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Mehr Räder, mehr Megawatt. WZ vom 27.01.2012

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Autor Beitrag
Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 28.01.12, 19:56  Betreff: Mehr Räder, mehr Megawatt. WZ vom 27.01.2012  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Seite 1:

Neuer Schwung für Windkraft

Ausbau nimmt wieder Fahrt auf / Betreiber im Norden müssen Anlagen künftig seltener abschalten

Berlin/Kiel /bg

Die Energiewende der Bundesregierung hat dem Ausbau der Windkraft in
Deutschland neuen Schwung gegeben. Erstmals seit fünf Jahren hat die
Branche im vergangenen Jahr wieder neue Anlagen mit einer Gesamtleistung
von mehr als 2000 Megawatt installiert. „Es hat endlich wieder einen
Schritt nach vorn gegeben – darüber sind wir sehr froh“, sagte gestern
in Berlin der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers.
Auch für dieses Jahr rechnet der Husumer mit einem Zubau von bundesweit
gut 2000 Megawatt (MW).


Mit 182 Anlagen hat Niedersachsen am meisten zusätzlich gebaut. Auf Platz zwei folgt bereits Schleswig-Holstein,
wo 121 Windmühlen mit einer Gesamtleistung von 300 MW neu errichtet
wurden. Damit sind jetzt im nördlichsten Bundesland unterm Strich 3270
MW Windleistung installiert. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll
diese Zahl nach den Plänen der Landesregierung sogar auf 9000 steigen –
was allerdings eine weitere, deutliche Beschleunigung beim Ausbau
erfordert. Der für die Regionalplanung zuständige Innenminister Klaus
Schlie (CDU) will daher jetzt sehr rasch bis zur Wahl am 6. Mai mehr
Platz für Rotoren schaffen: Die geplante Ausweitung der
Windkraftnutzflächen von 0,8 auf 1,5 Prozent der Landesgebiets „wird
noch in dieser Legislaturperiode erfolgen“, sagte der Sprecher von
Schlie gestern unserer Zeitung.


Und für die Windmüller im Norden gibt es noch eine gute Nachricht:
Künftig müssen sie ihre Anlagen viel seltener wegen Überlastung des
Stromnetzes herunterfahren. Verbandspräsident Albers erklärte, wegen der
neuen Hochspannungsleitung vom nordfriesischen Breklum nach Flensburg
„wird die Zahl der Abschaltungen deutlich zurückgehen“. Zuletzt war in
Schleswig-Holstein im Lauf eines Jahres jede
fünfte Anlage betroffen, die meisten an der Westküste. Albers
appellierte an Bund und Land, den Netzausbau weiter voranzutreiben.

Zuwachs an Windkraft: Neu installierte Leistung im Jahr 2011:
Rang
Land
MW
1
Niedersachsen
431
2
Schleswig-Holstein
300
3
Rheinland-Pfalz
258
4
Brandenburg
181
5
Bayern
165


Seite 7:


Mehr Räder, mehr Megawatt

Die Windbranche freut sich über ihren Aufschwung – mahnt aber neue Stromleitungen und Speicher an

Berlin /bg

Hermann Albers kommt aus dem hohen Norden der Republik, aus der Nähe
von Husum genauer gesagt – doch gestern lobte der Präsident des
Bundesverbands Windenergie erst einmal den tiefen Süden: „Wir freuen uns
sehr, dass Bayern beim Zubau von Anlagen auf Platz fünf kommt.“ Bisher
waren die Bajuwaren nicht durch übergroßes Engagement für die Windkraft
aufgefallen. Die Energiewende hat das aber geändert.


Nicht zuletzt Bayern hat daher seinen Anteil daran, dass die neu installierte Windkraft-Leistung
in Deutschland im vergangenen Jahr so hoch war wie seit fünf Jahren
nicht mehr. „Es hat endlich wieder einen Schritt nach vorn gegeben“,
sagte Albers. Bundesweit fast 900 neue Anlagen stellen jetzt gut 2000
Megawatt zusätzliche Leistung bereit. Teilt man die zweite durch die
erste Zahl, lässt sich leicht errechnen, dass der Trend zu großen Zwei-
bis Drei-Megawatt-Anlagen
geht. So wurden unter anderem 170 alte kleine Rotoren durch 95 neue
größere ersetzt. „Das Repowering zieht an“, freute sich Albers. So nennt
die Branche diese Aufrüstung.


Noch größeren Anteil am Windkraft-Zuwachs als Bayern hat Schleswig-Holstein.
Im nördlichsten Bundesland sind letztes Jahr 121 neue Rotoren errichtet
worden – damit liegt die Gesamtleistung im Norden nun bei 3270
Megawatt. „Es gibt hier eine hohe Akzeptanz für die Windenergie“, freute
sich Albers. Daran ändere auch nichts, dass zuletzt einige
Bürgerentscheide im Kreis Rendsburg-Eckernförde
gegen Windparks ausgefallen sind. „Dafür können wir in Nordfriesland
achtmal so viel Flächen anbieten, wie das Land zusätzlich ausweisen
will“, sagte Albers. Die Kieler Regierung plant bis Anfang Mai die
Ausweitung der Windkraftnutzflächen von 0,8 auf 1,5 Prozent der
Landesgebiets.


Allerdings sprach sich Albers für eine stärkere direkte Beteiligung
der Bürger an Windparks und Netzausbauprojekten aus. „Wenn wir
Bürgernetze bekommen“, sagte er, „steigt die Zustimmung für neue
Leitungen.“ Das sei inzwischen auch bei der Kanzlerin angekommen,
berichtete der Nordfriese aus einem Gespräch mit Angela Merkel: „Die
Bundesregierung hat die Frage der Akzeptanz als herausragendes Thema der
Energiewende erkannt.“


Albers’ Kollege Thorsten Herdan vom Branchenverband VDMA stellte
ebenfalls die Notwendigkeit eines intelligenten Netzausbaus heraus. „Es
bringt nichts, immer mehr Windkraftanlagen nach dem Motto ,Höher,
schneller, weiter’ zu bauen, wenn wir nicht gleichzeitig die Energie-Infrastruktur wie Netze und Speicher umbauen“, sagte der VDMA-Verbandsgeschäftsführer. Nicht zuletzt müssten die Probleme beim Aufbau der Netzanbindung für Offshore-Projekte dringend gelöst werden.



Installierte Gesamtleistung
Rang
Land
MW
1
Niedersachsen
7039
2
Brandenburg
4601
3
Sachsen-Anhalt
3642
4
Schleswig-Holstein
3271
5
Nordrhein-Westfalen
3071




Windkraftanteil am Verbrauch
Rang
Land
Prozent
1
Sachsen-Anhalt
48,1
2
Brandenburg
47,7
3
Schleswig-Holstein
46,5
4
Mecklenburg-Vorpommern
46,1
5
Niedersachsen
25,0







[editiert: 29.01.12, 22:14 von Claudia]
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Claudia

Beiträge: 4532

BI Teilnehmernummer: 106

New PostErstellt: 29.01.12, 22:19  Betreff: Re: Mehr Räder, mehr Megawatt. WZ vom 27.01.2012  drucken  weiterempfehlen

WZ vom 27.01.2012:

Kommentar von Seite 2:



Unterschätzte Probleme

Der Staat muss den Ausbau der Windkraft schneller vorantreiben – ohne die Bürger zu übergehen

Henning Baethge

Wer bietet mehr? Geht es um den Ausbau der Windkraft in Deutschland,
übertreffen sich gerade die Beteiligten mit ihren Zielen. Die
Bundesregierung wünscht sich bis Ende dieses Jahrzehnts insgesamt 35
Gigawatt installierte Leistung, die Branchenverbände 50 und die Länder,
wenn man all ihre Pläne addiert, gar 80. Das hört sich nach einem
anspornenden Wettlauf an – und täuscht doch vor allem darüber hinweg,
dass schon die Marke der Branche kaum zu erreichen sein wird.


Zwar hat sich der Zubau von Anlagen im vergangenen Jahr wieder
beschleunigt – das ist eine gute Nachricht. Allerdings genügt das Tempo
bei weitem nicht. Die Branche kämpft mit Problemen, die sie genau wie
Bund und Länder bei der eiligen Energiewende unterschätzt hat. Jetzt
stellt sich heraus, dass der Ausbau der Stromnetze ebenso länger dauern
wird wie der aufwändige Bau von Windparks weit draußen auf dem Meer. Und
auch auf dem Land gibt es Schwierigkeiten: Nicht jeder will sich nun
mal bis zu 150 Meter hohe Propellertürme vor die Nase setzen lassen, wie
zuletzt mehrere ablehnende Bürgerentscheide in Schleswig-Holstein gezeigt haben. Man kann das gut verstehen.


Es gibt allerdings kaum eine Alternative zum Ausbau der erneuerbaren
Stromquellen. Wenn die Gesellschaft auf Atomkraft und Kohle verzichten
will, muss sie vor allem auf Wind setzen. Spätestens nach den
Erfahrungen mit dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 gilt allerdings ebenso:
Sie muss die Bürger dabei mitnehmen. Dass eine direkte Beteiligung
hilfreich sein kann, zeigt die hohe Zustimmung zu vielen
Bürgerwindparks. Beim Netzausbau wäre ein solches Mitmach-Modell
theoretisch auch möglich. Allerdings gibt es für den teuren Bau von
Überlandleitungen noch kein überzeugendes Finanzkonzept, das eine
Bürgernetzgesellschaft einbezieht.


Die Kanzlerin liegt daher richtig, wenn sie das Thema Akzeptanz jetzt
als „herausragend“ für die Energiewende identifiziert hat. Es gibt hier
für sie und ihre Minister viel zu tun.







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