein-Westfalen soll "Ehrfurcht vor Gott" als Erziehungsziel in das Schulgesetz aufgenommen werden



"Die Christenheit muss wieder lebendig und wirksam werden und sich wieder eine sichtbare Kirche ohne Rücksicht auf Landesgrenzen bilden, die alle nach dem Überirdischen durstige Seelen in ihren Schoß aufnimmt und gern Vermittlerin der alten und neuen Welt wird." - Novalis, Die Christenheit oder Europa, 1799.

Was Novalis als romantischen Vorstoß gegen das Gift der Aufklärung verkündete, hat auch in diesen Tagen wieder Auftrieb. Das europäische Christentum ist vielfältig umstellt. Angeschlagen von der "Wissenschaftsgläubigkeit" (Kardinal Meisner), der Islamisierung des Westens und einer "heidnischen" Alltäglichkeit wird die "Revangelisierung" das Gebot der Stunde.

Liebe Schwestern und Brüder! Wir sprechen zu Recht davon, dass eine Reevangelisierung in Deutschland und in ganz Mitteleuropa nötig ist.
Erzbischof von Bamberg, Dr. Ludwig Schick, bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 25. September 2003

Ein Jahr zuvor formulierte das Kardinal Meisner auf der Deutschen Bischofskonferenz in Stuttgart noch direkter und ließ seitdem nicht ab, den Willen zur Reevangelisierung ( Das Gift der Inquisition light) durch weitere Verkündigungen zu belegen: "Unsere Welt braucht einen unverschämten Glauben."

Alles, was von Gott geboren, Ist zum Siegen auserkoren

Der moderne laizistische Staat hielt die religiöse Toleranz einschließlich des Respekts vor dem Nichtglauben bislang für eine seiner herausragenden Tugenden. Der immer schwelende Kopftuch-Streit wurde nicht nur in Frankreich zum Anlass, diese Tugend einzufordern. Vor der religiösen Erziehung steht die Entscheidung der Eltern respektive des Schülers, sich freiwillig oder gar nicht in die religiösen Anfangsgründe einweisen zu lassen.

Offensichtlich ist die Erinnerung an Zeiten, in denen ein "unverschämter Glaube" Menschen und Gesellschaften terrorisierte, längst nicht ausreichend, den Seelenfrieden christlicher Kirchtürme im Dorf zu lassen. Nun soll das Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW –SchulG) vom 11. Februar 2005 (GV. NRW. S. 1029) nach dem Referentenentwurf der Landesregierung NRW wie folgt geändert werden:

Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung. Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung.

"Ehrfurcht vor Gott" steht auf der neuen Prioritätenskala der Schulerziehung also ganz vorn, so wenig sich die religiöse Semantik selbst dem Frömmsten leicht erschließen dürfte. Um welchen Gott handelt es sich überhaupt, der da mit diversen säkularen Tugenden eingeschmuggelt wird? Es klingt nach einem ökumenisch windigen Formelkompromiss, den sich Pontius Pilatus ausgedacht haben könnte, wenn man in Zeiten konkurrierender Religionen eine eindeutige Zuordnung vermissen lässt. Und weiter: Kann ein persönlicher Gott überhaupt auf den Leisten eines Curriculums geschlagen werden? Was heißt überdies Ehrfurcht und wie wird sie überprüfbar von den Zöglingen eingefordert? Gottlose Lehrer unterfallen dann demnächst auf untergeordneten Regelungsebenen einem "Atheisten-Erlass". Bekennende Zweifler und Nichtgläubige unter den Schülern verfehlen das Klassenziel. Denn es geht ja in beiden Fällen nicht um ein marginales Versagen, sondern um das "vornehmste" Erziehungsziel. Vielleicht hilft solchen gefallenen Seelen dann nur noch die "Duldsamkeit" des Referentenentwurfs, die den strapazierten Begriff der "Toleranz" wohl durch seine demütigere, christliche Begriffsvariante ersetzen soll.

Die beabsichtigte Gesetzesänderung verletzt die durch Artikel 4 des Grundgesetzes garantierte Weltanschauungsfreiheit. Dem Staat als ‚Heimstatt aller seiner Bürger' ist die religiös-weltanschauliche Neutralität strikt vorgeschrieben ... Dem Staat fehlt jede Kompetenz, über Gott positiv oder negativ etwas auszusagen. Die Nennung Gottes in der Präambel des Grundgesetzes ist eine unverbindliche Deklamation, nur Dekor und nicht mal Programm. Sie stellt keinesfalls ein Bekenntnis des Staates zu einem persönlichen Gott dar. Im staatlichen Schulwesen können sich Bekenntnisse nur insoweit entfalten, wie dies das Grundgesetz per explizite Ausnahmeregelung für den konfessionellen Religionsunterricht zulässt.
Kommentar des Internationalen Bunds der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA)

In Zeiten, in denen weltliche Frohbotschaften knapp werden, könnte wieder die Stunde überirdischer, "unverschämter" Frohbotschaften a la Meisner schlagen. Längeres Zuwarten könnte den Auszug der christlichen Gemeinde aus der Gesellschaft endgültig besiegeln und den Siegeszug des Islam, nicht weniger den des alltäglichen Atheismus und Indifferentismus, unwiderruflich machen. Die "Ehrfurcht vor Gott" lenkt zudem vom Relativen menschlicher Verhältnisse ab. Wer von jenseitiger väterlicher Autorität redet, kann sich den Umweg zum fragilen Glück über sichere Renten oder gar Wohlstand zu Lebzeiten verkürzen. Wer legt schon die Fährnisse einer kurzen Lebenszeit und seine Arbeitslosigkeit in die Waagschale, wenn es um das ewige Leben und die Vermeidung von langfristiger Höllenpein geht?

"Herr, gib uns unser täglich Brot" ersetzte in präziser Lesart seit je Lebensplanung durch Gottvertrauen, Altersvorsorge durch warme Worte. Die "Ehrfurcht vor Gott" als autoritäre Unterordnung hat nicht zufällig wieder politische Konjunktur, wenn die ökonomische auf sich warten lässt und die Sozialstaatsdemontage eines schlingernden Staates von der gegenwärtigen Politik nicht aufzuhalten ist. Und ist nicht auch das in diesen Tagen erregt geschilderte Chaos unbändiger Schüler an der Berliner Rütli-Schule allein durch eine staatlich verordnete (Rück)Besinnung der Schüler auf die guten alten christlichen Werte zu lösen, wenn Metalldetektor-Gesellschaft und Polizeiknüppel selbst ihren eifrigsten Apologeten nicht als Dauerlösung erscheinen dürften?

Die Protagonisten der Reevangelisierung zielen nicht nur auf eine Wertefundierung des christlichen Europas, sondern glauben wohl, dass nur die von Augustinus ausgerufene "civitas dei", die alles auf Gott als höchstes Gut bezieht, eine Aussicht auf Wiederkehr ihres Glaubens in der Konkurrenz der Religionen bietet. Es handelt sich nicht nur um konkurrierende Offerten von Heilsbotschaften und Erlösungsszenarien, sondern um einen politischen Generalangriff auf die vielen jungen Herzen der Finsternis, der mit dem kirchlichen Segen in eine alte Schlacht zieht.

Religion und Wissenschaft

Alte Religionen gleichen den alten Weinen, die das Herz erwärmen, aber den Kopf nicht entflammen.
Joseph Joubert

Doch so einfach wie die neuen alten Ehrfurchtprediger glauben mögen, dürfte der christliche Wertetransfer auf eine leidlich aufgeklärte, aber funktional hochdifferenzierte und religiös wie kulturell heterogene Gesellschaft, vulgo: Sündenhaufen (massa peccati), längst nicht mehr funktionieren.

Niklas Luhmann sah das Kernproblem der Säkularisierung darin, dass die bloße Mitgliedschaft in der Kirche nicht mehr ausreicht, die "Mikromotivation" der Gläubigen sicherzustellen. Mit anderen Worten: Es wird für die Kirchen schwerer, den Einzelnen über päpstliche Hirtenworte und Kanzelpredigten überhaupt noch zu erreichen. Frohbotschaften nutzen sich im Laufe ihres Gebrauchs ab, wenn sie nicht mit den je spezifischen Lebenserfahrungen der Gläubigen verquickt werden können und ihre Heileffekte dauerhaft ausbleiben. Die säkulare Aufweichung der Religion muss verhindert werden, auch zu dem Preis einer vermeintlichen Weltfremdheit der Religion, die von außen als Starrheit und Bornierung wahrgenommen wird. Das Wort des Herrn leidet seit längerem unter quälendem Aktualisierungs- und Authentizitätsdruck, ohne dass der heilige Geist bisher die Probleme zufriedenstellend gelöst hätte. Was taugt biblische Lebenshilfe in einer pluralistischen Gesellschaft und ihrer Unteragentur "Schule" mit sozialen, ökonomischen, kulturellen, ethnischen und ethischen Provokationen, die kein Kirchenvater voraussehen konnte?

Dass nun ausgerechnet die Religion das malade Schulwesen, die Pisa-Waisen und gleichermaßen lernunwilligen wie ehrfurchtslosen Prügel-Rowdies retten soll, ist eine historisch schwer zu überbietende Ironie. Das Verhältnis der Wissenschaft zur Religion ist vornehmlich eine Geschichte theologischer Blamagen. Beginnend mit dem heiligen Paulus, dem nicht weniger heiligen Augustinus bis hin zu Luther und weit darüber hinaus sind die borniertesten Ressentiments gegen das bloße Wissen, die fröhliche Neugier des Menschen auf die Welt zahlreich. Der wahre Gläubige solle sich um sein Seelenheil, d.h. Gott, kümmern und nicht um die "Faseleien der Physiker" (Lactantius). "Die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott", verkündete Paulus paradigmatisch.

Wir brauchen seit Jesus Christus keine Wissbegierde und seit dem Evangelium keine Forschung.
Tertullian, De praescriptione haereticorum

Und das war nicht nur das Verdikt wider Philosophie und Wissenschaft, sondern mindestens ebenso aus dem Instinkt heraus gesagt, dass das scheinbar ohnmächtige Machtspiel der frühen Gemeinden gegen die Mächtigen der Welt, vor allem gegen den Staat mit nicht aufgeklärten Schäflein am besten zu führen wäre.

Argwohn gegenüber der Wissenschaft bleibt ein Grundzug des Christentums, das zwar die Empirie nicht mehr mit päpstlichen Bullen von den darwinistischen Füßen auf den kreationistischen Kopf stellt, aber immer noch mit Ignoranz und moralischer Anmaßung dieser Konfrontation heute begegnet. Wer das Loblied der christlichen Wissenschaft singt, wer behauptet, dass ohne das Christentum die abendländische Wissenschaft nicht entstanden wäre und diese christliche Union nun in die Schulen schleusen will, ignoriert die notorische Wissenschaftsfeindlichkeit nicht nur dieses Religionsbekenntnisses, die bis zu den heutigen Angriffen Kardinal Meisners gegen "Wissenschaftsgläubigkeit" reicht. Denn jede wissenschaftliche Erkenntnis bedeutet unwiderruflich Bodenverlust für den religiösen Universalismus, der seinen einzigen Fluchtpunkt in Gott respektive der Ehrfurcht vor ihm findet.

Sollen die zahlreiche Differenzen von staatlich säkularen Lerninhalten, gesellschaftlichen Überzeugungen und Bibelwahrheiten nun auf einmal in einer alten "unio mystica" wieder vermittelbar sein? Niklas Luhmann hielt Pauschalkonfrontationen von Religion und Wissenschaft zwar für antiquiert. Doch die Konkurrenz beider in der sehr unterschiedlichen Suche nach letzten Antworten, wird durch den Kampf um Programmatik und Menschenbild der Schulen wieder aktualisiert. Religionen reklamieren für ihren Glauben, die umfassende Wahrheit für alle menschlichen Belange zu bieten. "In der göttlichen Allwissenheit erhebt sich der Mensch über die Schranken seines Wissens", erkannte bereits der vielleicht energischste Religionskritiker, Ludwig Feuerbach. Und je fundamentalistischer der religiöse Anspruch und je diffuser die Ehrfurcht sind, desto weitreichender wird die Einmischung des Glaubens noch in die alltäglichsten Lebensvollzüge hinein.

Die neue Postmoderne der Antimodernen

Die christliche Kirche und ihre neuen alten Apologeten in Regierungen und Parteien geraten in das Dilemma, einerseits diese Tradition als ihr ureigenes Kapital nicht aufgeben zu können, weil anders ihr hartnäckig ersehntes Leitbild sich nicht konturieren will. Andererseits reicht diese – selbst bei ihren selbst ernannten Hütern anämisch gewordene - Tradition aber nicht aus, die vielfältigen Orientierungs- und Identitätsprobleme ihrer Mitglieder und Konkurrenz zu anderen Kulturen zufriedenstellend zu lösen.

Allen Frohbotschaften fehlt die Komplexität, die ihr von einer komplexen Welt abgefordert wird, weil sie alte Antworten auf neue Fragen geben. Die christlichen Traditionalisten wollen nun aus dieser Not eine kämpferische Tugend machen, auch da mitzureden, wo sie wenig oder gar nichts zu sagen haben. Hardliner wie Kardinal Meisner beharren auf vormodernen Werten, deren postmoderne Stunde wieder irgendwann schlagen soll wie in jenen seligen prämodernen Zeiten, wo sich die Verkünder der heiligen Dreifaltigkeit noch auf die "sancta simplicitas", die heilige Einfalt, oder eben auf finale pyrotechnische Lösungen verlassen konnten.

Der Antimodernismus war zuvor explizite Weltflucht und relativierte sich noch nicht hinter Weichformeln wie der "Ehrfurcht vor Gott", die nun scheinbar harmlos in den bunten Wertekatalog einer demokratischen Gesellschaft eingestreut werden. Der berühmt-berüchtigte "Syllabus" Pius IX. (1864) und die Enzyklika "Pascendi Dominici gregis" Pius X. (1907) markierten diesen (Irr-)Weg der Kirche in einer an Irrwegen nicht gerade armen Geschichte. Alle Theologen und alle Priester mussten bis knapp vor dem II. Vatikanischen Konzil den "Antimodernisten-Eid" von 1910 ablegen.

Wird diese historisch scheinbar unhintergehbare Zäsur jetzt zurück genommen? Die Chicagoer Erklärung zuur biblischen Irrtumslosigkeit von 1977, eine Art Magna Charta für christliche Fundamentalisten und selbstgefälliges Pamphlet der Ignoranz, wird uns so erläutert

Durch das Bekenntnis zur Irrtumslosigkeit und Unfehlbarkeit der Bibel wird die Selbstanmaßung des modernen Menschen, die Welt allein mit eigenen Mitteln zuverlässig verstehen und interpretieren zu können, in ihre Schranken verwiesen.

Die Wiederbelebung des Konkreten, die Verdinglichung des Bildhaften, die Rückkehr zum Wunder könnten gegenwärtig das wichtigste Kapital sein, das Religionen gegen ihre säkulare Aufweichung in die Schlacht zu werfen haben.

Zeitgenössische, ungläubige Philosophen - wie etwa Max Horkheimer - haben den Versuch von Theologen angeprangert, sich am Glaubenskern vorbeizumogeln, indem sie etwa die Heiligste Dreifaltigkeit, den Himmel und die Hölle, die Menschwerdung und damit verbunden die Jungfrauengeburt, die eucharistische Realpräsenz sowie die Erzählungen der Bibel ins rein Symbolische zurückstufen und so "unanstößig" machen.

So beklagte sich Kardinal Meisner 2002 in Bezug auf einen unverdächtigen Zeugen, der wohl die Objektivität religiöser Selbstreflexion belegen soll. Man besinnt sich also auf diesen ältesten Trick des Glaubens, den Ludwig Feuerbach so beschreibt:

Wo daher einmal die Einbildungskraft des Glaubens eine solche Gewalt über die Sinne und Vernunft sich angemaßt hat, dass sie die an evidenteste Sinnenwahrheit leugnet, da ist es auch kein Wunder, wenn sich die Gläubigen selbst bis zu dem Grade exaltieren konnten, dass sie wirklich statt Wein Blut fließen sahen.
Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums

Dass die veränderte mentale Ausstattung von Menschen längst keine Garantie ist, in solche irrationale, kategorienschwache Ehrfurcht zurückzufallen, machen immer neue Epiphanien bis hin zum jüngst in der russischen Taiga zum zweiten Mal wiederauferstandenen Jesus klar, der bis 1990 noch als russischer Polizeibeamter Sergei Torop tätig war. Der selbsternannte Jesus mit dem etwas anderen Namen Vissarion soll schon 5.000 Seelen gefangen haben, die bereit sind, mit ihm in einer urchristlichen Kommune zu leben. Träumt auch das projektierte NRW-Schulgesetz von diesen urparadiesischen Zuständen, die weder Fragen nach dem Kampf der Kulturen noch der Integration Andersdenkender oder gar konkreter Bildungspolitik aufwerfen?

Die in der modernen Theologie blass gewordenen Schatten des Schreckens werden seit einiger Zeit nachkonturiert, um wieder an menschliche Urängste zu rühren, die weder von Vernunft noch keimfreier Wissenschaft zu vertreiben sind. Mindestens so real wie der Satan in der Hölle ist das Böse, dem der glaubensstarke Präsident Bush wieder einen fundamentalistischen Namen gegeben hat: Globaler Terrorismus. Doch der noch größere Satan der zeitgenössischen Kirche ist der gottlose Zeitgeist und die drängendste Gefahr nicht nur nach Kardinal Meisner, dass die Kirche sich darin verflüchtigt und schließlich zu einer Sekte unter vielen wird.

Die Spannung zwischen Dogma, kasuistischen Vorschriften und einer probabilistischen Lebenspraxis der Gläubigen, die je individuell einen Moralentwurf annehmen, um einen weniger bequemen zu verwerfen, wurde zum Grundmerkmal der modernen, aufgeweichten Religiosität des Christentums. So pflegte man etwa den Kirchgang, aber betrieb Empfängnisverhütung auch jenseits von Knaus-Ogino und Gottvertrauen. Vor allem wird die Nächstenliebe auf überschaubare Dimensionen eingeschrumpft, weil das Weltelend zu groß und der eigene unhintergehbare Lebensstandard zu hoch ist. Diese Variante der "Ehrfurcht vor Gott" ist eher preiswert erhältlich und von einem "unverschämten" Glauben Lichtjahre weit entfernt.

Lasset die Kindlein zu mir kommen

Die Zeiten der freundlicheren Assimilierer, die vormals Jugendtreffs, Jazz-Gottesdienste und modernistische Populärversionen ihrer uralten Wahrheiten unter dem Druck einer unbotmäßig werdenden Gesellschaft offerierten, um die so indifferenten Kids jenseits der Schule für das Wort des Herrn zu retten, könnten erledigt sein. Setzt mit der "Ehrfurcht vor Gott" jetzt eine konzertierte Aktion von Kirche und Staat ein, das lau gewordene Christentum als verbindlichen Wertekanon wieder scharfzüngiger zu retten?

Bekannt wurden hierzulande die hartnäckigen Weigerungen religiöser Fanatiker, der staatlichen Schulpflicht zu entsprechen und ihre Kinder in die öffentlichen Schulen zu schicken. Ein zentraler Stein des religiösen Anstoßes war, dass statt der biblischen Schöpfungsgeschichte die Evolutionslehre in unschuldige Kinderherzen verankert wird. Der Glaubenskonflikt, der das Landgericht Gießen beschäftigte, machte paradigmatisch klar, dass Lerninhalte staatlicher Curricula nicht mit der wortgläubigen Bibelauslegung übereinstimmen. Soll das nun in der "Ehrfurcht vor Gott" nachharmonisiert werden?

Der bibeltreuen Familie Bauer erschienen die öffentlichen Schulen wie Horte der Zügellosigkeit und Ausschweifung, die sich nun grosso modo in einigen Klagen über die anarchischen Zustände der Rütli-Schule wiederfinden. Ähnlich radikal geriert sich die Urchristen-Gemeinde Zwölf Stämme, deren Mitglieder gemeinsam in Bayern immer noch vergeblich auf die Apokalypse warten und jeglichen Einfluss des Zeitgeistes auf ihren Nachwuchs ablehnen:

Wir lehnen es ab, unsere Kinder in unordentliche Klassenzimmer zu schicken, in denen Rebellion gegen Eltern, Lehrer, die Menschenwürde und die Religionsfreiheit (die vom Grundgesetz geschützt wird) vorherrscht. Außerdem nehmen sexuelle Freizügigkeit, Drogenmissbrauch und antichristliches Gedankengut überhand. Es ist uns von unserem Herrn und Gott geboten, uns im Denken und Lebenswandel nicht dieser Welt anzugleichen, sondern separat von ihr zu sein (Römer 12,1-2 Einheitsübersetzung).

Das ist in der Tat zu befürchten, wenn unterschiedslos alle Menschheitsübel in eine religiöse Waagschale geworfen werden. Der Teufel in seiner jeweiligen Menschengestalt hat in diesen erlösungsbedürftigen Weltbildern eine Generalermächtigung für alle Menschheitsplagen. Die Seelenfänger betreiben jedoch selbst ein leicht durchschaubares Spiel, eben ihre christologischen Rezepturen als Allheilmittel anzupreisen, so wenig zweitausend Jahre reichten, nennenswerte Fortschritte in der moralisch-religiösen Therapie der dauermaladen Menschheit zu verzeichnen.

Nun macht die staatliche Schulpflicht gerade ihren guten Sinn, Kinder wenigstens streckenweise aus dem ideologischen Dunstkreis solcher Familien zu entfernen, die selbst gefährdet sind, gemeinschaftsunverträgliche Brutstätten von Eiferern und Störenfrieden aller Sorten zu kultivieren. Das Landgericht Gießen entschied zu Recht zu Gunsten der Schulpflicht. Aber der Kampf um die gottlosen Kinderseelen ist damit längst nicht entschieden.

Der Prälat des Opus Dei, Monsignore Javier Echevarría, erklärte den Pilgern zum Marienwallfahrtsort Torreciudad, dass es gerade die Familie sei, "wo die verschiedenen Berufungen in der Kirche geschmiedet werden." Der Glaube versetzt bekanntlich Berge, auch die der nicht anzuzweifelnden Statistiken über den ansteigenden Exodus aus dem Schoß der Kirchen. Die römisch-katholische Bewegung "Miles Jesu" ("Soldaten Jesu") beobachtet unberührt davon den neuen "Trend im Katholizismus" dass eine wachsende Zahl von Anglikanern, Protestanten und Muslimen zum katholischen Glauben überläuft. Die Mitglieder von Miles Jesu sehen sich selbst an der vordersten Front der Neuevangelisierung.

Die Zeit drängt. Denn konservative Christen, zudem jene, die Christentum und Mission weiterhin in einem Zuge denken, gehen von islamischen Eroberungsabsichten aus. Die Gründung einer "Medina", eines islamischen Gottesstaates in Deutschland steht angeblich bevor. Selbst wenn einige islamische Gruppen diese Absichten hegten, kann das gerade kein Grund sein, in atavistisch-religiöse Reflexe zu verfallen. Das festgeschriebene Feindbild der Anderen belegt dann das eigene und die damit eingeläuteten Bekehrungsszenarien stellt man sich besser erst gar nicht vor.

Die politische Betätigung der Katholiken und die Beziehungen zwischen Kirche und Staat dürften nicht zur "Theologisierung der Politik oder zur Ideologisierung der Religion" führen, beschwichtigte dagegen der Papst zuvor in seiner Eigenschaft als Präfekt der Glaubenskongregation bei einem Runden Tisch an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom. Doch zugleich erklärte er: Der Glaube könne eine kranke Vernunft heilen, denn "es gibt eine gewisse Verbindung zwischen Glaube und Vernunft: der Glaube kann sie erleuchten und heilen, wenn sie krankt, und er kann ihr helfen, ganz sie selbst zu sein".

Das Schulgesetz macht sich darauf jetzt den pädagogischen Endreim: Ohne Ehrfurcht vor Gott kann es keine vernünftige Lebens- und Wertepraxis geben. Die für Aufklärer paradoxe Engführung von Glaube und Vernunft ist eine alte Kompetenzanmaßung, die bis zur mittelalterlichen Theologie des Thomas von Aquin zurückreicht, der die Vereinbarkeit von Vernunft und Glauben so erläuterte, dass die natürliche Vernunft dem Glauben untertan sei. Solche reanimierten Auffassungen schaffen dann die Legitimation, den überlegenen Glauben der vorgeblich kränkelnden Vernunft in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu oktroyieren. Die Partei der bibeltreuen Christen definiert sich folgerichtig als das Gewissen in der Politik, wo wir Staatsziele, Transparenz und Kontrolle für vorzugswürdig gehalten hätten. Der Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) erklärt dazu:

Da sich die PBC als Produkt göttlichen Wirkens begreift, schreibt sie ihrem Programm eine göttliche Inspiration zu ... Damit werden politische Sachfragen sehr schnell zu Glaubensfragen stilisiert und die innerparteiliche Meinungsbildung behindert.

Die PBC hat dementsprechende Antworten für die neuen Curricula der religiös zu erneuernden Gesellschaft:


Jüngste Berichte des Verfassungsschutzes belegen eindeutig die scheinheilig beteuerte Friedfertigkeit des Islam. Wie lange wollen sie noch tatenlos dieser Wühlarbeit zusehen, die eines im Sinne hat, die Demokratie und damit auch unsere Glaubensfreiheit zu zerstören? Die Antwort auf diese Herausforderung kann nur sein: Alle Kräfte zu mobilisieren um den vielen Muslimen in unserem Land das Evangelium in Wort und Schrift zu bringen. Dadurch würden viele Anhänger des Islam durch die Kraft des ewig gültigen Wortes Gottes selbst verwandelt und in die Nachfolge Jesu Christi geführt.

Dieses Zitat belegt gut die symptomatische Weltbildverwirrung, die vergebliche Suche nach einem eigenen starken Leitbild, das ja nur dann eines wäre, wenn es sich den vermeintlich Ungeleiteten intrinsisch erschließen würde. Doch die Wandlung jenes Glauben, der nach Joseph Joubert den Kopf nicht mehr entflammt, zu einem "anschlussfähigen" Evangelium vermitteln alte Welterschließungsagenturen nicht, die Zeit genug hatten, die irdische Bedingtheit ihrer Methoden unter Beweis zu stellen und sich auf neue besinnen müssten, wenn es denn welche gäbe.

Wir schlagen bis dahin vor, die Änderungsvorschläge des Schulgesetzes von NRW zu überdenken und die "Ehrfurcht vor Gott", wenn´s denn schon pathetisch werden soll, in die "Achtung vor der Vernunft" umzutaufen. Das löst zwar wie alle Wertebeschwörungen par ordre de mufti auch nicht das geringste Problem unserer kränkelnden Schulen, besitzt aber immerhin den heuristischen Charme, nicht über Gottes-, sondern Menschenbilder nachzudenken, die nicht mit ältesten Hypotheken beschwert sind. Wenn dann noch die Bildungspolitik teuflisch gut würde, etwa durch den Bannfluch gegen die bleierne Kulturhoheit der Länder, könnte man sich Glaubensbekenntnisse nach alter sowie neuer Rechtschreibung für den Kirchgang aufheben.



Mensch bleiben muß der Mensch ...
von Tegtmeier


[editiert: 03.04.06, 09:32 von bjk]
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